Reality Queens - Rassismusvorwürfe

- Gerade mal 770.000 Zuschauer sahen sich die erste Folge von "Reality Queens auf Safari" an - und nun kommt zu den miesen Quoten auch noch der Vorwurf an ProSieben hinzu, das Gastgeberland Tansania jener unsinnigen Doku-Soap rassistisch und voller Vorurteile darzustellen. Ein wütender offener Brief an die ProSieben-Verantwortlichen von 23 entwicklungspolitischen Organisationen kritisiert die Darstellung Tansanias bei den "Reality Queens" aufs Schärfste und es wird gefordert, die Sendung nicht weiter auszustrahlen. In dem Brief heißt es, die Sendung verstärke "allgemeinverbreitete Stereotype gegenüber dem ostafrikanischen Land Tansania, schürt gängige Vorurteile und stellt die Menschen des Landes in einer rassistischen und diskriminierenden Form dar". Das sei teilweise menschenunwürdig und beleidigend. Alle Infos zu den Vorwürfen gegen die Sendung lest ihr in dieser News.

Reality Queens, nicht ganz klischeefrei: Nina (2.v.l.), Micaela (3.v.r.) und Tessa (rechts)  in Tansania.

"Stereotype Darstellung Tansanias": Die Reality Queens müssen sich Rassimus-Vorwürfen stellen

Reality Queens in Tansania: stereotyp?

Unter den 23 Nichtregierungsorganisationen, die in dem offenen Brief den Stopp der "Reality Queens" fordern, sind beispielsweise das Leipziger Missionswerk, Tanzania-Network, die Initiative Schwarzer Menschen in Deutschland uvm. Und die NGOs belegen ihre Vorwürfe mit nicht von der Hand zu weisenden Tatsachen. So sei bereits der Vorspann von "Reality Queens auf Safari" voller Stereotype Afrika und Tansania betreffend: "richtig wilde Tiere" gäbe es dort, und "richtig echte Naturvölker".

"Ungeheuerlicher Rassismus"

Nicht nur das Format an sich muss sich den Vorwürfen stellen, auch die Kandidatinnen. So wird in dem Brief weiter eine Szene zitiert, bei der eine Reality Queen angedeutet habe, die tansanischen Männer haben bei der Ankunft der Kandidatinnen am Flughafen einen Samensturz erlitten.

Dieses an sich schon schwer dumme Zitat wurde in der ProSieben-Sendung dann noch durch Schnittbilder potenziert: Es wurden kopuliernde Affen eingeblendet. "Neben einer pervertierten Beleidigung der hier gemeinten tansanischen Männer durch die Kandidatin, lässt der damit verbundene Schnitt den subtilen Vergleich zwischen Tansaniern und Affen zu, das ist ungeheuerlicher Rassismus!" heißt es in dem offenen Brief weiter.

Dummheit schützt vor Vorwürfen nicht

Diese Aussagen seien auch nicht durch "mangelnde Kenntnisse" oder "niedriges Bildungsniveau" zu entschuldigen. Darum fordern die Organisationen, die Sendung zu stoppen, sie sei inakzeptabel. Und tatsächlich: Menschen mit Affen zu vergleichen, sollte man auch mit einem IQ von unter 0 (den wir so nicht im entsprechenden Schnittraum vermuten!) tunlichst vermeiden, das ist ohne Wenn und aber Rassismus pur.

Bislang jedoch unternimmt ProSieben keine Schritte, die Sendung abzusetzen. Das Beste, was man als Zuschauer für sich tun kann und auch um ein kleines Zeichen gegen diese gefährlichen Vorurteile und Klischees zu setzen, ist: Einfach nicht einschalten!

Es gibt doch soviel besseres Fernsehen:Breaking Bad im Stream zum Beispiel. Oder eine von diesen hier...