Emma Watson erhält Todesdrohungen

- Emma Watson hat Mitte September 2014 eine sehr emotionale, energische und schlaue Rede zum Start einer neuen UN-Gleichberechtigungskampagne gehalten. Als UN-Sonderbotschafterin für mehr Gleichberechtigung bezeichnete sie sich selbst als Feministin und forderte Männer und Jungs auf, den Kampf für Lohngleichheit zwischen Männer und Frauen zu unterstützen. Außerdem forderte sie, dass Frauen das uneingeschränkte Recht haben müssen, über ihren Körper zu bestimmen. Die so lancierte Kampagne #HeForShe wird mittlerweile von vielen nicht minder schlauen Promis unterstützt und alles, was Emma Watson vor den Vereinten Nationen sagte, ist wahr und richtig. Doch das Internet ist ein böser Ort. Der geschmacklose Hasthtag #RIPEmmaWatson macht die Runde. Es ist absurd und traurig, dass es 2014 noch Männer gibt, die Angst haben, ja vor was eigentlich? Alle Infos hier.

Emma Watson und Ban Ki-moon

Auf Augenhöhe: UN-Sonderbotschafterin für mehr Gleichberechtigung, Emma Watson, und der Generalsekretär der Vereinten Nationen Ban Ki-moon

Das Recht auf den eigenen Körper und gleiches Gehalt

Welcher Mann würde dem Satz "Jeder Mann hat das Recht, über seinen Körper selbst zu bestimmen!" widersprechen? Welcher Mann würde sich an der Aussage "Es wird Zeit, dass Männer in dem gleichen Job genauso viel verdienen wie Frauen" stören? Keiner! Nicht einer!

Doch wenn man in diesen Sätzen die Geschlechter vertauscht und damit die Realität abbildet - auch in Deutschland verdienen Frauen in selben Positionen wie Männer laut einer OECD-Studie rund 22 Prozent weniger als die Männer - drehen manche Männer durch. Seht hier nochmal Emma Watsons tolle Rede:

Hashtag mit Todesdrohung

Ein Hashtag mit Todesdrohung als Reaktion auf Emma Watsons Rede ist nun wirklich das letzte und dümmste, was in den letzten Jahren aus dem Internet hervorquoll. Die Countdown-Uhr mit der Ankündigung, Nacktbilder von Emma Watson zu veröffentlichen, stammt, wie mittlerweile bekannt wurde, von einer Marketing-Agentur, die in einem offenen Brief an Barack Obama ein Verbot der Internetseite 4chan fordert. Dennoch: Geschmacklos und dumm! Was soll es bringen, die Demütigung einer jungen, hübschen Frau als Marketing-Gag einzusetzen?!?! Traurig, dass im Jahr 2014 noch auf diesem Niveau mit Frauen umgegangen wird.

#HeForShe

Glücklicherweise ist die frauenverachtende Gruppe, die das Wort "Feministin" immernoch gerne als Schimpfwort benutzt, klein. Emma Watsons Aufruf, auch Männer mögen sich an der Kampagen unter dem Hashtag #HeForShe beteiligen und für Frauenrechte eintreten, findet zumindest in ihrem Kollegenkreis Gehör.

Stars unterstützen #HeForShe

So bezeichnete sich Joseph Gordon-Levitt ("500 Days of Summer") schon vor längerer Zeit als Feminist, um dem Begriff das Stigma zu nehmen:

Auch der Schauspieler Douglas Booth ("Noah") macht mit und zeigt bei Twitter seine Solidarität:

Ebenso setzt Oscar-Preisträger Forest Whitaker ("Der letzte König von Schottland") ein Zeichen, indem er #HeForShe unterstützt.

Wir hoffen, dass Emma Watson die absurden Anfeindungen aus dem Netz gelassen nehmen kann. Wir brauchen mehr Frauen, die ihre Stimme erheben. Aber vor allem brauchen wir mehr Männer, die sich von Frauen, die nichts weiter als gleiche Rechte einfordern, nicht bedroht fühlen, sondern diese zu unterstützen bereit sind!