Anne Hathaway

Schluss mit SchneewittchenIhre Karriere startete sie als Hollywood-Prinzessin. Doch auf den Thron hat Anne schon lange keine Lust mehr. "Ich schmeiße die Tiara weg!", erklärt sie kampfeslustig. Und zeigt sich dieses Jahr mit gleich drei Kinofilmen von einer ganz neuen Seite...

(Bild: Getty Images)

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Backstage

Am 12.11.1982 wird Anne Hathaway (benannt nach der Ehefrau von Literaturlegende William Shakespeare) in Brooklyn, New York, geboren. Ihr Vater Gerald ist Anwalt, Mutter Kate McCauley Bühnenschauspielerin (in "Plötzlich Prinzessin 2" hat sie eine Mini-Rolle als Chorleiterin).

Ihre erste TV-Rolle bekommt Anne in der Serie "Sechs unter einem Dach" (1999). "Plötzlich Prinzessin!"-Produzent Garry Marshall gab ihr u.a. die Hauptrolle, weil seine Enkelinnen Annes Haare schön fanden. Der Film wurde Annes Durchbruch! Auch ihr neues Projekt hat Hit-Garantie: Mit Kate Hudson dreht sie bald "Bride Wars".

Ein Lächeln süß wie Crème brûlée, riesige Rehaugen und dazu die glänzende pechschwarze Schneewitchenmähne. Stopp! Schließlich ist das die alte Anne Hathaway. Und die können Sie ab sofort komplett vergessen...

Denn die 25-Jährige schafft gerade das, was vielen Schauspielerinnen vorher nicht geglückt ist: Sie befreit sich mit voller Kraft vom "Girl next door"-Image! Ob "Plötzlich Prinzessin!" (2001), "Ella Enchanted" (2004) oder "Der Teufel trägt Prada" (2006) – Anne durfte immer nur das liebe Mädchen spielen. Doch jetzt zeigt sie uns drei ganz neue Gesichter! Im Thriller "Passengers" (Kinostart: 26.6.) muss sie extrem mutig sein: Als Therapeutin deckt Anne nach einem Flugzeugabsturz eine blutige Verschwörung auf.

Für die Action-Komödie "Get Smart" dagegen (ab 10.7. im Kino) ging sie täglich in die Mucki-Bude, nahm sogar Unterricht in Martial Arts. "Als Geheimagentin muss ich so fit sein wie Jennifer Garner in ,Alias‘. Es gibt viele Kicks und Hiebe!" Um zu beweisen, wie durchtrainiert sie ist, zeigt Anne ihren beneidenswerten Bizeps. "Solche Muskeln wie jetzt hatte ich noch nie!" Gleich danach stürzte sich die gebürtige New Yorkerin in eine ganz andere Rolle: In "Dancing with Shiva" (ein genauer Starttermin steht noch nicht fest) spielt sie ein verlebtes Model, das zwischen Rehab und Gelegenheitsjobs pendelt.

"Ich will eben so viele verschiedene Charaktere wie möglich spielen", betont Anne. Aber nicht um jeden Preis: Die Rolle der Alison in "Beim ersten Mal" (2007) lehnte sie ab. "Weil sie da eine Vagina zeigen wollten. Und ich fand nicht, dass das wirklich nötig war, um die Geschichte zu erzählen." Dass die Komödie mit Katherine Heigl ein Mega-Hit wurde, ist ihr egal. "Ich bin eben wählerisch. Und das bleibe ich. Auch wenn ich meinen Agenten damit an den Rand des Nervenzusammenbruchs treibe."

Für US-Kritiker war sie "anmutig", "zurückhaltend" oder einfach nur "wunderschön". Alles nicht schlecht. "Aber dieses Image war wie eine Steinmauer. Es hat mir viel verbaut", erklärt die Schauspielerin. Jahrelang bekam sie nur mit Perwoll gewaschene Rollenangebote. Und auch beim Dreh von "Der Teufel trägt Prada" wollten die Stylisten ihr, passend zum Gala-Outfit, ein Krönchen aufsetzen. "Ich habe denen gesagt, dass ich das Ding nur in die Hand nehme, wenn ich es an die Wand schmeißen und schreien darf: F*** no!"

Der Regisseur entschied, der dickköpfigen Anne doch lieber eine Blume ins Haar zu stecken... Bei der Erinnerung an dieses kleine Machtspielchen lächelt die 25-Jährige zufrieden. Sie weiß: Nur wenn sie weiterhin hart kämpft, wird sie den leidigen Ruf des "Goody-goody" ("Musterkind" – so nennt sie spitz die New York Post) los. Als Anne kürzlich bei Late-Night-Talker David Letterman erzählte, dass sie am Set von "Geliebte Jane" nach einer durchzechten Nacht verkatert am Set aufgetaucht sei, antwortete der völlig überrascht: "Was? Ich hätte nicht gedacht, dass Sie Alkohol trinken." So kann man sich täuschen, Mr. Letterman!

Die Chefs der Luxusmarke Lancôme scheint Anne auf jeden Fall schon beeindruckt zu haben: Die Schauspielerin ist das Gesicht der neuen Kampagne. Ab September wird Anne weltweit von Plakaten herunterlächeln. "Sie ist eine strahlende junge Frau, die die moderne Weiblichkeit perfekt verkörpert", sagt Lancôme-Chefin Odile Roujol.

Das findet wohl auch der italienische Immobilienkaufmann Raffaello Follieri (28). Seit drei Jahren ist er hin und weg von der Hollywood-Beauty. "Es war Liebe auf den ersten Blick", schwärmt Anne, die Raffaello zärtlich "Angel" nennt. Die beiden sind angeblich auf der Suche nach einem gemeinsamen Zuhause: Im feinen New Yorker Stadtteil Gramercy Park haben sie gerade ein vierstöckiges Haus für 22 Millionen Dollar besichtigt – mit fünf Schlafzimmern, großem Garten und Marmorkaminen.

Anscheinend hat den beiden das Edel-Domizil gefallen: "Nach der Besichtigung haben die beiden wild auf der Eingangstreppe geknutscht", verrät ein Beobachter. Anne und Raffaello sind eben unzertrennlich! "Wenn wir uns mal nicht sehen können, telefonieren wir stündlich miteinander", gibt sie zu – und plötzlich wird ihr Gesichtsausdruck ganz weich. Denn in diesem Augenblick wird klar, dass es für Anne etwas gibt, das viel wichtiger ist als alle Filmrollendieser Welt. "Ich gehöre zu denjenigen, die für ihre große Liebe sterben würden. Ich würde meine Beziehung für nichts auf der Welt aufs Spiel setzen."

In "Dancing with shiva" spielt Anne ein drogensüchtiges Model. Im Film "Get Smart" (ab 26.6. im Kino) eine Agentin. Regisseur Peter Segal ist begeistert: "Es ist einfach unglaublich, wie wandelbar Anne ist!"
Anne liebt Labradorhündin Esmerelda (3) über alles. "Sie war ein Geschenk, das Raffaello mir nach einem heftigen Streit überreicht hat. Total romantisch!"

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