Stellungswechsel

- Neues zum Rollenverständnis: Die bezaubernde Komödie "Stellungswechsel" zeigt uns ab 3. Oktober Männer auf der Suche nach Geld und den eigenen Vorzügen, ohne dabei die gängigen Geschlechterklischees zu dreschen

Einfach mal zuhören und kuscheln... Gy (Sebastian Bezzel) freut sich wie Bolle, dass er endlich mal Frauenversteher spielen darf. Oder doch nicht? (Bild: 20th Century Fox)

Einfach mal zuhören und kuscheln... Gy (Sebastian Bezzel) freut sich wie Bolle, dass er endlich mal Frauenversteher spielen darf. Oder doch nicht? (Bild: 20th Century Fox)

Wäre dieser Film ein Callboy, so wäre ein Abend mit diesem attraktiven Kerl äußerst unterhaltsam, subtil witzig, kaum zu glauben aber intelligent und dabei kurzweilig und dennoch bezahlbar. Doch "Stellungswechsel" ist leider kein Mann, sondern "nur" eine hervorragende Kinokomödie, die sich um das Thema Escortservice für Frauen dreht. Und das mit ausgezeichneten deutschen Schauspielern. Ja, und attraktiv sind die auch noch...

Der Polizist Gy (hinreißend: Sebastian Bezzel) hat zwar chronische Geldsorgen und Zahnschmerzen, aber dafür immer ordentlich Salatöl neben dem Bett. Frank (Florian Lukas), ein so verständnisvoller wie arbeitsloser Journalist, steht nach einer Endlosbeziehung plötzlich als Single da. Und Lasse (Kostja Ullmann), der schluffige Nullchecker, der sich als Dummy in Selbstverteidgungskursen von Frauen verprügeln lassen muss, bekommt eh nichts auf die Reihe. Gemeinsam mit dem Genießer Olli (Gustav Peter Wöhler) und dem arbeitslosen Geschäftsmann Giselherr (Herbert Knaupp) gründen diese unterschiedlichen Typen einen Escortservice mit "Orgasmusgarantie".

Was nach Mann-Frau-Pauschalisierungen klingt, hat Regisseurin Maggie Peren charmant und subtil-witzig inszeniert: Da scheitern die Männer grandios, als sie einander Komplimente machen sollen. Gy demonstriert als Macho-Bulle, wofür er das Salatöl neben seinem immer ungemachten Bette braucht und wie schwer es sein kann, "einfach mal jemandem im Arm zu halten". Und als das Projekt "Callboy" dann endlich steigt, kommt eh alles irgendwie anders. Hauptdarsteller Florian Lukas erklärt "Stellungswechsel" so: "Der Film zeigt, wie hilflos wir Männer eigentlich sind!"

Bewertung: Großartig, witzig, nie platt und mit tollen Schauspielern zeigt "Stellungswechsel", dass deutsche Komödien mehr können als Klischees dreschen. Absolut sehenswert! Und auch für Jungs ist der Film ein Muss.

In "Hit the City - München" zeigt uns die Regisseurin Maggie Peren ihr München, wo auch der Film spielt.