Auf der Kippe: Mit dem Rauchen aufhören

Die Luft wird dünn für Raucher: Eigentlich ein guter Moment, um aufzuhören! Vier Frauen haben's versucht. Ob und wie sie es geschafft haben, lesen Sie hier.

Die Luft wird dünn für Raucher (Bild: Getty Images)

Die Luft wird dünn für Raucher (Bild: Getty Images)

Kein letzter Zug vor der Abfahrt am Bahnhof, kein Glimmstängel im Taxi mehr. Das ist seit 1. September ganz offiziell, per Nichtraucherschutzgesetz. In Zukunft wird’s sogar noch enger: In Lokalen oder Clubs müssen Qualmer in einen extra Nebenraum – oder an die frische Luft.

In anderen Ländern hat das zu einem neuen Trend geführt: Engländer und Iren stehen rauchend vor den Pubs und betreiben Smirting – Smoking und Flirting. Die Alternative: aufhören. Das ist allerdings leichter gesagt als getan. Schließlich würde ein Drittel aller Raucher lieber ohne Zigaretten leben, wenn sie nur könnten. Und die Hälfte derer, die es probieren, werden rückfällig.

Was also hilft? "Am besten ist, man setzt einen Tag fest und überlegt, was einem das Rauchen überhaupt gibt", rät Dr. Martina Pötschke-Langer, Leiterin der Abteilung Krebsprävention am Deutschen Krebsforschungszentrum. "Und dann bereitet man sich gut aufs Aufhören vor." Welche Methoden dafür besonders zu empfehlen sind, lesen Sie auf den nächsten Seiten.

Das Buch "Endlich Nichtraucher" war die Rettung

Kristin Doppler, 28

Vier Wochen ging mein Husten nicht weg. Klar, ich habe ja immer weitergeraucht – obwohl ich krank war. Eine Schachtel pro Tag. Das hat mich furchtbar genervt.

Auch, dass mein Zimmer roch wie ein Aschenbecher. Und wenn ich abends tanzen war, wusste ich nicht, wohin mit der Kippe. Viele meiner Freunde hatten aufgehört – und plötzlich fühlte ich mich in ihrer Gesellschaft als Raucher total blöd. Dann kam vor drei Jahren noch die Preiserhöhung: eine Schachtel vier Euro.

Das war der endgültige Grund für mich, es sein zu lassen. Ich schnappte mir das Buch "Endlich Nichtraucher" von Alan Carr, rauchte meine letzte Zigarette. Nach neun Jahren! Wie dumm ich damals mit 16 war. Na ja, ganz am Anfang schmeckten die Dinger ja noch. Dafür schmeckt mir jetzt alles andere wieder viel besser. Und krank werde ich auch fast nicht mehr!

Ich bin fitter – und viel seltener krank!

Nicht nur Rauchen kann zur Sucht werden, auch Essen. Lest hier über das Binge-Eating: Krankhafte Ess-Sucht.

Rauchen gegen Stress

Mit spätestens 30 ist Schluss

Sarah Weinhold, 27

Natürlich würde ich es gern lassen. Doch im Moment brauche ich die Zigaretten zur Beruhigung. Ich schreibe nämlich gerade meine Magisterarbeit.

Jetzt aufzuhören wä­re nur zusätzlicher Druck. Außerdem schmecken sie mir noch zu gut, vor allem im Café, wenn ich mich mit Freunden treffe. Rauchen hat was Gemütliches, Geselliges.

Dass es nicht gesund ist, ist mir klar. Das merke ich jedes Mal, wenn ich vom Joggen keuchend nach Hause komme. Irgendwann werde ich sicher aufhören. Spätestens zum 30.

Noch rauche ich viel zu gern!

Ihr wollt euch beim Sport nur ein klitzekleines bisschen anstrengen? Hier gibt's Tipps, um ganz gemütlich ein paar Kilos abzunehmen: Sport für Faule

Helfen Nikotinkaugummis?

Nikotinkaugummis waren ein Reinfall

Barbara Kleinfercher, 29

In der Schule gab's Raucherecken. Mit 16 wollte ich unbedingt dabei sein. So habe ich angefangen. In einer Kneipe zog ich dann den Rauch zum ersten Mal in die Lunge. Bald schnorrte ich nicht mehr, sondern kaufte mir eigene Packungen.

Als ich 18 war, durfte ich auch zu Hause qualmen. So kam ich schnell auf 20 Zigaretten am Tag. Dann ging ich zum Studieren nach England. Die Zigaretten dort waren so teuer, dass ich mich entscheiden musste: Kippen oder Essen. Ich wollte aufhören.

Jemand empfahl mir Nikotinkaugummis und schenkte mir die erste Packung. Denn auch die sind teuer. Das Problem: Beim Kauen schmeckten sie so widerlich bitter, dass ich sie ausspucken musste. Also lutschte ich sie.

Geholfen hat mir das nicht viel – vor allem nicht, wenn ich abends eine ungeheure Lust auf eine Zigarette hatte. Drei Wochen hielt ich durch, dann fing ich wieder an. Ich huste viel, ich ärgere mich, ich möchte aufhören – aber ich schaffe es einfach nicht.

Leider habe ich es nicht geschafft!

Nicht nur von Zigaretten kann man süchtig werden, auch vom Solarium. Lest hier mehr über Tanorexia - wenn Sonnen zur Sucht wird.

Nicht mehr rauchen - so haben es die Stars geschafft

Rauchen? Nein danke!
Hypnose, Disziplin, Yoga – So haben es die Stars geschafft.

Jennifer Anistonbesiegte ihre Sucht mithilfe von Yoga, da die Schauspielerin in Zukunft auch in Musicals spielen möchte und dafür ihre Stimme schonen muss. Hier findet ihr Yoga-Videos!

Anders Good Charlotte-Sänger Joel Madden, der inklusive Zigaretten sein Bad-Boy-Image pflegte. Für seineschwangere Freundin Nicole Richie schaffte er den Absprung.

Sarah Connor dagegen hat es mit Hypnose-Therapie versucht. Die Sängerin rauchte 10 Jahre lang und wollte endlich für ihre Familie aufhören: Seit Juli lebt sie ohne Zigaretten. Hier gibt's mehr dazu: Nichtraucher werden mit Hypnose.

Das Buch "Endlich Nichtraucher" von Alan Carr half Schauspieler Ashton Kutscher. Er wollte für seine Filmrolle in "Jede Sekunde zählt – The Guardian" fit werden und hörte auf zu rauchen.

Tipps, um mit dem Rauchen aufzuhören

Lucky ohne Strikes
Diese Entwöhnmethoden sollen helfen. Wie gut, beurteilt Expertin Dr. Pötschke-Langer

Champix ist eine verschreibungspflichtige Antiraucher-Pille, mit dem Wirkstoff Varenicilin, die seit März auf dem Markt ist (ab 55 €). Frau Dr. Pötschke-Langers Urteil: "Vielversprechend. Gute Wirkung, aber keine Wunderpille. Nebenwirkungen: Übelkeit, Schlafstörungen u.a." Hier gibt's mehr: Nichtraucher werden mit Medikamenten.

Allen Carrs Buch "Endlich Nichtraucher" (ca. 8 €) oder 6-stündiges Seminar (ca. 365 €) redet Lust am Rauchen aus: "Zu wenig wissenschaftlich belegt, aber überraschende Erfolge. Laut Seminarveranstalter liegt die Quote bei 50%." Mehr dazu: Nichtraucher werden mit Büchern.

Nikotinersatz wie Pflaster oder Kaugummi sind rezeptfrei zu haben und geben anhaltend Nikotin ab. Aber der "Kick" wie bei der Zigarette bleibt aus. Kosten: Kaugummi ab 5 €, Pflaster ab 67 €. Die meinung der Expertin: "Gut. Verdoppeln Langzeiterfolgsrate. Dämpfen Hungergefühle. Nicht zu niedrig dosieren! Ein Pflaster ersetzt nicht das Nikotin einer Zigarette."

Akupunktur: Mithilfe von Nadelstichen ins Ohr soll der Willen gestärkt werden. Eine Sitzung kostet 50 bis 100 €: "Laut Studien wirkungslos. Aber wenn jemand davon überzeugt ist, kann es trotzdem helfen." Informiert euch hier:Nichtraucher werden mit Akupunktur.

Eine ähnliche Wirkung liegt bei der Hypnose vor: Sie Unterstützt per Suggestion den Nichraucherwunsch (ab 160 €). "Keine eindeutigen Studien, Wirkung wie bei Akupunktur. Glaube versetzt eben Berge," meint Frau Dr. Pötschke-Lange. Lest mehr darüber: Nichtraucher werden mit Hypnose.

Als professionelle Alternative empfiehlt sie Einzel- & Gruppentherapie (ab 85 €), denn "Gute Wirkung. Professionelle Hilfe entlastet ungemein. Und Nachbetreuung ist enorm wichtig." Hier findet ihr mehr dazu: Nichtraucher werden mit Therapie.

Auch die Promis greifen zum Glimmstängel! Erfahrt hier welche Stars rauchen: