Schönheits-OPs: Umstrittener Weg zum Glück

- Die Anzahl der Schönheitsoperationen ist im Jahresvergleich 2016 zu 2017 weiter angestiegen. Neu ist, dass die Anzahl der Schönheitsoperationen offensichtlich in gemäßigteren Bahnen angestiegen ist. Das heißt: Nur drei Prozent ist die Anzahl der Schönheitsoperationen in die Höhe geschnellt. Folgende Zahlen gab die Vereinigung der Deutschen Ästhetisch-Plastischen Chirurgen in diesem Jahr im Ärzteblatt bekannt (vgl. aerzteblatt.de): 32.647 operative und medizinisch nicht indizierte Eingriffe wurden in ihrem Fachbereich im vergangenen Jahr durchgeführt. Die Top-3 der beliebtesten Schönheitsoperationen sind Oberlidstraffungen. 4.369 Operationen wurden in diesem Bereich durchgeführt. 4.322 Fettabsaugungen bringen diese Form der Schönheitsoperation auf Rang 2 und 3.503 Brustvergrößerungen lassen diese Form des operativen Eingriffs auf Rang 3 rutschen. Das Nutzerverhalten der Damenwelt zeigt zudem: Nasenkorrekturen und Bauchstraffungen sind weitere Favorites. Dass auch Brustverkleinerungen zum Standardrepertoire eines Fachmanns gehören, liegt mitunter an diesen Gründen. Welche Beweggründe für und gegen einen Eingriff des Aussehens zuliebe zu berücksichtigen sind, verrät dieser Beitrag.

plastic surgery

Oberlidstraffungen liegen im Ranking der häufigsten Schönheitsoperationen an erster Stelle, gefolgt von Fettabsaugungen. 

Die Vorteile haben individuell unterschiedliche Gewichtungen 

Es ist vor allem die persönliche Einstellung und Überzeugung, die die Verfechter von Schönheitsoperationen mit diesen Vorteilen argumentieren lässt:

  • Die Beseitigung eines "Makels". Wer unter seinem Aussehen leidet, der findet in einer Schönheitsoperation häufig die Erlösung eines langen Weges der persönlichen Isolation. Dabei muss eine Schönheitsoperation nicht immer einen nur persönlich wahrgenommenen Makel beseitigen, sondern hilft auch dabei, ein neues Lebensgefühl zu entwickeln – beispielsweise nach einer Ernährungsumstellung, massivem Gewichtsverlust oder einer schweren Krankheit. Auch wenn die Idee gut klingt, regelmäßig beim Bauch-Beine-Po-Training zu schwitzen – nicht alles lässt sich wegtrainieren.
  • Weg mit den Defiziten. Raus aus der Isolation. Wer seinen eigenen Körper als defizitär begreift und sich in diesen Gedanken verliert, leidet in der Folge häufig psychisch unter der Isolation und dem selbsterbauten Gefängnis – fernab von sozialen Kontakten und Lebensfreude unter Menschen. An dieser Stelle kann eine Schönheitsoperation ein Weg sein, um die Defizite zu beseitigen und sich frei zu machen für ein neues, lebenswertes Leben.
  • Optische und körperliche Gründe gehen Hand in Hand. Eine Schönheitsoperation kann optisch gewünscht sein, kann aber auch eine körperliche Einschränkung verringern oder gar ganz beseitigen. Ein gutes Beispiel dafür, wie Optik und körperliche Uneingeschränktheit einhergehen können, bietet die Nase. Die Nasenoperation kann nicht nur optisch für einen "stimmigeren" Anblick sorgen, sondern auch den Luftkanal vergrößern, so dass das Atmen leichter fällt.
  • Ein leichteres Leben mit mehr Auswahl in vielen Punkten. Die Schönheitsoperation ist der äußerliche Eingriff. Das, was dieser Eingriff jedoch mit der Psyche eines Menschen machen kann, steht auf einem ganz anderen Blatt. Das heißt auch, dass es Berichte von Betroffenen gibt, die nach einer Schönheitsoperation auf die Überholspur des Lebens eingebogen sind: Mehr Selbstbewusstsein verhalf ihnen zu einem besseren Lebensgefühl, zum mutigeren Umgang mit diversen Outfits und infolgedessen auch zu mehr Erfolg – sei es im Privaten oder im Beruflichen.

Viele Nachteile lassen sich relativieren

Sich einem medizinisch nicht nötigen Eingriff zu unterziehen und dafür auch noch Geld bezahlen zu müssen, das ist das größte K.O.-Kriterium für manchen Kritiker. Doch eben dieser Nachteil, der Kostenfaktor, relativiert sich zusehends. Verbraucher vergleichen bei Versicherungen und Versorgungsanbietern – und auch bei den Anbietern von Schönheitsoperationen. Der Anbieter Beauty Spotter zeigt im gewohnten Online-Stil die gewünschten Behandlungen sowie den Ort an dem die Operation durchgeführt werden soll. Was nach der Angabe dieser beiden Faktoren passiert, wissen alle Online-Vergleicher: Das Ergebnis ist eine Reihe von Angeboten mit viel Zusatzinformationen. Der Operateur ist zu sehen ebenso wie Wissenswertes rund um den Arzt (Berufserfahrung in Jahren, Anzahl der durchgeführten OPs, …). Bewertungen machen transparent, wie andere Patientinnen mit der Behandlung zufrieden waren. Zudem werden die Kosten direkt ausgewiesen – und an dieser Stelle gibt es enorm große Unterschiede. So kann auch das Argument entkräftet werden, dass Schönheitsoperationen per se überteuert sind – denn auch in diesem Bereich dürfen Verbraucher heute vergleichen und zum Beispiel den günstigsten Anbieter zum Thema Brustvergrößerung auswählen.

Nicht von der Hand weisen lassen sich hingegen Gegenargumente wie das Operationsrisiko (vgl. medizininfo.de). Jede Operation stellt ein Risiko dar. Das ist korrekt. Allerdings werden die Methoden und Techniken zunehmend moderner, was bedeutet: Die Eingriffe werden so schonend wie möglich durchgeführt. Das wirkt sich positiv auf das anschließende Heilungsverfahren aus. Eine meist engmaschige Vorbereitung auf die Operation sowie eine versierte Kontrolle der Ergebnisse hilft dabei, etwaige Komplikationen im Vorfeld auszuschließen oder direkt beim Auftreten nach der Operation zu lindern. Damit sinkt das allgemeine Risiko deutlich. Durch den Einsatz von immer mehr technischem Equipment verringern sich die Fälle, in denen Operierte unglücklich mit dem Ergebnis sind. Sie können bereits im Vorfeld ziemlich genau vorhersehen, wie das Ergebnis aussehen wird. So werden Überraschungen und Unzufriedenheit minimiert.

Fazit: Die Argumente nivellieren sich. Die Entscheidung erfolgt rein individuell

Die Kernfakten bleiben: Eine Schönheitsoperation ist und bleibt ein operativer Eingriff, der medizinisch betrachtet riskant sein kann. Demgegenüber steht das Argument, dass ein Eingriff dazu verhelfen kann, wieder ein lebenswertes Leben zu leben. Da sich die Argumente weitestgehend die Waage halten, ist die Entscheidung für oder gegen eine Operation meist eine ganz Individuelle.