Alleinerziehend und traurig? Auf keinen Fall!

Fast drei Millionen Alleinerziehende gibt es in Deutschland. Sich ohne die Untertsützung eines Partners um die eigenen Kinder zu kümmern, wird in überraschend vielen Fällen zur plötzlichen Realität. Und während der anfängliche Fall in ein tiefes Loch ganz normal ist, gilt es irgendwann, wieder aufzustehen. Ein Blick auf die positiven Seiten des Lebens als "Single-Mom“ kann helfen. 

Mutter mit Kind

Alleinerziehend sein heißt nicht, traurig zu sein

Freiheit in jeder Hinsicht 

Es ist logisch, dass Beziehungen nicht enden, weil sie großartig waren. Meist haben Frauen in ihrer vergangenen Partnerschaft Zeiten erlebt, in denen sie sich selbst etwas anderes gewünscht haben. Ob eingeschlafene Liebe, Untreue oder andere große und kleine Probleme: Der Abschied vom einstigen Lebenspartner ist in den meisten Fällen rückblickend betrachtet nur richtig gewesen. Und auch wenn sich die erste Zeit hart anfühlen mag, fallen viele Frauen nach einigen Wochen oder Monaten wie Katzen wieder auf die Füße. Jetzt zeigt sich: Das neue Leben ohne Partner kann ziemlich spannend sein. 

Alleinerziehende dürfen gerne ihre verrückten Seiten feiern

Alleinerziehende dürfen gerne ihre verrückten Seiten feiern.

Alleinerziehende dürfen gerne ihre verrückten Seiten feiern.

Nun ist es nämlich so, dass wir uns nicht mehr verstellen oder verbiegen müssen, um irgendjemandem zu gefallen. Was wir anziehen, welche Musik wir hören, was wir essen und wann wir ins Bett gehen ist genauso unsere Sache wie die Gestaltung des oftmals neuen Freundeskreises. Es gibt schlicht niemanden mehr, demgegenüber Rechtfertigungen nötig wären und falls doch, können wir denjenigen kurzerhand in seine Schranken weisen. Das dürfte der Grund dafür sein, dass viele Alleinerziehende in der Zeit nach der Trennung so richtig aufzublühen beginnen. Dabei spielt das Alter zum Zeitpunkt der Trennung keine Rolle, denn sowohl mit 25 als auch mit dreißig oder auch vierzig wartet hinter der gefühlten Mauer ein buntes Leben, das ausgekostet werden will. 

Warum also nicht eintauchen in dieses neue Lebensgefühl? Und auch wenn Alleinerziehende weiterhin Mütter bleiben, empfinden viele von ihnen die Singlezeit als befreiend. Es gibt mehr Flexibilität im Alltag und auch der Umgang mit den Kindern macht wieder Spaß. Am schönsten ist es dabei selbstverständlich, wenn sich auch der Ex weiterhin kümmert und die Kinder zu Ausflügen oder Übernachtungen abholt. Und schwupps: Noch mehr Freiheit, denn während Abende in der Beziehung oftmals immer gleich abliefen, bieten sich nun unendlich viele Möglichkeiten. Das Street Food Festival in der Nachbarschaft, die Kurzreise mit der besten Freundin, ein langer Tag am Badesee oder auch einfach ausschlafen bis zum Mittag: Warum nicht, wir können es uns leisten!

Expeditionen ins Selbst 

Der Begriff "alleinerziehend“ ist ein Kofferwort, das sich aus den einzelnen Wörtern "allein“ und "erziehend“ zusammensetzt. Im Grunde ist klar, was damit gemeint ist. Es lohnt sich aber, das Thema noch etwas tiefgreifender zu betrachten. Alleine zu sein, muss nämlich nicht bedeuten, sich alleine gelassen zu fühlen. Wer es schafft, mit sich selbst glücklich zu werden, genießt so einige Vorteile. Der Sprung in neue Beziehungen – am besten Hals über Kopf – ist dann kein Thema mehr. Was kommt, das kommt eben. Und lässt es auf sich warten, machen Frauen die Tanzfläche des Lebens eben auf eigene Faust unsicher. 

Zeit mit sich selbst zu verbringen, klärt den Blick für die wesentlichen Dinge

Damit das klappt, braucht es selbstverständlich eine gewisse Portion "Me-Time“. Keiner Alleinerziehenden tut es gut, sich 24/7 ausschließlich um Kinder und Job zu kümmern. Früher oder später nämlich gerät dabei die wichtigste Person, nämlich die Alleinerziehende selbst, in Vergessenheit. Das Wichtigste also ist, sich Unterstützung zu suchen und diese bereitwillig anzunehmen. Wie das aussehen kann, bestimmt natürlich der individuelle Fall. Gibt es Großeltern oder den Ex, ist die Kinderbetreuung in den meisten Fällen gut gesichert. Fehlt das soziale Netz aber, wird es schwieriger. Aber Vorsicht: Wer jetzt die Flinte ins Korn wirft und sich mit seiner Situation wohl oder übel arrangiert, riskiert das eigene Glück. Warum also nicht Neues wagen und nach Alternativen suchen? Auch ein vertrauenswürdiger Babysitter kann Alleinerziehenden den Freiraum verschaffen, den sie brauchen. 

Was das betrifft, gibt es seit Kurzem eine neue Social Plattform für all diejenigen, die sich Hilfe bei der Betreuung wünschen. Bei Yoopies können sich Alleinerziehende kostenlos anmelden und viele Funktionen ohne zusätzliche Ausgaben nutzen. Sich mit Babysittern aus der Umgebung zu vernetzen, fällt dann sicherlich leichter als im realen Leben. Zumal man die gefundene Betreuung im Anschluss ganz einfach und bequem online buchen kann. Aushänge im Supermarkt nämlich werden doch eher selten gelesen. 

Und ist der Babysitter dann gefunden, sollten sich Alleinerziehende hüten, die freie Zeit mit Haushaltstätigkeiten oder Arbeit zu verplanen. Schmutziges Geschirr? Stehenlassen! Die Anfrage des Chefs? Auf Montag verschieben! Den Korb Bügelwäsche? An einen unsichtbaren Platz räumen! Viel wichtiger als die Erfüllung der Vision einer perfekten Alleskönnerin nämlich ist es, sich selbst glücklich zu machen. Dabei  finden Frauen heraus, was sie wirklich vom Leben erwarten und wo sie hinwollen. Kommt dann irgendwann ein potenzieller Partner – vermutlich ohne Krone und weißes Pferd – sinkt das Risiko der Wiederholung alter Fehler mehr als deutlich.

Und wenn es doch mal haarig wird 

Viele Alleinerziehende, die die bisherigen Tipps gelesen haben, werden vermutlich den Kopf schütteln. Das alles klingt zu gut, um wahr zu sein und das reale Leben macht ihnen immer wieder einen Strich durch die Rechnung. An dieser Stelle sei betont: wir alle wissen, dass das Leben als Alleinerziehende kein Spaziergang ist. Es strengt an, verlangt Frauen alles ab und hält so einige Enttäuschungen bereit. Auch in finanzieller Hinsicht kann es hart werden, denn viele Väter in Deutschland zahlen laut eines Artikels keinen Unterhalt.

Freundinnen

Auf dem Weg aus einem Tief ist die Hand der besten Freundin unverzichtbar.

An Tagen der Unsicherheit, Wut oder Traurigkeit ist es wichtig, den "Badass“ zu wecken. Er schlummert in jeder Frau und kann ihr dabei helfen, sich gegen die Unfairness des Lebens zu wehren. Mit der Unterstützung von Freunden, Beratungsstellen und eventuell auch einem Anwalt lässt sich mancher Knoten im Kopf doch noch lösen. Und sitzen wir doch wieder da und das Leben nervt, gibt es immer noch die beste Freundin, mit der wir nicht nur unsere Geheimnisse, sondern auch unseren Frust teilen können. Nach einem gemeinsamen Glas Wein auf dem Balkon sieht die Welt am nächsten Morgen vielleicht schon wieder etwas rosiger aus.