Geschlechtskrankheiten - Vorsicht, ansteckend!

- Unter den Begriff "Geschlechtskrankheiten" fallen nur ganz bestimmte Krankheiten, die durch sexuelle Kontakte übertragen werden.

Sexuell übertragbare Krankheiten

Sexuell übertragbare Krankheiten (STD = Sexually Transmitted Diseases) sind Krankheiten, die auch oder hauptsächlich durch den Geschlechtsverkehr übertragen werden können. Sie können von Bakterien, Viren, Pilzen, Protozoen und Arthropoden verursacht werden. Für alle gilt: Nur ein Kondom schützt vor Ansteckung!

Unter Geschlechtskrankheiten im engeren Sinn versteht man Krankheiten, für die für behandelnde Ärzte eine gesetzliche Meldepflicht an die Behörden besteht oder bestand. Zu den klassischen Geschlechtskrankheiten zählen Syphilis, Gonorrhoe, Ulcus molle und Lymphogranuloma venereum. Weit verbreitet sind inzwischen HIV-Infektion und AIDS, Hepatitis B, Herpes genitalis, Chlamydien, Trichomonaden, Filzlausbefall und die Infektion mit bestimmten HP-Viren, die für das Entstehen von Gebärmutterhalskrebs verantwortlich sind.

Syphilis: Symptome und Therapie

Syphilis gehört zu den sexuell übertragbaren Krankheiten und wird auch "Franzosenkrankheit" genannt. Syphilis ist eine Bakterieninfektion vom Typ Treponema pallidum. Nach einer Infektion verteilen sich die Erreger mit dem Blut im ganzen Körper.

Der Erreger der Syphilis ist das Bakterium Treponema pallidum, der hauptsächlich durch Schleimhautkontakte weitergegeben wird. Symptome einer Syphilis sind zunächst schmerzlose Schleimhautgeschwüre und Lymphknotenschwellungen. Bei einem Teil der Infizierten gelangt die Krankheit zu einem chronischen Verlauf, der durch vielfältigen Haut- und Organbefall gekennzeichnet ist. Im Endstadium kann es zur Zerstörung des zentralen Nervensystems kommen.
Wie kann man behandeln?
Außer bei Allergie wird Syphilis mit Penicillin behandelt.

Chlamydien-Infektion

Chlamydien sind kugelförmige Bakterien, die nur in Wirtszellen überleben können.
Wer ist gefährdet?
Viele mit Chlamydien Infizierte haben kaum Beschwerden und bemerken daher ihre Entzündung nicht. Dadurch erhöht sich das Risiko einer chronischen Erkrankung und einer unbemerkten Verbreitung.
Wie kann man behandeln?
Chlamydien lassen sich effektiv mit Antibiotika behandeln. Eine Partnertherapie ist nötig. Der Arzt wird in der Regel zwei bis vier Wochen nach der Behandlung einen Kontrollabstrich abnehmen, um das Vorhandensein weiterer Erreger auszuschließen.

Tripper (Gonorrhoe)

Tripper ist eine Infektionskrankheit, die von Bakterien verursacht wird. Typisch ist ein gelblich-weißer Ausfluss aus Gebärmutterhals oder Penis. Unbehandelt kann Tripper chronisch werden und Unfruchtbarkeit hervorrufen. Die Bakterien finden sich außer in den Geschlechtsorganen meist auch in Rachen oder im Enddarm, abhängig von den sexuellen Vorlieben.
Wer ist gefährdet?
Da Tripper bei manchen Infizierten völlig symptomlos verläuft und in bis zu 70 Prozent die Erkrankung nicht bemerkt wird, werden die Bakterien meist ohne Wissen weitergegeben.
Wie kann man behandeln?
Antibiotika helfen gut, solange der Partner mitbehandelt wird um eine erneute Ansteckung zu verhindern.

Herpes genitalis

Herpes genitalis wird in der Regel durch Herpes Simplex Viren (HSV) Typ II ausgelöst. Die Läsionen finden sich an den inneren und äußeren Geschlechtsorganen und im Bereich des Afters. Ein bestimmter Virentyp führt auch zu Bläschen an der Mundschleimhaut.
Wer ist gefährdet?
Herpes-Viren sind weit verbreitet. Man geht davon aus, dass weltweit etwa 85 Prozent der Menschen mit dem Typ I und 25 Prozent mit Typ II infiziert sind. Daher gilt auch hier: Nur ein Kondom kann vor Ansteckung schützen!
Wie kann man behandeln?
Herpes genitalis kann nicht geheilt werden, da die Viren in den Nervenknoten überdauern. Bei einer guten Immunabwehr werden Symptome aber meistens unterdrückt. Ansonsten äußert sich die Krankheit in schmerzhaften Bläschen, die lediglich durch rechtzeitige Gabe antiviraler Mittel (innerhalb der ersten fünf Tage nach Auftreten) bekämpft werden können, so dass sie schneller abheilen. Neben dem Herpes Genitalis, der im Bereich der Geschechtsorgane wirkt, tauchen auch andere Formen von Herpes auf, z.B. der Herpes Labialis, der sich auf und nahe der Lippen ansiedelt. Hier gibt's mehr über diese Form: Unreine Haut und Herpes.

HIV-Infektion / Aids

HIV ist die Abkürzung für „Human Immunodeficiency Syndrom“ und bedeutet übersetzt „menschliches Immunschwäche-Virus“. „HIV-positiv“ bedeutet, dass im Blut eines Menschen Antikörper gegen das Virus nachgewiesen wurden. Aids ist eine hochansteckende, sehr gefährliche sexuell übertragbare Krankheit, die durch das HI-Virus ausgelöst wird. Das Virus befindet sich in Körperflüssigkeiten, in hoher Konzentration in Blut und Sperma. Der Erreger gelangt durch kleine Verletzungen in den Organismus.
Wer ist gefährdet?
Ein weit verbreiteter Irrtum ist, dass sich hauptsächlich Drogenabhängige und Homosexuelle mit dem HI-Virus infizieren. Es handelt sich zwar bei beiden um eine Risikogruppe, dennoch ist potentiell jeder gefährdet. Die Verbreitung einer HIV-Infektion ist seit einigen Jahren wieder deutlich auf dem Vormarsch, die Neuinfektionen steigen auch in Deutschland Jahr für Jahr! Besonders gefährdet sind Pornodarsteller. Lest hier mehr über HIV in der Pornoindustrie.
Wie kann man behandeln?
HIV/Aids ist nicht heilbar. Während die Diagnose „HIV-positiv“ in den 80er Jahren noch häufig das baldige Todesurteil bedeutete, kann das Leben Infizierter mittlerweile durch immer bessere Medikamente verlängert und der Ausbruch der Krankheit (Aids) hinausgezögert werden. Neuartige Medikamente verbessern die Lebensqualität und können die Lebenserwartung enorm erhöhen. Bei einem Kontakt mit Virushaltigen Körperflüssigkeiten kann sofort mit einer Postexpositionsprophylaxe begonnen werden. Diese Therapie ist nur in den ersten 72 Stunden nach Kontakt sinnvoll und besteht in einer mehrwöchigen Anti-Virus-Therapie.

Hepatitis

Allgemein bezeichnetHepatitiseine Leberentzündung, die durch Viren oder durch eine Autoimmunreaktion hervorgerufen werden kann. Häufig werden unter Hepatitis die klassischen Virusinfektionen mit den FormenHepatitis A, B, C, D und Everstanden. Die Hepatitis A verläuft nicht chronisch und heilt meist ohne ernsthafte Komplikationen spontan aus. Übertragen werden die A-Viren durch verunreinigtes Wasser oder Lebensmittel (z. B. Muscheln). Hepatitis A gilt daher als importierte Erkrankung nach einem Aufenthalt in Risikogebieten, Schutz bietet eine Impfung. Hepatitis B-Viren werden über Blut übertragen und andere Körperflüssigkeiten. Hepatitis B gehört zu den sexuell übertragbaren Krankheiten. Die Therapie einer chronischen Hepatitis B ist nur eingeschränkt möglich, es gibt aber ebenfalls eine vorbeugende Impfung. Hepatitis C löst aufgrund ihres chronischen Verlauf meist auch schwere Leberschäden aus, gegen sie gibt es jedoch keine vorbeugende Impfung! Hepatitis D tritt als Sekundärinfektion nur in Kombination mit B auf, bei Hepatitis E handelt es sich um eine Infektion, die überwiegend oral-fäkal (z.B. nach einer Überschwemmung) übertragen wird. Ein Impfstoff wird derzeit entwickelt.
Bei den Hepatitis B-Viren spielt der sexuelle Übertragungsweg eine große Rolle.
Wer ist gefährdet?
Die Eintrittspforten in den Körper sind meist kleinste Hautverletzungen. Daher gilt als Risikofaktor auch der ungeschützte Geschlechtsverkehr. Unter Kleinkindern kann die Infektion auch durch Kratzen oder Beißen weitergegeben werden.
Wie kann man behandeln?
Eine akute Hepatitis B verläuft in zwei Drittel aller Fälle ohne Symptome und heilt nach zwei bis vier Wochen aus. Allerdings kann diese Form auch einen schweren Verlauf nehmen, bei der das Gehirn geschädigt wird. Medikamente können den Verlauf lindern. In besonders schweren Fällen hilft nur eine Lebertransplantation. Bei etwa fünf bis zehn Prozent der Patienten entwickelt sich eine chronische Hepatitis.

Ulcus molle (Weicher Schanker)

Der Weiche Schanker ist eine Infektionskrankheit mit dem Bakterium Haemophilus ducreyi. Sie äußert sich mit sehr schmerzhaften, kleinen Hautgeschwüren (Ulcera) an den Geschlechtsorganen und mit einer regionären Lymphknotenschwellung (Inguinallymphknoten). Bei Frauen verläuft die Infektion aber teilweise auch völlig symptomlos.
Wer ist gefährdet?
In Europa tritt der Weiche Schanker sehr selten auf, daher ist das Ansteckungsrisiko geringer als bei anderen sexuell übertragbaren Krankheiten. Aber auch hier gilt: Wirklich schützen kann nur ein Kondom!
Wie kann man behandeln?
Der Weiche Schanker wird erfolgreich mit Antibiotika behandelt. Eine Partnertherapie und sexuelle Abstinenz bis zur Ausheilung ist unbedingt nötig.

Feigwarzen

Feigwarzen sind eine Folge Humaner Papilloma-Viren (HPV). Sie bilden sich in rosenkohlähnlicher Form am Penisschaft, an den Schamlippen oder rund um den Enddarm.
Wie kann man behandeln?
Die Behandlung erfolgt lokal mit speziellen Cremes und Tinkturen. Auch eine Abtragung mit Laser kommt in Frage.

Filzlausbefall

Die Filz- oder Schamlaus ist eine am Menschen parasitierende Laus. Sie wird etwa 1 bis 1,5 Millimeter lang und trägt kräftige Halteklauen am Ende ihrer sechs Beine, mit denen sie sich an die menschlichen Haare klammert. Die winzigen Tiere nisten sich in den Schamhaaren, manchmal auch auf anderen Körperregionen ein. Dort legen sie ihre Eier ab und saugen Blut. Ihr Stich verursacht einen starken Juckreiz.
Wer ist gefährdet?
Wird die Filzlaus vom Körper entfernt, stirbt sie innerhalb von 24 Stunden. Sie kann aber während dieser Zeit in Kleidungsstücken, Bettzeug oder Handtücher überleben . Eine Übertragung kommt in der Regel nur durch direkten Körperkontakt zustande.
Wie kann man behandeln?
Die Behandlung erfolgt mit Lindanpräparaten (Insektizid). Ergänzend kann das Scham- und die Achselbehaarung abrasiert werden. Kleidung und Wäsche heiß waschen und trocknen.

Krätze: Übertragung und Behandlung

Krätze ist eine weitverbreitete parasitäre Hauterkrankung, die durch die Krätzmilbe verursacht wird. Die winzigen Weibchen bohren sich in die Haut und legen dort Kot und Eier ab. Die Absonderungen rufen Bläschen, Pusteln und in der Folge Verkrustungen hervor.
Wer ist gefährdet?
Krätze zählt zu den sexuell übertragbaren Krankheiten, wird jedoch durch jeden Körperkontakt übertragen. Ein Kondom schützt hier nicht.
Wie kann man behandeln?
Die wirksamste Behandlung erfolgt mit einer fünf-prozentigen Permethrinsalbe, die die Milben in der Regel bereits beim ersten Mal abtötet. Bettwäsche und Kleidung sollte bei 60 °C gewaschen und Gegenstände, mit denen andere Menschen Kontakt haben, regelmäßig desinfiziert werden. Für befallene Patienten gilt in Deutschland nach dem Infektionsschutzgesetz § 34 bereits bei Verdacht ein Verbot des Aufenthalts und Arbeitens in Gemeinschaftseinrichtungen.

Kandidose

Sammelbezeichnung für eine Infektion mit Pilzen der Gattung Candida.
Wer ist gefährdet?
Infektiöse Pilzorganismen kommen auch beim gesunden Menschen vor, allerdings meist nur als oberflächliche Haut- Schleimhautbesiedlung. Bei angeborener oder erworbener Immunschwäche können jedoch diese körpereigenen als auch in der Umwelt vorhandenen Pilze schwere Erkrankungen auslösen, beispielsweise eine Lungenentzündung oder eine Infektion des ganzen Körpers.
Wie kann man behandeln?
Behandlung mit Antimykotika, desinfizierenden Farbstoffen und speziellen Reinigungsmitteln. Haut möglichst trocken halten.