HBOs Scientology Doku - "Going Clear"

- Wer sich mit einer der bekanntesten Sekten anlegt, sollte besser vorsorgen und rechtlichen Beistand organisieren. Am 29. März 2015 lief auf HBO der lang erwartete Film über Scientology, in dem es unter anderem auch darum geht, welche Rolle Tom Cruise und John Travolta im undurchsichtigen Geflecht der Glaubensgemeinschaft spielen. Basierend auf dem Bestseller "Going Clear" wurde die Dokumentation gedreht, für die rund 160 Anwälte engagiert wurden.

Scientology Dokumentation auf HBO

Kelly Preston und John Travolta werben seit Jahren als aktive Mitglieder für Scientology. Auch sie werden in der Dokumentation beleuchtet.

Lawrence Wright: "Going Clear"

Pulitzer-Preis-Gewinner Lawrence Wright veröffentlichte 2013 mit "Going Clear: Scientology, Hollywood & The Prison of Belief" einen Bestseller, der jetzt als Basis für eine HBO-Dokumentation dient. Der Film über Scientology lief erstmals im Januar 2015 auf dem Sundance Film Festival in Salt Lake City. Am 29. März 2015 zeigte HBO die Dokumentation in den USA. Die Details, die dabei ans Licht kamen, sorgen für Kopfschütteln.

160 Anwälte sichern gegen Scientology ab

Da die Dinge, die Wright während der Recherche für "Going Clear" herausgefunden hat, kein gutes Licht auf Scientology werfen, geht man bereits jetzt davon aus, dass die Sekte in einen Rechtsstreit gegen die Macher der HBO-Dokumentation treten wird. Deshalb wurden rund 160 Anwälte eingestellt, die den Film wasserdicht und gegen jegliche Anklagen immun machen sollen. Das ist wahrscheinlich auch besser so. Schließlich deckt die Dokumentation auf, dass bei den "Verhören" der Anhänger auch Fragen zu den Sexualpartnern gestellt werden. Diese Verhöre werden zudem aufgenommen und können somit jederzeit gegen den einzelnen Anhänger verwendet werden.

Scientology Center in Los Angeles

Super-präsent in den USA: Scientology Center gibt es in etlichen Großstädten.

Ein besonderer Augenmerk liegt auf L. Ron Hubbard, dem Gründer der Scientology-Sekte. So wird in der Dokumentation seine Affinität zu Okkultem und vor allem zu Aleister Crowley beleuchtet, so wie das Gerücht er habe seine Tochter umgebracht. So soll L. Ron Hubbard zu seiner zweiten Ehefrau Sara Northup gesagt haben: " ... ich habe sie in kleine Stücke geschnitten...", diese Aussage später dann aber revidiert haben.

Tom Cruise als Sprecher für Scientology

Tom Cruise ist aktives Mitglied bei Scientology und trat schon öfters als Sprecher auf. Hier in Madrid.

Und auch Tom Cruise wird in der Dokumentation genauestens beleuchtet. So drohte der Schauspieler während seiner Ehe mit Nicole Kidman der Scientology Kirche abtrünnig zu werden und bat die Sekte dann darum, das Telefon seiner Frau abzuhören. Mehr dazu im Video:

Auch die Mitgliedschaft von John Travolta wird in "Going Clear" beleuchtet. So soll der Schauspieler durch die ständigen Verhöre stapelweise Material bei Scientology liegen haben, das im Falle eines Ausstiegs sofort gegen ihn verwendet werden würde. In der Dokumentation wird das das "Black PR Package" genannt. Zudem soll John Travolta darum gebeten haben, während der Verhöre nicht gefilmt zu werden. Dennoch seien überall versteckte Kameras installiert worden.

Das sind nur einige Eckpunkte der Doku über Scientology, die wirklich sehenswert ist. Wann und ob sie in Deutschland zu sehen sein wird, ist noch unklar. Wir halten euch aber auf dem Laufenden.

Werdet ihr die Doku anschauen?