Gefährlicher Beauty-Trend: Immer mehr Schönheits-OPs basieren auf Snapchat-Filtern

Wir sind es mittlerweile gewohnt, auf Social Media dank der vielseitigen Filter ständig mit porenfreier Haut, großen Kulleraugen und brilliantweißen Zähnen konfrontiert zu werden. Der Trend nach scheinbar makelloser Perfektion schlägt nun aber gefährliche Wege ein: Immer mehr Menschen wollen sich ihr optimiertes Social-Gesicht nun operativ ins reale Leben holen. "Snapchat Dysmorphie" wird der Trend in Fachkreisen genannt. Wir verraten euch, was dran ist.

© Unsplash/ Collage: Klambt Verlag Immer mehr Menschen gehen mit ihrem bearbeiteten Selfie zum Beauty-Doc

Snapchat Dysmorphie: Ein neuer Beauty-Trend?

Der Terminus "Snapchat Dysmorphie" macht zur Zeit in medizinischen Fachkreisen die Runde und sorgt international für einen großen Aufschrei. Der Grund: Immer mehr Menschen suchen nach Schönheits-OPs, die sie mehr und mehr wie ihr Selfie-Gesicht aussehen lassen sollen – natürlich vorher bearbeitet mit Snapchat oder Facetune. Eine schmalere Nase, vollere Lippen, porenfreie Haut und größere Augen sind besonders gefragt.

Ein alarmierender Trend, den viele unserer momentanen "Ära der gefilterten Fotos" zuschreiben – einer Welt, in der ausschließlich Perfektion zählt und jeder schöner, besser und sportlicher als der andere wahrgenommen werden will. Dass die vermeintliche optische Perfektion ausschließlich Foto-Filtern zu verdanken ist? Zählt nicht. Auch im wahren Leben soll der große Like-Erfolg der Bilder wirken.

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Natürlich ist die sogenannte Snapchat Dysmorphie ein alarmierender Trend, doch im Grunde genommen ist er nichts akut Neues. Die Angst der Menschen, hässlich zu sein und aufgrund dessen nicht akzeptiert zu werden liegt schon viel weiter zurück – und liegt nicht nur in unserer Social Media-Welt begründet, es ist vielmehr ein weiteres Symptom dessen. 

Snapchat-Filter-OP: Das sagt der Experte

Sicher, wir können (und sollten) Snapchat-Filter dafür kritisieren, dass sie eurozentrische Schönheitsnormen verkörpern, indem sie Menschen in hellhäutige, porenfreie und dünnere Versionen von sich selbst verwandeln. Aber das ist alles andere als ein neuartiges Phänomen – und unrealistische Schönheitsnormen sind wohl ein in der ganzen Gesellschaft endemisches Problem, nicht erst dank Snapchat. Wie die New York Daily News berichtet, hat die "American Academy of Facial Plastic and Reconstructive Surgery" schon 2015 einen Anstieg von etwa 33 Prozent bei denjenigen Eingriffen verzeichnet, die aus der gesteigerten Selbstwahrnehmung "dank" sozialer Medien resultieren.

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Und während übermäßiges Facetuning und Photoshopping sicherlich unrealistische Schönheitsstandards verstärken kann, können digitale Tools auch helfen. Laut dem US-Chirurgen Dr. Gregory Buford ist die digitale Veränderung unserer Fotos nur dann wirklich gefährlich, wenn sie im Übermaß erfolgt. "Es ist, als würde man ein Glas Wein trinken", erklärte er. "Ein Glas Wein ist wahrscheinlich eine gute Sache, aber eine ganze Flasche nicht. Und das gleiche gilt für Foto-Filter." Die Umsetzung der Filtereffekte durch operative Eingriffe sieht er zudem kritisch, schließlich seien knapp 50 Prozent der geforderten OPs in der Realität komplett unrealistisch – die Erwartungen an die Möglichkeiten der plastische Chirurgie zu hoch. Wir können uns also beruhigen.

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