Glow-Stars Alison Brie und Betty Gilpin im Interview

Glow ist DIE Serie für alle Powerfrauen. Die neue Netflix-Serie wurde nicht nur größtenteils von Frauen gemacht, sondern sie beschäftigt sich auch mit typischen Frauenproblemen wie Feminismus, Diskriminierung und Emanzipation. Vierzehn Schauspielerinnen wirken in den Hauptrollen, die beiden Protagonistinnen sind Alison Brie und Betty Gilpin. Wir haben mit den beiden über Glow und ihre Erfahrungen als Schauspielerinnen gesprochen. 

Die Glow-Stars Alison Brie und Betty Gilpin im Interview

Die zwei Hollywood-Stars Alison Brie (links) und Betty Gilpin (rechts) haben uns im Interview verraten, wie schwer es für Frauen im Showbusiness wirklich ist. 

In Glow, ein Akronym für "Gorgeous Ladies of Wrestling“, das im Los Angeles der 1980er-Jahre spielt, geht es um die Entstehung der gleichnamigen Fernsehserie, die seit 1986 in den USA ausgestrahlt wird. Dabei wird die fiktive Geschichte der Schauspielerin Ruth erzählt, die in Hollywood erfolglos an ihrem großen Durchbruch in der Filmindustrie arbeitet, als sie die Einladung bekommt, an Glow mitzuwirken. Wie auch Ruth, wissen auch die beiden Protagonistinnen der Netflix-Sendung Glow, wie schwer es sein kann, in dieser harten Branche Fuß zu fassen. Im Internet haben uns Alison Brie, die die Rolle der Ruth spielt, und Betty Gilpin, die Ruths Wrestling-Gegnerin darstellt, verraten, welche Hindernisse sie auf dem Weg nach Hollywood überwinden mussten und auch immer noch überwinden müssen.

Welche sonderbaren Jobs musstet ihr machen, um euch über Wasser zu halten, bevor ihr euch eure ersten Rollen sichern konntet?

Alison Brie: Ich habe für kurze Zeit als Clown auf Partys gearbeitet. Außerdem war ich die Empfangsdame in diversen Yoga Studios in Los Angeles. Ich hatte das große Glück, zu Hause bei meinen Eltern leben zu können, weshalb ich mir den Luxus leisten konnte, einen schlechtbezahlten Job zu haben, der es mir erlaubt hat, flexibel zu arbeiten, um zu Castings zu gehen. Danach bin ich auch mit einer Schauspieltruppe in Altenpflegeheimen aufgetreten. Als ich dann endlich meine ersten Filmangebote bekommen habe, waren es nur schreckliche Rollen, wie zum Beispiel die Hauptrolle in einem fürchterlichen Horrorfilm, in dem ich eine junge Frau spiele, die von einem Dämon geschwängert wird und dann vom Baby in ihrem Bauch besessen wird. Es war zwar ganz lustig, aber so etwas würde ich heute nicht noch einmal machen.

Ruth aus Glow von Netflix

Alison Brie als Ruth in Glow, der neuen Serie von Netflix

Dass Schauspielerinnen schlechte Rollen angeboten werden ist auch ein Thema in der Pilotfolge von Glow, richtig?

Alison Brie: Genau. Wir sehen, wie Ruth Schwierigkeiten dabei hat, geeignete Rollen zu finden. Sie sträubt sich gegen die Parts, die ihr angeboten werden, weil sie so langweilig sind. Sie hat keine Lust darauf, immer nur die Sekretärin zu spielen …

Die Serie Glow spielt ja im Jahre 1985. Ist das heute auch noch so?

Betty Gilpin: Das ist sogar noch ziemlich weit verbreitet. Wenn man als Schauspielerin einen Job annimmt, dann kann man sich darauf einstellen, dass es eine Szene geben wird, in der man zwinkern, mit den Wimpern klimpern und ein enges Kleid tragen muss und dann hat man sich mit viel Glück eine Szene verdient, in der man weinen und echte Gefühle zeigen darf.

Und wie geht man als emanzipierte Frau damit um?

Betty Gilpin: Ich habe zum Beispiel für Baywatch vorgesprochen. Bei einer der freizügigeren Szenen habe ich geschielt. Manchmal finden die Casting Direktoren das lustig und sie geben dir die Rolle. Was ich damit sagen will: Ich versuche die Barbies verrückt und dreidimensional zu machen, auch wenn das so vielleicht nicht im Drehbuch steht. Ich glaube, wir sind jetzt an einem Punkt angelangt, an dem wir Frauen nicht einfach unterstellen, dass sie ständig an Brunch oder Hausarbeit denken, sondern bedeutend tiefgründiger sind.

Betty Gilpin als Debbie in Glow von Netflix

In der neuen Netflix-Serie Glow spielt Betty Gilpin die Wrestlerin Debbie

Hattet ihr dieses Problem auch bei Glow?

Betty Gilpin: ÜBERHAUPT nicht. Da ja Liz Flahive, Carly Mensch und Jenji Kohan, die auch für Orange Is The New Black verantwortlich ist, unsere Produzentinnen waren, wusste ich, dass diese Show nicht so frauenverachtend sein würde, wie andere Shows, an denen ich bereits gearbeitet habe.

Alison Brie: Außerdem waren wir von so vielen Frauen umgeben. Insgesamt spielen 14 Frauen bei Glow mit, die Hälfte unserer Produzenten sind Frauen, dazu kommen noch die Frauen in der Crew. Die Dreharbeiten für Glow waren ein sehr befreiendes Erlebnis. Mir war nie bewusst, dass mir das bisher gefehlt hat. Ich arbeite sehr gerne mit Männern, aber Glow war einfach anders. Ich habe mich so sicher und wohlbehütet gefühlt.

Glaubt ihr, dass dieses Gefühl dann auch beim Zuschauer ankommt?

Betty Gilpin: In Glow geht es ja viel um Wrestling. In Amerika ist das eine Sportart, die eher von Männern mit einem traditionellen Frauenbild verfolgt wird. Ich hoffe, dass diese Männer vielleicht den Trailer sehen und sich von den ganzen Brüsten und Popos, von denen es in Glow auch einige zu sehen gibt, ködern lassen. Die Serie ist dann wie ein trojanisches Pferd, das sich öffnet und diese Männer vielleicht an Themen wie Emanzipation, Feminismus und Abtreibung heranführt, mit denen sie sich sonst vielleicht nicht beschäftigt hätten.

Seht hier den Trailer zu Glow:

Glow kann ab Freitag, den 23. Juni 2017 exklusiv auf Netflix gestreamt werden.