17. August 2020
Behandlung von Lippenherpes durch diese 7 Hausmittel

Behandlung von Lippenherpes durch diese 7 Hausmittel

Wenn der Blick in den Spiegel kleine Bläschen auf der Lippe erkennen lässt, wurden Sie von Herpes erwischt. Wobei diese Bezeichnung nicht ganz korrekt ist, denn fast 90 Prozent der Weltbevölkerung sind mit Herpesviren infiziert und tragen diese ihr gesamtes Leben mit sich.

Schöne Lippen von einer Frau an einer Rose
© Pexels

Ob diese Infektionskrankheit, die an unterschiedlichen Körperstellen auftreten kann, zum Ausbruch kommt, liegt an unterschiedlichen Faktoren.
 

Was ist Herpes - Symptome einer Lippenherpesinfektion

Durch die Herpesviren entstehen kleine Bläschen (sogenannte Fieberbläschen) auf der Haut und den Schleimhäuten. Die Blasen jucken, nässen und sollten nicht aufgestochen werden, da ansonsten eine zusätzliche Infektion durch die ansteckende Flüssigkeit entstehen kann. 

Die Lippe weist an der betroffenen Stelle eine Wulst auf, die durch viele kleine Pusteln entsteht, die sich dicht nebeneinander befinden. Optisch sind die Bläschen mit einem Blumenkohlröschen vergleichbar. Die Pusteln vergrößern sich im Laufe der Infektion derart, dass sie über die Lippe hinausgehen. Ober- und Unterlippe sind dabei gleichermaßen betroffen. 

Betroffene klagen nicht nur über das juckende Hautgefühl und den Druck innerhalb der Lippe. Unter Umständen treten zusätzliche Symptome auf, die einer Erkältung mit Fieber, Kopfschmerzen, Übelkeit und Müdigkeit ähnlich sind. Herpes kann auf den Lippen im Gesicht und im Genitalbereich auftreten.

Neben Salben und Cremes, die den Wundbereich austrocknen und desinfizieren, gibt es noch weitere Wirkstoffe gegen Lippenherpes, die sich bewährt haben. Speziell die Aminosäure Lysin, die in hochkonzentrierter Form in dem Präparat Lyranda enthalten ist, kann den Entzündungsbereich eindämmen und das Jucken lindern. Hier gilt es, verschiedene Präparate auszuprobieren und auch zu kombinieren, um die Virusinfektion schnell in den Griff zu bekommen.



Ansteckung und Ausbruch

Beim Lippenherpes werden die Viren u.a. durch das Küssen übertragen. Daher werden die meisten Menschen schon in ihrer Kindheit mit Herpes infiziert. Ein Kuss der Mutter reicht aus, um den Virus auf das Kind zu übertragen. Anschließend kann sich der Erreger im Körper einnisten. Dazu nutzt der Virus Nervenbahnen, an denen er bis zu einer Nervenzelle wandert, sich dort einquartiert und nicht selten viele Jahre ruht, bevor er erstmals aktiviert wird. 

Da sich der Virus in einer Nervenzelle versteckt, spielt die Psyche eine ganz entscheidende Rolle bei der Aktivierung. Häufig sind es Dinge, vor denen wir uns ekeln oder am liebsten weglaufen wollen, die den Ausbruch bewirken. Einen Tag später ist die Lippe angeschwollen, mit kleinen Bläschen übersät und juckt ganz fürchterlich. 

Neben dem psychischen Stress (Ekel und Abwehr) nennt die Medizin weitere Faktoren, die eine Symptomentstehung begünstigen:

- physische Belastung
- Infektionskrankheiten wie Grippe oder eine Erkältung
- Hormonschwankungen
- Sonnenbrand (UV-Strahlung)
- Klima
- Kortison
- geschwächtes Immunsystem

Wurde der Erreger aktiviert, kann es immer wieder zu Folgereaktionen kommen. Für eine beginnende Herpesinfektion sind ein Kribbeln und das juckende Gefühl im Bereich der Lippen ganz typisch. Meist entsteht der Drang, die Lippen häufig zu befeuchten, um die beginnende Schwellung "wegzuwischen" und das Spannungsgefühl zu minimieren. Die Bläschen tauchen direkt auf der Ober- oder Unterlippe auf, manchmal entwickeln sie sich auch im Mundwinkel. Dort ist der Verlauf besonders schmerzhaft, da die Haut an dieser Stelle schnell einreist und zusätzliche Schmerzen auslöst. 


Der Phasenverlauf

Lippenherpes verläuft in einem Schub, der in einzelne Phasen unterteilt wird:

1. Frühphase:
Die Haut beginnt zu spannen, kribbelt und es ist zu spüren, dass sie an einer Stelle dicker und aufgeworfener ist. 

2. Rötungsphase:
Die Haut bildet schmerzende Papeln aus, die sich über ein bis zwei Zentimeter ausdehnen können.

3. Bläschenphase:
In den Pusteln bildet sich Flüssigkeit, die das Spannungsgefühl und Jucken verstärkt. Die Flüssigkeit ist hochansteckend, daher die Finger vom Gesicht und dem Mundbereich fernhalten.

4. Wundphase:
Brechen die Papeln auf, läuft die Flüssigkeit aus. Der gesamte Herpesbereich wird zu einer großen Wunde. 

5. Verkrustungsphase:
Es bildet sich Wundschorf, der als Kruste den Bereich der Infektion bedeckt. Die Haut spannt und juckt, während der sich bildende Schorf die nässende Wunde verschließt.


Können bei Lippenherpes Hausmittel helfen?

Lippenherpes ist eine Infektion, die in den meisten Fällen innerhalb von 10 Tagen selbstständig abheilt. Die Symptome sind unangenehm und nicht selten meiden Betroffene den Kontakt zur Außenwelt. Wenn Sie den Heilungsprozess unterstützen wollen, braucht es keine chemischen Keulen. Natürliche Hausmittel haben sich vielfach bewährt, auch wenn Sie trotzdem Geduld bis zur vollständigen Heilung aufbringen müssen. Die Symptome lassen sich schnell eindämmen, das Abheilen der Haut beansprucht hingegen seine Zeit. 

Folgende Lippenherpes Hausmittel unterstützen den Heilungsprozess und lindern das Jucken und Spannen:

1. Honig
Honig ist ein Universalmittel, wenn es um die Heilung der Haut geht. Hautunreinheiten, Pickel, Pusteln oder die Pubertätsakne bessern sich beim regelmäßigen Auftragen des Naturmittels. Honig entfaltet seine heilende Wirkung gegenüber Bakterien und Viren und wird deshalb gerne bei Erkältungskrankheiten, Hautproblemen und Pilzinfektionen eingesetzt. Schon zu Zeiten der Weltkriege wurde Honig als desinfizierendes und Wunden verklebendes Heilmittel eingesetzt. Er wird mit einem Wattestäbchen auf die Herpespusteln aufgetupft und bildet somit eine Schutzschicht. 

2. Zwiebel
Zwiebeln helfen nicht nur bei Ohrenschmerzen, Mückenstichen, Rheuma oder Haarausfall. Auch Herpes hat keine Chance, wenn die entsprechenden Stellen mit Zwiebelsaft betupft werden. Das Jucken beruhigt sich und die Lippe schwillt nicht so dick an. Sollten die Bläschen aufgeplatzt sein, ist Vorsicht geboten. In diesem Fall wird es beim Auftragen etwas brennen. 

3. Lysin
Lysin ist zwar kein typisches Hausmittel, es soll bei dieser Aufzählung trotzdem genannt werden, da Betroffene gute Erfahrung mit diesem Wirkstoff gemacht haben. L-Lysin ist eine Aminosäure, die als Gegenspieler für eine andere Aminosäure namens L-Arginin auftritt, durch die das Wachstum der Herpesviren unterstützt wird. Sie hilft beim Aufbau der Eiweißschicht, die das Virus wie einen Schutzmantel umhüllt. Während L-Arginin das Wachstum der Herpesviren fördert, macht L-Lysin genau das Gegenteil - es hungert die Viren aus. Gleichzeitig wird durch L-Lysin die Kollagenherstellung unterstützt, sodass sich das Gewebe schneller erholen und rückbilden kann. Nehmen Sie Lysin in hochdosierter Form ein, wird dadurch die Aktivität von L-Arginin gehemmt und die Viren haben weniger Eiweiß für den Aufbau ihrer Schutzhülle zur Verfügung. 

Lysin findet sich als Aminosäure in Eiweißen und ist beispielsweise für den Aufbau der Muskulatur und der Haut von Wichtigkeit. Gleichzeitig stärkt es das Immunsystem und kann helfen Herpes vorzubeugen. Das bedeutet, dass eine lysinreiche Ernährung unterstützen kann, den Ausbruch von Lippenherpes zu vermeiden. Die Aminosäure ist u.a. in Rindfleisch und Parmesan-Käse zu finden. 

Mit dem Kautablettenpräparat Lyranda lässt sich der Verlauf von Lippenherpes positiv beeinflussen. In dem Präparat sind neben Zink, Vitamin D und Lysin sieben weitere wichtige Nährstoffe enthalten, die im Zusammenspiel dafür sorgen, dass ein Herpesschub viel schwächer und kurzzeitiger erfolgen kann. Die Pusteln verschwinden schneller, die betroffene Hautfläche ist wesentlich kleiner und auch das Jucken tritt nicht so intensiv auf. 

4. Melissentinktur
Melisse erschwert den Viren das Eindringen in die Zelle, wodurch die Ausbreitung verhindert wird. Melissentinktur ist in der Apotheke erhältlich. Sie können diese aber auch selbst herstellen, indem Melissenblätter mit kochendem Wasser übergossen und zehn Minuten zum Ziehen stehen gelassen werden. 

In klinischen Studien wurde die Symptomlinderung durch Melissenextrakt nachgewiesen. Besonders im Anfangsstadium der Infektion zeigt Melisse in hochkonzentrierter Form ihre Wirkung. Melisse ist übrigens der einzige Wirkstoff, der für Kinder (ab 1 Jahr), Schwangere und Erwachsene jeden Alters geeignet ist.

5. Knoblauch
Knoblauch ist wie die Zwiebel ein Universalmittel. Es wirkt gegenüber Bakterien, hat einen positiven Einfluss auf das Immunsystem und stärkt alle Körperorgane in ihrem Aufbau und ihrer Funktionsweise. Sobald Sie das Kribbeln spüren, das den Ausbruch von Lippenherpes ankündigt, tupfen Sie den Saft einer aufgeschnittenen Knoblauchzehe auf die Lippen. Sie können den Knoblauch auch pressen und ausdrücken, um den Saft anschließend aufzufangen oder um den Knoblauchbrei direkt aufzutragen. 

Knoblauch wirkt antibakteriell und obwohl Viren die Ursache einer Herpesinfektion sind, hilft Knoblauch, den Krankheitsverlauf zu besänftigen. Das hängt mit der positiven Wirkung auf das Immunsystem zusammen, das auf diese Weise gestärkt wird und die Viren zunehmend abwehren kann. 

6. Zink
Obwohl Zink nicht zu den typischen Hausmitteln zählt, ist der Mineralstoff trotzdem eine gute Unterstützung wenn es um die Bekämpfung von Herpes geht. Zink spielt bei der Immunabwehr eine große Rolle, unterstützt das Zellwachstum und hat eine entzündungshemmende Wirkung. Wenn Sie oder Ihr Nachwuchs schon mit Windpocken konfrontiert waren, werden Sie die juckreizstillende Wirkung von Zinkpräparaten kennen. Normalerweise lässt sich Zink durch eine ausgewogene Ernährung in ausreichender Menge aufnehmen. Ist das nicht gegeben, fehlt dem Immunsystem ein wichtiger Mineralstoff zur Abwehr und entzündliche Prozesse können im Körper schneller und längerfristig auftreten. 

7 bis 10 Milligramm sind laut der Gesellschaft für Ernährung notwendig, um den täglichen Zinkbedarf zu decken. Nüsse und Hülsenfrüchte liefern neben anderen Lebensmitteln den höchsten Anteil dieses Minerals und stärken die Immunabwehr. Ist das Virus ausgebrochen, sorgen Salben mit Zink für das Austrocknen der Wunde und stoppen seine Ausbreitung. 

7. Teebaumöl
Teebaumöl ist ebenfalls ein bekanntes Hausmittel, das bei jeder Art von Entzündungen im Mundbereich, auf der Haut sowie bei bakteriellen Infektionen angewendet wird. Die Blätter und Zweige des Teebaums sind die Lieferanten für das ätherische Öl, das auch bei den sogenannten Fieberbläschen einer Herpesinfektion heilende Wirkung zeigt. 

Teebaumöl darf nur in verdünntem Zustand angewendet werden, weil das Öl in konzentriertem Zustand Hautreizungen verursachen kann. Das Teebaumöl wird mehrmals täglich mit einem Wattestäbchen aufgetragen und kann auch prophylaktisch angewendet werden. Bei Kindern sollten Sie auf dieses Hausmittel verzichten, da Kinderhaut sehr sensibel ist und nach sanfteren Behandlungsmitteln verlangt. Testen Sie vor der Anwendung auch, ob Sie möglicherweise allergisch auf das Öl reagieren, indem Sie etwas Öl auf die Haut des Unterarms streichen. Treten Rötungen auf oder beginnt die Hautpartie zu brennen, sollten Sie dieses Hausmittel nicht anwenden. 
Neben den genannten Hausmitteln und Präparaten helfen auch Apfelessig, Aloe Vera oder Grüner Tee, den Ausbruch des Virus in Schach zu halten oder den Verlauf der Infektion zu verkürzen. Wenn Sie zu vermehrten Herpesausbrüchen neigen, vermeiden Sie die genannten Auslöser und unterstützen Sie Ihr Immunsystem mit einer ausgewogenen Ernährung und bei Bedarf mit Nahrungsergänzungsstoffen. Probieren Sie bei den ersten Anzeichen von Lippenherpes das Hausmittel Ihrer Wahl aus und benutzen Sie diese Wirkstoffe im Vorfeld, um einen möglichen Ausbruch frühzeitig zu unterbinden.


 

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