Aufsicht der Kinder: Wann sind wie viel Kontrolle und Betreuung notwendig?

Aufsicht der Kinder: Wann sind wie viel Kontrolle und Betreuung notwendig?

Kinder bereichern den Alltag und zaubern ein Lächeln ins Gesicht der Eltern. Auch wenn diese Aussage durchaus aus dem Leben gegriffen sein kann: Kinder haben auch eine andere Seite. Sie wollen schon sehr früh ihre Umgebung erkunden, müssen alles in den Mund nehmen und sind kaum in ihrem Entdeckerdrank zu bremsen. Später sind sie mit Freunden unterwegs und machen auch schon mal eine Baustelle unsicher. Wie können und müssen Eltern hier einer angemessenen Aufsicht nachkommen?

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Angesichts hoher Erwartungen der Gesellschaft an moderne Eltern, die schon beim ersten Mal gefühlt alles richtigmachen sollen, reagieren Mütter und Väter schnell verunsichert und überfordert. Dabei muss ein sehr differenzierter Blick auf dieses Thema gerichtet werden. Und es gibt viele Aspekte, die Eltern mitunter gar nicht bewusst sind. Hierzu zählt, dass Kinder bis zum Alter von sieben Jahren als nicht deliktfähig gelten – was unter anderem große Auswirkung auf Maßnahmen zur Absicherung hat.

Der wichtigste Grundsatz: Die Kinder vor ernsten Schäden bewahren

Wie weit müssen Eltern in der Betreuung und Aufsicht ihrer Kinder gehen? Keine besonders leicht zu beantwortende Frage. In der Praxis spielt sehr stark eine Rolle, wie alt und geistig entwickelt der Nachwuchs ist. Geht es um Haftungsfragen, stellen die Gerichte eine Frage: War ein Kind überhaupt in der Lage, die Folgen seiner Handlung einzuschätzen und Schäden vorherzusehen?

Ernsthafte Gefahren und Gegenmaßnahmen: Zwei Beispiele

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Eltern müssen aber nicht nur diesen Aspekt im Fokus haben. Gerade die Gesundheit der Heranwachsenden muss sehr viel Aufmerksamkeit verdienen. Vergiftungen oder auch das Spielen mit Feuer rufen in Erinnerung, wie schnell aus einer harmlosen Spielerei bitterer Ernst werden kann. Doch was lässt sich konkret dagegen tun?

1. Giftige Substanzen außerhalb der Reichweite von Kindern aufbewahren

Kinder sind neugierig und wollen Dinge ausprobieren. Eltern sind gut beraten, diesen Trieb ihrer Kinder zu fördern. Trotzdem ist es gerade bei den Kleinen wichtig, schlimme Gefahren – etwa durch giftige Pflanzen oder Reinigungsmittel – außerhalb der Reichweite der Kinder aufzubewahren. 

2. Brandschutzmaßnahmen beachten

Feuer gehört zum Leben und begegnet uns immer wieder. Aus diesem Grund ist es schwierig, diese Gefahrenquelle ganz aus dem Alltag der Kinder zu verbannen. Trotzdem existieren zahlreiche Möglichkeiten, das Risiko potenzieller Probleme zu senken, indem zum Beispiel Feuerzeuge oder Streichhölzer ebenfalls nicht in der Reichweite der Kleinen liegen gelassen werden. 

Darüber hinaus helfen jedoch auch Brandschutzmaßnahmen dabei, im Falle der Gefahr schnell genug reagieren zu können. In Bezug auf Rauchwarnmelder haben die Landesregierungen mit entsprechenden Normen selbst festgelegt, wie wirkungsvoller Gefahrenschutz im Brandfall aussehen kann. So müssen in jedem Kinderzimmer (neben dem Schlafzimmer) entsprechende Rauchwarnmelder installiert sein. Zusätzlich kann es sich als sehr hilfreich erweisen, einen kleinen Feuerlöscher im Haus zu haben. 

Eltern haben die Abwehr beider Gefahrenbereiche (Haftungsfragen und Gefahrenabwehr) in ihre Überlegungen einzubeziehen. 

Eltern haften für ihre Kinder: Was sagt der Gesetzgeber?

Eltern haften für ihre Kinder! Diese Aussage ist immer noch gängige Praxis, wenn es beispielsweise um die Absicherung von Gefahrenstellen geht. Der Schriftzug am Bauzaun um die Ecke ist aber – zumindest nach allgemeiner Rechtsauffassung – nutzlos. Gerade bei einem Themenkreis, welcher sich mit elterlicher Kontrolle befasst, wird die Haftungsfrage fast schon zwangsläufig berührt.

In diesem Moment kollidieren übrigens verschiedene Interessen miteinander. Eltern wollen (und sollen) Kindern eigene Erfahrungen ermöglichen. Hierzu gehören auch Fehler, aus denen der Nachwuchs lernen kann. Allerdings wollen Eltern nicht riskieren, dass der Nachwuchs unnötig verletzt wird oder sie plötzlich bis ans Lebensende Schadenersatz zahlen zu müssen. 

Kinder als Vorsichtsmaßnahme einzusperren, wäre jedoch eine Straftat nach § 239 StGB und erfüllt den Tatbestand der Freiheitsberaubung.

Altersgrenzen für die Haftung von Kindern:

  1. bis sieben Jahre – Kinder sind grundsätzlich deliktunfähig
  2. bis zehn Jahre – Deliktunfähigkeit im Straßenverkehr
  3. sieben bis 18 Jahre – deliktfähig nach individueller Beurteilung

Was gilt den nun in Bezug auf die Haftung? Bis zum 7. Lebensjahr sind Kinder deliktunfähig. Damit kann ein Schaden den Eltern nicht einfach zur Last gelegt werden. Auf diesem „Privileg“ der Deliktunfähigkeit dürfen sich Eltern nicht ausruhen. Es greift immer noch die Haftung bei Aufsichtspflichtverletzung. Einfaches Beispiel: Im Supermarkt verwarnt die Mutter den Nachwuchs, sich einem Stapel Dosen nicht zu nähern. Dieser greift trotzdem zu – es entsteht durch die umfallenden Dosen ein Sachschaden.

Der Ladenbesitzer kann diesen nicht einfach auf die Eltern abwälzen. Entscheidend ist für die Beurteilung aber immer der individuelle Einzelfall. Hierbei kommt es nicht nur darauf an, dass auf Gefahren hinweisen und die elterliche Aufsicht nicht schuldhaft verletzen. Beurteilt wird in diesem Zusammenhang auch, inwiefern bei Kindern das Bewusstsein für die Tragweite ihrer Handlungen vorhanden ist. Eltern müssen in diesem Zusammenhang immer abschätzen, was sie ihrem Nachwuchs zutrauen können – und wo Kinder noch an Grenzen stoßen.

Elterliche Sorge in verschiedenen Lebensphasen der Kinder

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Die ersten Monate

In den Monaten direkt nach der Geburt braucht ein Kind sehr intensiven Kontakt mit seinen Eltern. Kontrolle und Aufsicht stehen allerdings noch nicht im Vordergrund. Der Grund ist simpel: Ein Neugeborenes verbringt ca. 80 Prozent bis 90 Prozent des Tages mit Schlafen.

Beginnende Mobilität bei Säuglingen

Diese Phase hält über mehrere Monate an. Allmählich beginnt der Nachwuchs mobiler zu werden. Er lernt:

  • die Drehung von der Rücken- in die Bauchlage
  • das Heben des Köpfchens
  • die Beinbewegung zu koordinieren

Spätestens ab diesen Zeitpunkt müssen Eltern ihrem Kind mehr Aufmerksamkeit schenken. Es ist nun in der Lage, sich langsam von A nach B zu bewegen. 

Gerade auf dem Wickeltisch kann es zu der einen oder anderen gefährlichen Situation kommen.

Sobald sich der Nachwuchs selbständig aufrichten und krabbeln kann oder vielleicht schon erste Gehversuche wagt, ist kein Zimmer mit offener Tür mehr sicher. In einer Miet- oder Eigentumswohnung ohne Treppen existiert eine Gefahrenquelle weniger. Eltern mit Kindern zwischen dem 6. bis 9. Monat werden spätestens jetzt an entsprechende Sicherungsmaßnahmen denken müssen.

Entdecker mit dem Mund

Ein sehr wichtiger Aspekt betrifft das Thema Erkunden mit dem Mund. Viele Eltern und Großeltern sind anfangs amüsiert, dass der Nachwuchs alles versucht in den Mund zu stecken. Säuglinge zeigen damit keinen Hunger an. In einer Phase der Individualentwicklung wird die Welt mit dem Mund erkundet, da der Tastsinn noch nicht gut genug entwickelt ist.

In dieser Phase müssen Eltern sehr weit vorausdenken, damit Kinder keine Kleinteile verschlucken oder giftige Pflanzen in die Finger bekommen können – egal ob im Haus oder draußen. Sofern Vertreter giftiger Zimmerpflanzen im Haushalt zu finden sind, werden sie am besten außerhalb der Reichweite von Kindern aufgestellt.

 TIPP

Ob ein Kind in diesem Alter viel oder wenig Aufsicht braucht, kann individuell verschieden sein. Einige Kinder sind in ihrem Entdeckerdrang eher zurückhaltend, anderen Säuglingen kann es mit der Mobilität und der Aufbruchsstimmung nicht schnell genug gehen. Diese stellen die Geduld ihrer Eltern meist sehr schnell auf die Probe.

Die Kleinkindphase

Spätestens nach 18 Monaten haben die meisten Kinder entdeckt, wieviel schneller die Fortbewegung auf zwei Beinen ist. Ab diesem Zeitpunkt ist der Nachwuchs auch soweit herangewachsen, dass Schubladen in der Schrankwand geöffnet werden können. Oder Eltern stellen zu ihrer Überraschung fest, dass die eine oder andere Schranktür offensteht – und der Nachwuchs auf einer alten DVD-Hülle kaut.

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Klingt im ersten Moment harmlos. In der Kleinkindphase finden sich Eltern allerdings immer wieder in Notaufnahmen der Krankenhäuser wieder – weil der Nachwuchs den Schrank mit Waschmittelpackungen gefunden hat. Oder im Bad entdeckt hat, dass aus einigen Tuben bunte Flüssigkeiten hervorquellen.

Die von einem teils erheblichen Bewegungs- und Entdeckerdrang gekennzeichnete Kleinkindphase, welche sich im Kindergarten fortsetzt, hält Eltern ständig auf Trab. Gefragt ist nicht nur Aufsicht (am besten rund um die Uhr), sondern auch eine gewisse Voraussicht. Schranktüren und Regale lassen sich mit Klebe-Schnappverschlüssen sichern, in Steckdosen werden spezielle Kindersicherungen eingebaut. 

In diesem Alter entwickeln sich Kinder auch zu kleinen Wasserratten. Was auf keinen Fall passieren darf: Kinder zwischen zwei bis drei Jahren allein zu lassen – besonders nicht im Garten mit Pool oder dem Schwimmbad.

Das Kindergartenalter

Sobald Kinder in der Kita betreut werden, verändern sich Aufsicht und Kontrolle. Eltern und Kita teilen sich die Aufsicht. Welche Auswirkungen hat dies in der Praxis? Der Nachwuchs kann in dieser Phase regelmäßiger und häufiger allein spielen. Dies bedeutet natürlich nicht, dass sich Kinder zwischen drei bis sechs Jahren einfach sich selbst überlassen werden.

Beim Besuch im Park sieht das Ganze oft so aus, dass Eltern sich in einigen Abstand zum Kind aufhalten, es sich aber in Sicht- und Rufweiter bewegt. Natürlich wollen Kinder im Kita-Alter nach wie vor von Erwachsenen beschäftigt werden. Eltern und Großeltern sind immer noch die hauptsächlichen Bezugspersonen. Gemeinsames Spielen mit Gleichaltrigen oder eine Beschäftigung allein entwickeln sich in dieser Phase erst.

Geteilte Aufsichtspflicht im Kita-Alter zwischen:

  • Eltern
  • Großeltern
  • Betreuungseinrichtung

Besucht der Nachwuchs eine Kita, geht in dieser Zeit die Aufsichtspflicht – und damit die Kontrollverantwortung – auf die Betreuungseinrichtung über. Wie umfassend Aufsichtspflichten bei einem Drei- bis Sechsjährigen sein können, haben in der Vergangenheit immer wieder Gerichtsentscheidungen bewiesen.

Diese Verfahren, welche zu recht unterschiedlichen Ergebnissen gekommen sind, zeigen aber auch die Gefahren für Kinder dieser Altersgruppe. Gerade das Risiko einer Vergiftung oder des Ertrinkens darf nicht unterschätzt werden. Zu einer Falle für Kinder zwischen drei Jahren und sechs Jahren kann bereits eine mit nur wenigen Zentimetern Wasser gefüllte Wanne werden. 

Achtung: Eltern beobachten in dieser Altersgruppe deutliche Sprünge in der Entwicklung. Zwei- bis Dreijährige sind mit dem Rutschauto unterwegs und noch relativ gut zu kontrollieren. Sobald der Nachwuchs in der Koordination gefestigt ist und aufs Laufrad „umsteigt“ wird die Mobilität draußen auch für den Straßenverkehr eine zunehmende Herausforderung. Eltern müssen in diesem Zusammenhang besonders viel Aufmerksamkeit an den Tag legen. Zudem ist es sinnvoll, so früh wie möglich altersgerecht mit der Verkehrserziehung zu beginnen.

Die Grundschulzeit

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Sobald Kinder aus der Kita in die Schule wechseln, müssen Eltern die Zügel in vielerlei Hinsicht anders in die Hand nehmen. In der Grundschule beginnt nicht einfach nur ein neuer Lebensabschnitt. Plötzlich müssen sich Kinder mit vielen neuen Gleichaltrigen, den Lehrern und Schülern höher Klassen auseinandersetzen. Hier macht die geistige Entwicklung einen erheblichen Sprung.

Gleichzeitig wachsen Kinder heran, gewinnen an körperlicher Stärke und verbessern ihre motorischen Fähigkeiten. Bedeutet aber auch: Der Nachwuchs will sich ausprobieren. Im Hort kommt es zu Rangeleien und nach der Schule sind Kinder spätesten ab der 3. oder 4. Klasse gern auch mit Freunden unterwegs. Und die Eltern können nicht permanent danebenstehen.

Übrigens: Diese zunehmende Selbständigkeit ist durchaus erwünscht. Gerichte sehen in Verfahren rund um Aufsichtspflicht und elterlicher Sorge hierin regelmäßig einen natürlichen Prozess – und urteilen mitunter im Sinne der Kinder bzw. von Eltern.

Mütter und Väter müssen in diesem Zusammenhang allerdings individuelle Charakterzüge ihrer Kinder berücksichtigen. Hat der Nachwuchs in der Vergangenheit einen gewissen Hang zum Zündeln gezeigt, wird von Eltern beispielsweise verlangt, Kinder engmaschig zu überwachen – in einer Form, welche die Aufsicht bei vielen anderen Gleichaltrigen übersteigt. In einem entsprechenden Verfahren hat der BGH (Bundesgerichtshof) gegen eine alleinerziehende Mutter entschieden.

Die Pubertät

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Die Pubertät ist eine besonders schwierige Phase hinsichtlich der Aufsicht und Kontrolle von Kindern. Der Nachwuchs befindet sich auf dem Weg vom Kindsein zum Erwachsenen. Die biologischen Veränderungen wirken sich auch auf das Verhalten aus. Einige Eltern-Kind-Beziehungen leiden nicht darunter, in anderen Familien werden Spannungen jeden Tag größer.

Trotzdem greift auch hier immer noch die Pflicht zur elterlichen Aufsicht. Generell stehen Gesetzgeber und Gerichte Jugendlichen zwischen 13 Jahren bis 18 Jahren bereits einen erheblichen Rahmen zur Selbstverwirklichung zu. Erschwert werden Aufsicht und Kontrolle durch die große Affinität zu digitalen Medien. Jugendliche bewegen sich viel im Netz und sozialen Netzwerken. Es rücken auf der Agenda andere Themen nach oben wie:

  1. Filesharing
  2. Urheberrechtsverstöße beim Streaming
  3. Mobbing
  4. Sextortion (Erpressung mit Nacktbildern) usw.

Diese Themen berühren nicht nur strafrechtlich relevante Aspekte, sondern auch das Zivilrecht – was mit hohen Schadenersatzforderungen bewehrt sein kann. Eltern müssen ihre Kinder auf diese Aspekte aufmerksam machen und auch beim Thema digitale Medien erziehen. Dabei kann es – so Teile der Rechtsprechung – allerdings nicht bleiben. In einem altersgerechten Rahmen müssen Eltern ihre jugendlichen Kinder auch beaufsichtigen.

Wenn die Kinder erwachsen werden

Bin ich auch für meine erwachsenen Kinder verantwortlich. Bis auf wenige Ausnahmen lautet die Antwort hier: Nein. Ab 18 Jahren gelten Kinder als voll deliktfähig – und müssen für ihre Handlungen selbst geradestehen. Ausnahmen können eine geistige Behinderung sein, welche eine fortwährende Aufsicht und Kontrolle im Erwachsenenalter notwendig machen.

Aber auch, wenn Eltern ihre Kinder zu „Erfüllungsgehilfen“ machen, ist eine gewisse Aufsicht wiedergegeben. Allerdings gilt diese Aufsichtspflicht nur Sektor bezogen. Beispiel: Der Sohn im Haus der Eltern, im Winter übertragen sie ihm Räumpflichten. Hier ist nach §831 BGB eine Haftung für den Verrichtungsgehilfen anzunehmen – was auch eine gewisse Aufsicht bedeutet.

Aufsicht und Kontrolle vergleichbar mit Kindern oder Jugendlichen ist ab 18 Jahren nicht mehr nötig. Aber: Aus dem Bürgerlichen Gesetzbuch ergibt sich ein Unterhaltsanspruch für Angehörige in gerader Linie. Dies bedeutet, dass zwar generell erwachsene Kinder einen Fürsorgeanspruch haben können. Dies umfasst aber nicht Haftungsansprüche nach § 823 BGB (Schadenersatzanspruch) oder Pauschalunterhalt. Kinder, die:

  • Berufsabschlüsse oder
  • Ausbildungen mehrfach abgebrochen

haben, können sich nicht einfach auf das Unterhaltsprivileg berufen. Dies ist nur innerhalb enger Grenzen möglich.

Kontrolle ist gut, vorsorgen noch besser

Egal, in welchem Alter der Nachwuchs gerade ist – Eltern haben immer etwas zu tun. Aufsicht, Kontrolle und Erziehung sind am Ende aber nur eine Seite der Medaille. Väter und Mütter müssen sich auch Gedanken darüber machen, wie Vorsorge aussehen kann. Einfaches Beispiel: Kinder verursachen einen Verkehrsunfall, den Eltern eine Verletzung der Aufsichtspflicht vorgeworfen. Allein gerichtliche Verfahren kosten schnell tausende Euro.

  1. Vorsorgen heißt, sich beispielsweise um Dinge wie eine Privathaftpflichtversicherung zu kümmern. Diese reguliert berechtigte Schäden bzw. wehrt Forderungen, die keine Grundlage haben, ab.
  2. Auf der anderen Seite heißt Vorsorge aber auch, sich zu fragen, wer bei Unfällen den Nachwuchs finanziell auffängt, wenn körperliche Schäden zurückbleiben. Hier bieten sich besondere Kinderschutztarife aus dem Bereich der Unfallversicherung an. 

Doch auch, wenn Eltern ihre Kinder versuchen, vor allen erdenklichen Risiken zu schützen – es muss nicht jede Versicherungspolice abgeschlossen werden. Eine private Erwerbsunfähigkeitsversicherung schießt auf jeden Fall übers Ziel hinaus.

 TIPP

Auch wenn Kinder nach dem Gesetz volljährig sind, können sie auch weiterhin in die elterliche Haftpflicht- oder Hausratversicherung eingeschlossen werden. Dies ist möglich, solange Kinder ihre Erstausbildung nicht abgeschlossen bzw. keinen eigenen Haushalt gegründet haben. 

Fazit: Elterliche Kontrolle an Alter und Entwicklungsstand anpassen

Eltern wollen für ihre Kinder nur das Beste, den Nachwuchs gleichzeitig aber auch vor Schaden schützen. Hier entsteht ein Dilemma. Einerseits ist vielen Müttern und Vätern klar, dass Kinder eigenständig Erfahrungen sammeln müssen. Allerdings bedeutet dies auch Risiken für die Allgemeinheit sowie die Gesundheit der Kinder. 

Es greifen Fürsorge, Erziehung und Aufsichtspflicht ineinander. Pauschal haften Eltern natürlich nicht, müssen sich mitunter aber mit dem Vorwurf einer Aufsichtspflichtverletzung konfrontieren. In der Praxis ist es mitunter schwierig, einen geeigneten Mittelweg zu finden. 

Eines ist daher unbedingt erforderlich: In der Erziehung – sprich beim Zusammenspiel zwischen Kontrolle und kindlicher „Freiheit“ – immer das Alter sowie die Einsichtsfähigkeit der Kinder im Auge zu behalten. Beides gibt die Rahmen vor, innerhalb dessen ein Kind Grenzen austesten kann. Bei einigen Heranwachsenden dürfen Eltern die Zügel etwas lockerer lassen, müssen sie bei anderen Kindern dafür straffer „anziehen“.

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