Tätowiererin Flavia Carvalho macht aus Narben Kunstwerke

Häusliche Gewalt hinterlässt oft nicht nur seelische Narben sondern auch körperliche. Die brasilianische Tattoo-Künstlerin Flavia Carvalho hilft den Opfern mit einem ganz besonderen Projekt. Was das ist, erfahrt ihr hier!

A Pele da Flor

Alles begann vor zwei Jahren, als sich eine Kundin von Tätowiererin Flavia Carvalho eine große Narbe am Bauch überstechen lassen wollte. Sie ließ einen Mann in einem Nachtclub abblitzen und dieser rammte ihr aus Rache anschließend ein Messer in den Bauch. Die Reaktion der Kundin als sie das fertige Tattoo sah, rührte Flavia Carvalho so, dass sie weitere Pläne machte.

"Mir kam plötzlich die Idee, kostenlose Tätowierungen für Frauen anzubieten, die Narben von häuslicher Gewalt oder einer Mastektomie davongetragen hatten. Jedes Tattoo würde so zu einem Instrument der Bestärkung und ein Booster für das Selbstvertrauen dieser Frauen werden", erzählte die Tätowiererin der "Huffington Post".

So war das Projekt "A Pele da Flor" (deutsch: Die Haut einer Blume) geboren. Flavia Carvalho verwandelt kostenlos Narben, die häusliche Gewalt oder auch Brustamputationen hinterlassen haben in beeindruckende, ganz persönliche Kunstwerke. Und das mit Erfolg: Immer mehr Frauen aus allen Ecken Brasiliens und auch aus anderen Ländern kontaktieren sie.

Flavia Carvalho hilft Opfern häuslicher Gewalt

Die Kundinnen kommen zu ihr ins Studio, erzählen Flavia ihre Geschichten und zeigen ihr Narben. Ein sehr emotionaler Moment. Dann entwirft die Tattoo-Künstlerin gemeinsam mit den Frauen ein passendes Motiv und macht den Termin aus.

"Es ist wundervoll zu sehen, wie sich das Verhältnis zu ihrem Körper durch die Tätowierung verändert. Ich folge vielen von ihnen auf Facebook und ich sehe, wie sie sich nun nicht mehr für ihre vernarbten Körper schämen, sondern Bilder in Kleidern posten, glücklich aussehen und verändert", erzählte Flavia Carvalho der "Huffington Post". Durch das riesige Medieninteresse an "A Pele da Flor" hat sie geschafft, das Thema häusliche Gewalt wieder ins Gedächtnis zu rufen. Ein wundervolles, beeindruckendes Projekt!