Fremdschämen für die No Angels beim Eurovision Song Contest

- 12 Points go to… Russia! Am Wochenende lud der Eurovision Song Contest zum 53. Mal in Folge zum Mitfiebern ein. Von Mitfiebern konnte jedoch in Deutschland nicht die Rede sein: Die "No Angels", die für Deutschland mit der Startnummer vier ins Rennen gingen, belegten den letzten Platz. Immerhin landeten dort auch Polen und England, so dass wir Deutschen die Schmach nicht ganz alleine ertragen müssen.

Rodolfo Chikilicuatre ging mit Spielzeuggitarre für Spanien ins Rennen (Bild: Getty Images)

Rodolfo Chikilicuatre ging mit Spielzeuggitarre für Spanien ins Rennen (Bild: Getty Images)

Lediglich von Bulgarien erhielten wir zwölf Punkte, was wohl an Lucys Beteiligung an der bulgarischen TV-Show "Music Idol" liegt: Wie Dieter Bohlen hierzulande, sucht Lucy in ihrer Heimat den bulgarischen Superstar. Kurz vor dem Grand Prix nutzten die "No Angels" die Chance und traten in der Sendung auf, um ihren Hit "Disappear" vorzustellen und die Werbetrommel zu rühren. Gebracht hat's nicht wirklich etwas, denn trotz der bulgarischen zwölf Punkte konnte Deutschland nichts reißen. Leider müssen wir zugeben, dass bei der schiefen Gesangsperformance der vier Mädels und der Kostümwahl, die sehr an einen Lady-Shave-Werbespot erinnert, das Fremdschämen nicht ausblieb.

Die Bilder des 53. Eurovision Song Contest gibt es hier!

Der Gewinner in diesem Jahr ist Russland, das zwar in alter Manier von diversen osteuropäischen Ländern die volle Punktzahl erhielt, aber überraschenderweise nicht nur: Russland hat 2008 nichts dem Zufall überlassen und Unmengen von Geld in den Auftritt investiert. Sänger Dima Bilan holte sich für seinen Auftritt Profi-Eisläufer Eugeni Pluschenko und Geiger Edvin Marton mitsamt Stradivari-Geige auf die Bühne: Während der eine fleißig Pirouetten auf einer Kunsteis-Bühne drehte und der andere auf seiner 300.000-Euro-Geige wie wild fiedelte, sang Dima Bilan seinen von Timbaland höchstpersönlich produzierten Hit "Believe". Das kam an und Russland gewann wohlverdient.

Natürlich durften beim 53. Eurovision Song Contest die üblichen Kuriositäten nicht fehlen: Spanien schickte Rodolfo Chikilicuatre, einen Comedian mit Elvistolle und Witzsong ins Rennen, und für Schweden trat Charlotte Perrelli an, die dank ihrer vielen Schönheits-OPs Jocelyn Wildenstein Konkurrenz machte. Auf Platz zwei sang sich übrigens mit ähnlichem Glitzerkleid und Knack-Figur die Ukrainerin Ani Lorak.

Neben Deutschland sind Großbritannien, Frankreich und Spanien die größten Geldgeber für den Grand Prix, was eine Teilnahme der vier Länder zwar garantiert, aber ihnen keinerlei Vorteile bringt. Ganz im Gegenteil: Nicht nur wir Deutschen, auch die anderen Sponsorenländer landeten auf den unteren Plätzen und hatten, wie es scheint, nicht mal den Hauch einer Chance. Und dabei schickte Frankreich den grandiosen Sebastian Tellier ins Rennen, der mit Abstand die witzigste Bühnenshow des Abends lieferte.