Vasalgel: Die Pille für den Mann?

Es ist längst möglich und landet doch nicht auf dem Markt: Die Verhütung für den Mann in Form von Injektionen. Was bereits möglich ist, was Vasalgel ist, wie die Verhütungsmethoden funktionieren und warum bisherige Studien wieder abgebrochen wurden, erfahrt ihr hier!

Wenn nur nicht die Nebenwirkungen wären: Es gibt längst Verhütungsmethoden für den Mann, doch auf dem Markt sind sie bislang nicht

Neue Verhütung für den Mann

Eine im Oktober veröffentlichte Studie beweist: die hormonelle Verhütung für den Mann funktioniert und wäre möglich. Doch es wird sie so schnell nicht geben!

Zwischen 2009 und 2011 testeste man eine neue Verhütungsmethode für den Mann, ein auf Testosteron-Substitution basierendes Verfahren, ebenfalls als Injektion verabreicht. Doch die Studie musste abgebrochen werden. Die Männer, die im Rahmen einer WHO-Studie bis 2011 mit einem Injektionspräparat gestestet wurden, litten unter starken Nebenwirkungen (es sind die gleichen Nebenwirkungen, denen auch Frauen bei der Verwendung hormoneller Verhütungsmittel ausgesetzt sind). Alle acht Wochen wurden die 320 Probanden weltweit geimpft. Mit sehr großem Erfolg wurde die Spermienanzahl durch dieses Vorgehen auf einen Wert reduziert, der die Männer vorübergehend unfruchtbar werden ließ.

Nur 1,57 Prozent der Testpersonen waren noch fruchtbar. Zum Vergleich: Bei der Pille liegt die Wahrscheinlichkeit für eine Schwangerschaft bei nur 0,1 Prozent. Damit ist die Pille zwar sicherer, ein Erfolg ist die Hormonspritze für den Mann aber trotzdem!

Pille für den Mann - Studie abgebrochen

Viele der Studienteilnehmer klagten aber über aufkommende Pickel, Gewichtszunahme und Stimmungsschwankungen, bis sich die WHO gezwungen sah, die Studie frühzeitig zu beenden. Übrigens sollen sogar Probanden, die gar keine richtige Injektion erhielten, also die Gegenproben sozusagen, ebenfalls über diese Nebenwirkungen geklagt haben. Das Projekt "Pille für den Mann" ist damit vorerst gescheitert..

Die Pille für den Mann? Die Spritze für den Mann!

Eine weitere Methode der Verhütung für den Mann ist das hormonfreie Vasalgel. Das Prinzip ist eigentlich ganz einfach.

Vasalgel wird in die Samenleiter injiziert

Das Vasalgel, ein nicht-hormonelles Gel, wird in den Samenleiter injiziert und versperrt so den Spermien den Weg. Die Forscher gehen davon aus, dass die Verhütungswirkung bereits nach einigen Tagen einsetzt und anschließend rund zehn Jahre lang eine ungewollte Schwangerschaft verhindert. Will ein Mann dann Kinder zeugen, kann die Zeugungsfähigkeit angeblich ganz einfach wiederhergestellt werden. Durch die Injektion eines Lösungsmittels wird das Vasalgel wieder aus dem Samenleiter gespült und der Weg für die Spermien ist wieder frei.

Wann kommt die Verhütungsspritze für den Mann auf den Markt?

Soweit die Theorie. Ob die Methode allerdings wirklich funktioniert, ist noch nicht geklärt. Bisher haben die Forscher das Vasalgel nur an Tieren getestet, Ende 2016 sollen klinische Test mit Männern starten. Wenn dann alles funktioniert und das Vasalgel die Zulassung bekommt, könnte diese Verhütungsmethode schon 2018 in den USA auf den Markt kommen.

Verhütung bleibt vorerst Frauensache

Die Verhütung hat eine lange Geschichte und endet doch zwangsläufig im Aufgabengebiet der Frauen - das könnte sich aus wissenschaftlicher Sicht ändern. Wird es aber vorerst nicht. Bisher ist auf dem Markt für Verhütungsmittel für den Mann noch nicht sonderlich viel geboten. Es gibt Kondome, ja. Will er die - aus welchen Gründen auch immer - nicht, bleibt die Verhütung meist Frauensache. Ob nun mit der Pille oder Verhütung ohne Hormone ... Obacht: Wir reden hier nur von der Schwangerschaftsverhütung - sexuell übertragbaren Krankheiten kann man weiterhin NUR mit Kondomen vorbeugen!

Bareback: Die 10 dümmsten Männer-Ausreden für Sex ohne Kondom

Spätestens seit den 1960er Jahren durch die Erfindung der Anti-Babypille ist Verhütung Frauensache geworden.

Nichts scheint einfacher, als sich täglich eine kleine Tablette einzuwerfen. Heute gibt es sogar sogenannte Mikropillen, deren Name Risikofreiheit bei absoluter Unfruchtbarkeitssicherheit suggeriert. Wie gut die einzelnen Pillen wirklich sind, findet ihr bei uns im großen Pillen-Vergleich heraus.

Macht außerdem den Test: Welche Verhütung passt zu mir?

Für die Frauen in der 60er Jahren war die Einführung der Antibabypille ein großer Schritt zu Emanzipation, Eigenverantwortung und Selbstbestimmung. Die allseits bekannten und bis heute andauernden Nebenwirkungen, die mit einer hormonellen Verhütung einhergehen (ist ja irgendwie klar, dass sich der Körper, die Haut und die Psyche verändern, wenn man sich täglich Hormone zuführt und eine Schwangerschaft vortäuscht), werden seit Jahrzehnten in Kauf genommen - von den Frauen und der Medizin.

Nebenwirkungen Pille

Zu den Nebenwirkungen zählen in erster Linie eine Gewichtszunahme, eine Verschlechterung des Hautbilds bishin zu Akne, Haarausfall, Müdigkeit und Stimmungsschwankungen. Im Gegenzug kamen in den letzten Jahren aber auch immer mehr Pillen auf den Markt, die gegen genau diese Unannehmlichkeiten vorgehen (weshalb sie immer früher immer jüngeren Mädchen verschrieben werden). Angeblich verbessern diese Mikropillen das Hautbild, können die Menstruationsschmerzen lindern, das Hungergefühl regulieren und so zur Gewichtsabnahme führen.

Nicht nur die Pille, sondern auch andere Verhütungsmethoden können negative Nebenwirkungen haben. Der Nuvaring beispielsweise sorgt bei vielen Frauen für starke Stimmungsschwankungen.

Frauen haben sich damit angefreundet, weil sie die Vorteile der Pille schätzen. Nicht ständig mit einem Kondom verhüten zu müssen, die Kontrolle und Sicherheit zu haben - dafür nehmen viele Frauen die Nebenwirkungen in Kauf.