Nach Oscar-Boykott: Akademie reagiert mit neuen Regeln

- Harte Anschuldigungen gegen die "Academy of Motion Picture Arts and Sciences" - der Grund: Das zweite Jahr in Folge wurden keine dunkelhäutigen Schauspieler in den Darstellerkategorien nominiert. Künstler wie Will Smith oder Michael Moore wollen deshalb die Oscars 2016 boykottieren. Nun reagiert die Filmakademie mit neuen Regelungen!

Lupita Nyong'o

Lupita Nyong'o wurde 2014 mit dem Oscar als beste Nebendarstellerin für ihre Rolle in "12 Years a Slave" ausgezeichnet.

"Wir sind würdevolle Menschen, und wir sind mächtig." - mit diesem Statement kündigte Jada Pinkett Smith in einem Video ihren Boykott für die Oscars 2016 an. Auch Ehemann Will Smith und Regisseur Spike Lee wollen der diesjährigen Oscar-Verleihung fernbleiben.

Hintergrund sind die scharfen Kritiken gegen die "Academy of Motion Picture Arts and Sciences". Ihnen wird vorgeworfen, seit zwei Jahren ausschließlich weiße Schauspieler für den Oscar nominiert zu haben. David Oyelowo, der im vergangenen Jahr für seine Rolle als Bürgerrechtler Martin Luther King in "Selma" nicht für einen Oscar nominiert worden war, sagte in einem Interview: "Dass 20 Gelegenheiten, nicht-weiße Schauspieler und Schauspielerinnen zu feiern, im vergangenen Jahr ausgelassen wurden, ist das eine - dass es in diesem Jahr wieder passiert, ist unverzeihlich!"

Reaktion der Film-Akademie

"Es ist Zeit für große Veränderung" - die Präsidentin der "Academy of Motion Picture Arts and Sciences" Cheryl Boone Isaacs gab sich ob der Vorwürfe betrübt und äußerte sich in einer schriftlichen Mitteilung über die fehlende Vielfalt bei den Oscar-Nominierten. 

Cheryl Boone Isaacs

Schauspieler John Krasinski und die Präsidentin der "Academy of Motion Picture Arts and Sciences" Cheryl Boone Isaacs bei der Verkündung der Oscar-Nominierten 2016.

Neue Regelungen 

Nach dem Boykott reagiert nun die Akademie: Die "Academy of Motion Picture Arts and Sciences" plant dramatische Änderungen bis 2020. So sollen das Wahl-Prozedere, der Prozess der Mitglieder-Rekrutierung und die Organisationsstrukturen geändert werden, zugunsten einer größeren Vielfalt der Jury-Mitglieder. Die Akademie möchte, dass bis 2020 die Hälfte der rund 7000 Mitglieder der Organisation aus Frauen und Minderheiten bestehen. 

Dass Männer und Weiße aktuell in der Überzahl der Akademie sind, ist zwar nicht offiziell - Fakt ist, dass Frauen und Dunkelhäutige der Minderheit angehören. Ein Grund dafür, dass Minderheiten weniger Chancen auf eine Trophäe haben? Das wird sich zeigen, wenn die Academy ihre Versprechungen wahr macht und auf Worte Taten folgen lässt.