Equal Pay Day - der Rechner des Zorns

- Am 19. März 2016 ist es wieder soweit: Frauen werden ab diesem Tag endlich für ihre Arbeit entlohnt. Vereinfacht gesprochen. Denn da weibliche Arbeitnehmer durchschnittlich 21,6 Prozent weniger verdienen als ihre männlichen Kollegen, markiert der Equal Pay Day jenen Tag, bis zu dem Frauen auf das ganze Jahr gerechnet quasi umsonst gearbeitet haben... Tja, das "feiern" wir, mit der Equal Pay Day Rechenanleitung, intern auch "Rechner des Zorns" genannt. Wieviele Kohle geht euch 2016 durch die Lappen?

Equal pay day

Von uns, für euch: der Rechner des Zorns zum Equal Pay Day...

Equal Pay Day

Am 19. März 2016 ist nicht nur Earth Hour (um 20.30 Uhr), nein, es ist auch Equal Pay Day - und das ist eigentlich überhaupt kein Grund zur Freude. Sondern macht ein wenig wütend. Denn erst ab heute werden wir Frauen für unsere Arbeit auch bezahlt - bildlich gesprochen.

"Der Rechner des Zorns"

Darum hier, Öl ins Feuer! Der Rechner des Zorns funktioniert ganz einfach: Ihr müsst euer Gehalt - wir empfehlen das Netto-Monatsgehalt, geht aber auch mit den Brutto- oder Jahreswerten, das tut dann eben noch mehr weh - mit 100 multiplizieren. Diese Summe teilt ihr dann durch 78,4 (weil wir 21,6 Prozent weniger als Männer verdienen). Dann seht ihr, was Männer im gleichen Zeitraum verdienen.

Die Formel lautet also vereinfacht: Frauengehalt x 1,2755102

Die Gender Pay Gap basiert natürlich auf Durchschnittsgehältern - natürlich gibt es Frauen in Spitzenpositionen, die mehr als ein durchschnittlicher Mann verdienen. Es ist sozusagen eine sehr plastische Darstellung dessen, was die Durchschnittdeutsche am Ende des Jahres weniger in der Tasche hat als ihr männlicher Durchschnittskollege - nämlich 22 Prozent weniger. Jüngere Studien sprechen sogar von einem Entgeltunterschied von 23 Prozent zwischen den Geschlechtern! Andere Berechnungen gehen von 101 Tagen aus, die Frauen mehr arbeiten müssen, um das gleiche Gehalt wie ihre männlichen Kollegen zu verdienen und datieren den Equal Pay Day darum auf Anfang April.

22 Prozent weniger Lohn für Frauen?

Aber warum sollten Menschen für die gleiche Arbeit weniger Gehalt bekommen, nur aufgrund minimaler körperlicher Unterschiede?

Gender Pay Gap

Klassische Argumente, woher diese "Gender Pay Gap" herrührt, machen uns leider auch nicht glücklicher: Frauen seien zurückhaltender, leider auch in Gehaltsverhandlungen! Im Jahr 2013 waren nur etwa 29 Prozent der leitenden Angestellten Frauen – so der "Führungskräfte-Monitor 2015" des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin).

Außerdem arbeiten Frauen seltener in so genannten Männerdomänen wie Autoindustrie oder Informationstechnik - dort sind die Gehälter dafür tendenziell höher.

Und was lernen wir daraus: Bei der Berufswahl sollten wir Rollenklischees hinter uns lassen, in Bewerbungs- und Jahresgesprächen selbstbewusster auftreten. Vor allem aber: Auf Chefinnen (ja, mei, auch auf Chefs) hoffen, die Frauen, Mütter, Väter und Singles einfach allesamt gleich behandeln: aufgrund ihrer Leistungen, Effektivität und Erfahrungen bewerten - nicht aufgrund ihres Geschlechts.

Patrica Arquettes Oscarrede

Patricia Arquette hat ja in ihrer Oscarrede 2015 genau dieses Problem angeschnitten (zu sehen ab 2:50):