Blasenentzündung durch Sex? Tipps zur Vorbeugung!

Blasenentzündung durch Sex? Tipps zur Vorbeugung!

Eine Blasenentzündung durch Sex, auch als Honeymoon-Zystitis bekannt, ist unangenehm und lässt sich vermeiden. Erfahre hier mehr dazu!

Blasenentzündung durch Sex
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Blasenentzündungen können schmerzhaft sein. Aber mit ein paar guten Tipps kannst du sie vorbeugen.

Wenn es beim Wasserlassen nach dem Liebesakt zwickt und brennt, ist das nicht nur unangenehm, sondern eventuell auch ein Hinweis auf eine sogenannte Honeymoon-Zystitis. Vor allem Frauen betrifft das häufig nach dem ersten Mal, bei neuem Partner oder wenn das Immunsystem geschwächt ist. Erfahre hier mehr und wie du einer Blasenentzündung durch Sex vorbeugen kannst.

Honeymoon-Zystitis richtig vorbeugen

Unser Körper ist komplex – mit einigen Vorsichtsmaßnahmen kannst du ihn aber gut vor einer schmerzhaften Blasenentzündung schützen. Probiere die Tipps aus, um so einer Honeymoon-Zystitis (Flitterwochen-Blasenentzündung) vorzubeugen.  

Eine gesunde Lebensweise und entzündungshemmende Lebensmittel können prinzipiell förderlich sein, um zukünftige Harnwegsinfekte zu verhindern. Die richtige Ernährung bei Blasenentzündung kann grundsätzlich positive Effekte auf den Körper haben und ihn unterstützen.  

Auch wenn das etwas unromantisch klingen mag: Nach dem Sex empfiehlt es sich, zur Toilette zu gehen. Denn das Wasserlassen befördert potenzielle Erreger auf dem schnellsten Weg wieder aus dem Körper, sodass sie sich gar nicht erst ansiedeln. Trinke kurz vor dem Liebesakt oder direkt danach ein großes Glas Wasser, dann fällt dir die Blasenentleerung leichter.  

Abwechslung beim Sex ist gut und gewollt. Achte jedoch unbedingt darauf, keinen Vaginalverkehr nach dem Analsex zu praktizieren, denn Darmbakterien sollten nicht in die Scheide gelangen. Wer ein Kondom verwendet, sollte es auf jeden Fall wechseln und entsprechende Hygienemaßnahmen beachten, um einer Honeymoon-Zystitis vorzubeugen.  

Diaphragmen und Spermizide (spermienabtötende Mittel) können ebenfalls die Ansiedelung unliebsamer Bakterien im Scheidenbereich begünstigen und eine unangenehme Blasenentzündung nach dem Sex verursachen. Lass dich am besten beim Gynäkologen zu verschiedenen Verhütungsmethoden beraten. Wähle dann das passende Mittel aus, um weitere Infekte zu vermeiden.  

Bei der Intimhygiene heißt es: Weniger ist mehr. Setze auf eine schonende Reinigung mit warmem Wasser und verzichte möglichst auf Pflegeprodukte. So bleibt das Scheidenmilieu im Gleichgewicht und dient als natürlicher Schutz vor Erregern.  

Wer von wiederkehrenden Blasenentzündungen geplagt ist, kann auch von einer Antibiotika-Langzeittherapie oder einer Einmalgabe nach dem Sex profitieren.  Dein Arzt kann dich mit Sicherheit beraten, was als vorbeugende Maßnahme für dich infrage kommt.    

Wie kommt es zu einer Blasenentzündung durch Sex?

Frauen haben rein anatomisch gesehen schon ein deutlich höheres Risiko, an einer Blasenentzündung zu erkranken als Männer - das bestätigt der Berufsverband der Frauenärzte e.V. 

Ihre Harnröhre ist kürzer, wodurch Bakterien (meist Escherichia coli-Bakterien) leichter in die Harnwege gelangen.  Gerade bei frisch Verliebten, in den Flitterwochen oder beim Wiedersehen nach längerer Zeit spielt Sex bei vielen Paaren eine wichtige Rolle. Die Reibung beim Liebesspiel reizt jedoch die Genitalschleimhäute. Bakterien können dadurch leichter eindringen und sich ansiedeln. Bei einer Honeymoon-Zystitis verursachen sie genau wie bei jedem anderen Harnwegsinfekt eine oft schmerzhafte Entzündung der Schleimhäute. Verschiedene äußere Umstände können eine Infektion begünstigen. Folgende Faktoren führen womöglich zur Blasenentzündung nach dem Sex:   

  • familiäre Veranlagung  
  • geschwächtes Immunsystem  
  • Nutzung von Spermiziden oder Diaphragmen  
  • Hormonveränderungen in den Wechseljahren  
  • unvorteilhafte Ernährung  
  • gereizter Intimbereich  
  • unausgewogenes Scheidenmilieu  
  • Analsex  

Auch können sich die Bakterien einer infizierten Person bei ungeschütztem Sex auf den Partner übertragen und eine Blasenentzündung verursachen.  

Woran lässt sich eine Honeymoon-Zystitis erkennen?

Die Blasenentzündung durch Sex macht sich vor allem durch Brennen beim Wasserlassen, Unterleibsschmerzen, häufigem Harndrang und vermehrten Toilettengängen mit nur geringen Urinmengen bemerkbar. Somit treten die gleichen Symptome wie bei einer „normalen“ Blasenentzündung auf. Fieber oder Blut im Urin können vorkommen, es ist aber nur selten der Fall.  

Wichtig zu wissen: Eine Honeymoon-Zystitis ist zwar ein Infekt aber keine Geschlechtskrankheit. Während dieser Zeit solltest du möglichst auf Sex verzichten, damit die entzündeten Schleimhäute keiner weiteren Reizung ausgesetzt werden. Vermutlich ist dir während einer Blasenentzündung sowieso nicht nach Sex, da es in vielen Fällen ohnehin schmerzt. Entsprechende Verhütungsmittel wie Kondome können zwar den Partner vor einer Ansteckung schützen, besser wäre jedoch ein Verzicht, damit dein Körper sich ausreichend regenerieren kann. Laut dem Bundesministerium für Gesundheit klingen ungefähr nach einer Woche klingen die Beschwerden einer Zystitis in der Regel ab.   

Was hilft bei einer Blasentzündung durch Sex?

Wenn die Blasenentzündung unvermeidbar war und ein Infekt besteht, empfiehlt es sich vor allem viel zu trinken. Empfehlenswert sind dabei zum Beispiel harntreibende Blasentees und stilles Wasser. Durch die erhöhte Flüssigkeitszufuhr musst du häufiger auf die Toilette und die Bakterien werden so aus dem Körper geleitet.

Auch Wärme (zum Beispiel Wärmflasche oder Körnerkissen) kann die Schmerzen lindern. Bei 30 bis 40 Prozent der Frauen heilt eine unkomplizierte Zystitis ohne Medikamente. Tritt keine Symptomverbesserung ein oder liegt eine komplizierte Blasenentzündung vor, ist eine kurzzeitige Antibiotikagabe notwendig. Besprich die passende Behandlungsmethode am besten mit einem Arzt.

Verwendete Quellen: Fachgesellschaft für Ernährungstherapie und Prävention, Bundesärztekammer, Berufsverband der Frauenärzte e.V., Bundesministerium für Gesundheit 

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