Blasensenkung: Das verschwiegene Problem

Blasensenkung: Das verschwiegene Problem

Schwangerschaft und Geburt haben oft weitreichende Folgen für den Körper. Doch auch die hormonellen Veränderungen während der Wechseljahre können zu einer Blasensenkung führen. Wir besprechen das Thema ohne Scheu!

Frau Bauch Herzhände
© Pixabay

Viele Frauen haben nach der Schwangerschaft und Geburt Schwierigkeiten mit dem Beckenboden. So bemerken sie etwa, dass sie beim Husten oder Niesen etwas Urin verlieren oder generell öfter auf die Toilette müssen. Auch anhaltende Schmerzen beim Sex deuten auf Probleme hin, die jedoch meist nicht zur Sprache kommen. Zu groß ist die Scham, sich mit solchen Themen an andere zu wenden.

Fragt man jedoch einmal bei seinen Freundinnen nach, wird man oft zu hören bekommen, dass diese ganz ähnliche Herausforderungen meistern müssen. Und bevor man sich lange den Kopf zerbricht, ob es sich vielleicht um etwas Schlimmes handelt, sollte man am besten gleich einen Termin bei der Gynäkologin machen. Eine leichte Schwäche des Beckenbodens, die durch Schwangerschaft und Geburt, ein schwaches Bindegewebe oder dauernde Verstopfung verursacht wird, kann auch in einer Blasensenkung münden. Doch was ist das eigentlich, und woran merkt man, dass man davon betroffen ist?

Was ist eine Blasensenkung?

Bei einer Blasensenkung verlagert sich die Blase im Inneren des Körpers von ihrer eigentlichen Stelle aus nach unten. Das tritt in der Regel nur bei Frauen auf, Männer sind extrem selten davon betroffen. Doch wie wird die Blase überhaupt an ihrem normalen Platz gehalten?

Für die Platzierung der inneren Organe wie der Blase sind verschiedene Muskeln und Bänder, aber auch das Bindegewebe zuständig. Lockern diese sich aus verschiedenen Gründen, dann kann die Blase nach unten rutschen. Das kann so weit gehen, dass sie aus der Scheide austritt.

Wodurch wird eine Blasensenkung ausgelöst?

Frauen haben generell ein schwächeres Bindegewebe als Männer, bzw. hat ihr Bindegewebe eine andere, weitaus dehnbarere Struktur. Die Hormone in der Schwangerschaft sorgen dafür, dass es zusätzlich noch etwas lockerer wird, damit der Körper problemlos wachsen und dem Kind im Inneren Raum geben kann. das kann dafür sorgen, dass auch die haltenden Strukturen der Blase nachgeben. Ein weiterer Grund sind die hormonellen Veränderungen während der Wechseljahre, die zu solchen Beschwerden führen können. Auch andauernde Verstopfung oder Übergewicht erzeugen einen dauernden Druck auf die Strukturen, die dadurch überdehnen, was sich irgendwann in einer Senkung der Blase äußern kann.

Woran bemerkt man eine Blasensenkung?

Es gibt ganz verschiedene Symptome, die auf eine Senkung der Blase hinweisen. Dazu gehören etwa ein sehr häufiger Harndrang oder eine Neigung zur Inkontinenz. Manche Frauen klagen über ein starkes Druckgefühl im Bauch oder spüren Schmerzen. Ein blutiger Ausfluss aus der Scheide muss nicht immer eine Zwischenblutung sein, es kann sich auch um das Symptom einer Blasensenkung handeln. Häufige Infektionen der Blase oder Vagina zählen ebenfalls dazu.

Eine Senkung der Blase kann man nicht selbst ertasten, wie es etwa bei einer Gebärmuttersenkung der Fall ist. Diese kann selbst ertastet werden, weil der Gebärmutterhals dann in das Scheidengewölbe hineinragt. Da eine Gebärmuttersenkung und Blasensenkung oft einhergehen, kann das eine auf das andere verweisen. Endgültig diagnostizieren kann das jedoch nur ein Arzt. Im Fall einer Blasensenkung ist die Urologin zuständig, für welche die Gynäkologin eine Überweisung ausschreibt. Diese macht dann nach einer ausführlichen Befragung und einer Untersuchung des Bauches einen Ultraschall oder eine Blasenspiegelung.

Die Blasensenkung wurde festgestellt, und nun?

Was nach eine Diagnose passiert, hängt ganz vom Schweregrad ab. Eines sollte man sich aber bewusst machen, nämlich dass es keinen Grund gibt, Angst zu haben. Selbst wenn der Arzt einen operativen Eingriff empfiehlt, bedeutet das, dass man danach von den lästigen Problemen befreit ist. Zudem sind diese Operationen heute Standard und es gibt tolle Techniken.

So wird etwa ein Stütznetz im Inneren des Bauches befestigt, das die Blase an Ort und Stelle hält. Dafür muss nicht einmal unbedingt der Bauchraum geöffnet werden, denn eine solche OP kann auch über eine Laparoskopie erfolgen. Es bleiben dann nur zwei kleine Punkte als Narben zurück und man kann zügig in ein neues Leben ganz ohne Beschwerden starten!


 

Frau macht Pilates Yoga auf der Matte
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Ist die Senkung aber noch nicht weit fortgeschritten, dann kann es gut sein, dass die Blase wieder an ihren ursprünglichen Platz bewegt werden kann. Hierbei können Beckenboden-Übungen sehr hilfreich sein, die ohnehin nach einer Schwangerschaft und Geburt trainiert werden sollten.

Da sich auch Übergewicht negativ auf den inneren Stützapparat auswirken kann, ist es sinnvoll, auf moderate Weise sein Gewicht zu reduzieren. Ein zu schnelle Abnahme sollte aber vermieden werden, denn das bedeutet Stress für den Körper. Zudem muss sich auch das Gewebe langsam zurückbilden können.

Eine weitere Unterstützung für den Bauch ist es, wenn man seine Verstopfungen in den Griff bekommt. Ein träger Darm und seine Auswirkungen sorgen für eine Überdehnung des Gewebes. Mit einer ausgewogenen Ernährung, vielen Ballaststoffen und kleinen Tricks wie Flohsamenschalen und etwas mehr Bewegung kann man dieses Problem ebenfalls mit etwas Geduld lösen.

Hat die Blasensenkung hauptsächlich hormonelle Gründe, kann die Frauenärztin entsprechende Mittel verschreiben, die auch andere Beschwerden, wie sie die Wechseljahre mit sich bringen, lindern können.

Zusammenfassung: Es gibt keinen Grund, sich für Probleme wie eine Blasensenkung und damit einhergehende Symptome, etwa eine Inkontinenz, zu schämen. Viele Frauen haben mit diesem Dingen Schwierigkeiten, die sich jedoch bewältigen lassen. Dabei ist die Ärztin des Vertrauens unverzichtbar.


 

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