Til Schweiger & Matthias Schweighöfer

Matthias Schweighöfer und Til Schweiger gehören zu den coolsten Kerlen im deutschen Kino. Ihre Filme sind ein Kassenschlager. Im JOLIE-Interview in einer Berliner Oldtimerwerkstatt verraten sie, warum sie bei Frauen mächtig ins Schwitzen kommen, warum das mit den Anmachsprüchen nicht klappt und was sie sich vom Leben wünschen.

(Bild: Warner Bros.)

"Tolle Location! Was sollen wir hier machen? Autos reparieren?", meint Til Schweiger, als wir ihn zum Smalltalk-Interview in der Berliner Oldtimerwerkstatt "Meilenwerk" treffen. So viel wollen wir ihm und seinem Freund und Filmpartner Matthias Schweighöfer nicht abverlangen. Das einzige Anforderungsprofil an die beiden Stars für unseren Fototermin ist: cool aussehen. Keine harte Sache für zwei der interessantesten Männer, die das deutsche Kino so zu bieten hat...

Matthias Schweighöfer ist Jahrgang 1981
Seit Knockin´ on Heaven´s Door ist er ein großer Fan von Til Schweiger. "Darum fand ich es auch so super, 2008 gleich zwei Filme mit Til zu machen: Der Rote Baron und Keinohrhasen." (Außerdem spielten sie zusammen in Kokowääh 2).

Til Schweiger, Jahrgang 1963
ist einer der ganz großen des deutschen Kinos: egal ob als Regisseur, Darsteller oder Produzent. Gerade steht er zusammen mit seiner ältesten Tochter Luna für den Film "Schutzengel" vor der Kamera. "Sie ist ein echtes Naturtalent!" Kein Wunder bei dem Vater.

In "Keinohrhasen" kennen sich die Hauptfiguren Ludo (Til Schweiger) und Anna, die von Nora Tschirner gespielt wird, schon aus der Schulzeit. Wie waren Sie denn so als Schüler?

Matthias Schweighöfer: Ich hatte das Glück, mit 28 Mädchen der einzige Junge in der Klasse zu sein. Das war super! Die Klassenfahrten waren toll: Da konntest du zu den geilsten Frauen der Schule so ganz selbstverständlich ins Doppelstockbett und fragen: "Hey, kann ich grade mal bei dir schlafen?" (grinst)
Til Schweiger: Ich war ein ziemlicher Einzelgänger. Ich hatte einen besten Freund, mit dem ich immer zusammen war. Mit 13 habe ich gemerkt, dass ich eigentlich einen ganz guten Lauf bei den Mädels habe. Die anderen Jungs hingen im Computerzimmer ab - und wir beide waren mit den Mädchen unterwegs.

Ludo ist im Film in einer Krise, aus der ihm Anna raushelfen will. Ist das privat auch so, dass euch Frauen helfen?

Schweiger: (lacht) Privat ist es genau umgekehrt. Frauen sind die, die dich in die Krise bringen!
Schweighöfer: Die Frau als Krise an sich - Punkt! (lacht)

Na super, da werden sich die JOLIE-Leserinnen aber freuen!

Schweiger: Na ja, es soll ja nun nicht die Überschrift werden: "Til Schweiger und Matthias Schweighöfer: Frauen sind die Krise!" Dafür kann ja die Frau nichts! Männer und Frauen sind eben total verschieden, so dass Probleme programmiert sind.
Schweighöfer: Aber es geht eben auch nicht ohne!

Ohne Frauen...?
Schweighöfer: ..und ohne die Liebe.

Ist es nicht so, dass man sich als Mann gar nicht eingestehen darf, dass man in einer Krise ist?

Schweiger: Das sind so alte Vorurteile. Ich habe nie ein Problem damit gehabt einzugestehen, wenn ich Schwierigkeiten habe oder traurig bin. Ich habe auch kein Problem damit zu weinen, wenn’s mir nicht gut geht.
Schweighöfer: Und genau das findet die Frau ja eigentlich auch toll, wenn ein Mann es auch zeigt, wenn es ihm mal schlecht geht...
Schweiger: Aber die Frau will auch nicht einen, der ständig in der Krise und nur schwach ist. Es muss eben eine Mischung sein. Und diese Mischung zu treffen ist nicht einfach.
Schweighöfer: ... mit die schwierigste Aufgabe des Lebens!

Und warum nicht einfach mal ausprobieren, man selbst zu sein?

Schweighöfer: Ganz normal sein? Na ja, das kann man dann ab 50 plus.
Schweiger: Ich bin immer normal.
Schweighöfer: Ich auch!
Schweiger: Ich verstell mich auch nicht!
Schweighöfer: Ich nur manchmal!
Schweiger: Wenn ich mich in irgendeine Frau unglücklich verliebt habe, dann war das kein Grund, mich zum Kasper zu machen. Sondern ich habe mir gesagt: Okay, das muss ich akzeptieren.

So etwas gibt es?

Schweiger: Klar gab’s das auch.

Aber man denkt doch, einem Topstar wie Ihnen passiert so etwas nie...

Schweiger: Aber ich war ja nicht mein ganzes Leben nur Schauspieler. Und auch als Schauspieler hat man doch keine Garantie, dass man jedes Herz erobert.
Schweighöfer: Das ist absolut richtig!
Schweiger: Matthias macht das immer so: Wenn er merkt, dass die Frau nicht zieht, dann sagt er: „Ich bin aber Schauspieler!“ (lacht)
Schweighöfer: Genau! Mein Lieblingssatz ist: „Weißt du denn nicht, wer ich bin?!“ (lacht)

Was ist die dümmste Anmache, die Sie jemals gebracht haben?

Schweighöfer: Ich habe noch nie eine dumme Anmache gebracht, weil ich dazu viel zu schüchtern bin. Mein ganzes Leben lang ging die Initiative immer von den Frauen aus, weil ich nicht die Eier in der Hose habe, eine anzusprechen! Das glaubt man vielleicht nicht, das ist aber so!

Aber Sie haben doch bestimmt einen todsicheren Anmachspruch, Herr Schweighöfer...

Schweiger: Klar hat er den, und er lautet: „Ich bin der Freund von Til Schweiger!“ (lacht)
Schweighöfer: Ich spreche keine Frauen an. Vor diesem „Nein“ habe ich die größte Angst, weil es so komplett aufs Selbstbewusstsein geht. Und ich werde auch nie von Frauen angesprochen. Vielleicht bin ich einfach zu unscheinbar.
Schweiger: Das klingt jetzt wie eine Attitüde. Ich dachte auch, das ist nur eine Masche von Matthias, und brauchte eine Weile, um das zu durchschauen. Aber es stimmt! Er ist wirklich noch zehnmal unsicherer als ich!

Was wünscht ihr euch vom Leben?

Schweighöfer: Ich möchte entspannt bleiben. Noch ein paar Filme machen. Kinder kriegen. Til hat coole Kinder. Aber vier wie er, glaube ich, pack ich nicht!
Schweiger: Das ist viermal mehr Sorge im Leben. Viermal mehr Angst. Aber es ist auch viermal mehr Freude und viermal mehr Liebe.

Was sind Ihre nächsten Pläne?

Schweiger: Erst einmal Urlaub machen. In Thailand, Indonesien oder Indien. Irgendwo, wo es richtig chillig ist. Und im Sommer drehe ich meine nächste Regie: eine superwitzige Buddykomödie mit Rick Kavanian. Das wird ganz toll! (Anm. d. Redaktion: Es handelt sich um den Film 1 1/2 Ritter von 2008).
Schweighöfer: Und ich führe jetzt bei meinem ersten eigenen Film Regie. Da wird es in den nächsten Wochen noch Überraschungen geben... (Anm. d. Redaktion: Es handelt sich um die romantische Komödie What a Man von 2008).

Til Schweigers Favoriten

Was sind Ihre Lieblingsfilme? "Midnight Run", "Ratatouille"

Was tun Sie morgens als Allererstes? Kalt duschen

Welches Gericht gelingt Ihnen immer? Pasta in allen Variationen!

Wofür bewundern Sie Ihren besten Freund oder Ihre beste Freundin? Humor, Geradlinigkeit, Ehrlichkeit

Wohin würden Sie auswandern? Neuseeland

Was war Ihre große Enttäuschung? Als mich eine große Liebe verließ

Was ist der teuerste Gegenstand, den Sie besitzen? Meine Immobilie

Was haben Sie sich zuletzt gekauft? Brennholz für den Kamin

Wofür würden Sie Werbung machen? Unterwäsche, Bier, Autos, Telefone

Matthias Schweighöfers Favoriten

Sie verlassen nie die Wohnung ohne... Schlüpfer und Schlüssel

Ihr momentanes Lieblings-Accessoire? Meine Jean-Richard- Uhr

Welches sind Ihre Lieblingsfilme? "Jules et Jim", "Carlito´s Way", "Garden State", "Vergiß mein nicht"

Welches Buch liegt gerade neben Ihrem Bett? "Gefährliche Geliebte" von Haruki Murakami

Was ist der teuerste Gegenstand, den Sie besitzen? Mein Leben. Materiell: mein Auto

Sie dürfen zwei Personen der Zeitgeschichte einladen. Wer kommt? François Truffaut und Ernest Hemingway

In welchem Café Ihrer Stadt hängen Sie am liebsten ab? "Anna Blume", Kollwitz-Strasse, Berlin

Welches Gericht gelingt Ihnen immer? Toskanische Fischsuppe

Was haben Sie sich zuletzt gekauft? Sneakers von adidas

Fakten zu Matthias Schweighöfer

Er ist der Coolste

Alle wollen ihn! WIR wollen ihn! Matthias Schweighöfer ist angesagt wie nie. Was den Schauspieler so anziehend macht? Nicht nur sein Charme...
Im Jahr 2000 ging der Deutsche Fernsehpreis als „Bester Nachwuchsdarsteller“ an Matthias Schweighöfer. Er kommt auf die Bühne, die Hände in den Hosentaschen. Verlegen streicht er sich durch die verwuschelten Haare. Als er sich bedankt, glitzert es verdächtig in den grünen Augen. Da haben wir uns verliebt und sind bis heute verliebt geblieben.

Ein Mann für alle Filme

Matthias Schweighöfer: Der coolste Typ im deutschen Kino - was er auch immer wieder mit seinen neuen Filmen beweist. Sein neuster Coup "Vaterfreuden" läuft ab April 2014 in den Kinos. Er sammelt Auszeichnungen wie andere Strafzettel, ist alles andere als Mainstream, mag Rollen, die möglichst fremd sind: Anti-Held, Kommunen-Anführer, Kampfflieger. "Damit ich Urlaub von mir machen kann", sagt er. Wir wollen keinen Urlaub von dem Mann, der so zerbrechlich wirkt. Bei dem sich um den verführerischen Mund Grübchen bilden, wenn er redet. Der (leider) jetzt wieder liiert ist. Mit seiner Ex-Verlobten Ani. Und Matthias Schweighöfer soll zum zweiten Mal Vater werden.

Der Kompromisslose

Der Stern des Wahlberliners geht in Anklamim Norden auf. Für den Sohn zweier Theaterschauspieler ist jedoch aller Anfang schwer: Die Mädchen meiden Klein Matthias, weil er moppelig ist. „Als mein Vater ‚fette Sau‘ zu mir sagte, änderte ich was!“ Er wird nicht nur begabter Schauspieler, sondern auch schlaksiger Sportfanatiker.Einer, der 2007 vom Magazin „Max“ zum „best dressed man“ gewählt wird. Sein Stylevorbild ist Justin Timberlake, sein Lieblingsteil ein schwarzes Boss-Jacket mit Stehkragen und rotem Innenfutter. Zum guten Aussehen kommen bei ihm Ausstrahlung und Charme hinzu. Und er sagt Dinge, die sonst niemand sagen würde – ohne dass man ihm böse sein kann. Zur Sexszene mit Barbara Auer in „Schiller“ etwa: „Vor ihr hatte ich Schiss. Sie ist eine Bombe.“ Auf Trennungsgerüchte kontert er: „Davon weiß ich nichts. Heute Morgen war Anni noch da…“ Schweighöfer liebt, lebt und spielt kompromisslos, ist eine Mischung aus jungem Bruce Willis und Johnny Depp. Unser Held.

Backstage

Matthias Schweighöfer arbeitet 15 Stunden am Tag. Er erhielt neben dem Bayer. Filmpreis u.a. den Adolf-Grimme-Preis, die Goldene Kamera, den New Faces Award, den Bambi und den Deutschen Fernsehpreis.
Bekannte Rollen: Er spielte in „Soloalbum“, „Kammerflimmern“, „Das wilde Leben“, "Keinohrhasen", im Biopic „Roter Baron“, Operation Walküre" mit Tom Cruise, "Zweiohrküken", "What a Man", "Rubbeldiekatz", "Russendisko", Schlussmacher" und "Kokowääh 2".

(Heike Gerhard)

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