I Feel Pretty mit Amy Schumer: Body-Positive oder genau das Gegenteil?

- In dem neuen Kinofilm "I Feel Pretty" spielt Amy Schumer eine junge Frau, die gebeutelt wird von Selbstzweifeln - wie viele Frauen in unserer Gesellschaft, auf denen ein enormer Druck lastet immer perfekt und hübsch auszusehen. In ihrer Rolle der Renee Bennett will sie auf humorvolle Art und Weise zeigen, wie man sich als Durchschnittsfrau in einer Welt von Schönen fühlt, ganz im Sinne der Body-Positivity-Bewegung. Was eigentlich eine gute Sache sein könnte, hat allerdings auch einen Haken.

Amy Schumer in

In "I Feel Pretty" spielt Amy Schumer Renee, die sich plötzlich als das sieht, was sie immer sein wollte: gertenschlank, sexy und selbstbewusst. Nur die anderen sehen die Veränderung im Spiegel nicht.

Body-Positivity zählt zu den großen Themen unserer Zeit - und das ist gut so. Denn auf Frauen lastet ein enormer gesellschaftlicher Druck, das superschlanke Schönheitsideal treibt viele in Selbstzweifel und Essstörungen. Männer bleiben von solchen Problemen in den meisten Fällen unberührt. Umso wichtiger also, dass das Thema auf den Tisch kommt. Wie auch im Fall von "I Feel Pretty", der neuen Feel-Good-Komödie mit Amy Schumer. In der Hauptrolle spielt sie die junge Frau Rennee, die durch einen glücklichen Zufall plötzlich zu dem wird, wovon sie so lange geträumt hat - nämlich zur gertenschlanken Sexbombe mit Mega-Selbstbewusstsein. Was sie nicht weiß: Nur sie sieht sich plötzlich superschlank und sexy - für die anderen ist die Veränderung nicht sichtbar. Und trotzdem scheint sich ihr komplettes Leben plötzlich zum Positiven zu wenden - sie steigt im Job auf und gewinnt endlich den Respekt der von ihr so bewunderten Chefin Avery LeClaire (Michelle Williams). Das liegt natürlich nicht an ihrem neuen schlanken Erscheinungsbild, sondern an ihrem neuen Selbstbewusstsein.

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Was ist so witzig daran, dass sich eine Durchschnittsfrau plötzlich sexy fühlt?!

Was eigentlich als Signal gelten soll, dass ausschließlich unser Selbstbewusstsein uns davon abhält unsere Ziele zu erreichen, könnte von einigen dennoch falsch verstanden werden. Denn der Film ist in gewohnt humorvoller Amy-Schumer-Komik-Manier gehalten und viele Lacher rühren daher, dass sich die eher durchschnittliche Rennee plötzlich megahot findet und wie ein 1,80 Mter großes Topmodel verhält. Da könnte man sich schon auch fragen, was eigentlich so komisch daran sein soll, dass eine junge, nicht ganz gertenschlanke Frau wie Amy Schumer sich plötzlich "wunderschön" und "sexy" fühlt?! Positiv anzumerken ist, dass der Zuschauer nie zu sehen bekommt, wie Renee sich selbst im Spiegel sieht. Und auch viele andere Frauenrollen im Film werden von Selbstzweifeln geplagt, was nicht immer nur am Körpergewicht liegt. Schade nur, dass kein einziger Mann von irgendwelchen Zweifeln geplagt wird. Für Freunde der leichten Unterhaltung ist der Film also sicher nicht verkehrt, Feministen werden dem Film aber nur wenig abgewinnen können!

Der Film mit Amy Schumer läuft ab 10. Mai in den deutschen Kinos. Hier gibt's den Trailer: