Unser Zyklus auf Pille

- Stimmungsschwankungen, PMS, erhöhte Libido: Diese Zustände, die der natürliche Zyklus mit sich bringt, sollen bei Frauen, die die Pille nehmen, nahezu ausgeschaltet sein. Aber ganz so einfach ist es nicht. Der Zyklus auf Pille läuft zwar anders, aber vorhanden ist er dennoch.

Die Pille verändert unseren Zyklus (Bild: Getty Images)

Konstanter Zyklus auf Pille

Natürliches Östrogen und Progesteron wird mit der Anti-Baby-Pille von synthetischen Stoffen ersetzt. Diese Hormone von außen ersetzen die natürlichen Hormone, die sonst im Körper ausgeschüttet werden. Daher bleibt der hormonelle Verlauf bei den Pillennehmerinnen während des 28-Tage-Zyklus viel konstanter als bei den Mädels, die ihre Hormone selbst produzieren.

Abbruchblutung

Nur während der Abbruchblutung, die in der einwöchigen Pillenpause einsetzt, sinken die Hormonwerte auf denselben Level wie bei menstruierenden Frauen ohne Pille. Während der 21 Tage, an denen die Pille täglich genommen wird, sind die Gestagen- und Östrogenwerte täglich auf demselben hohen Niveau, unmittelbar nach dem Schlucken der Pille ein wenig höher.

Östrogenwert

Der Östrogenwert entspricht in dieser Zeit denen einer Frau, die kurz vorm Eisprung steht, das bedeutet: hohe Libido und ein insgesamt gutes Körpergefühl. Der Gestagenwert dagegen ist so hoch wie bei Frauen etwa eine Woche vor dem Einsetzen der Regelblutung und hemmt somit auch die Libido, denn Progesteron, das natürliche Äquivalent zum Progestagen, das mit der Pille zugeführt wird, reduziert das Testosteron und damit auch das sexuelle Verlangen. Die Lust ist also weder besonders hoch (Progestagen) noch besonders gering (Östrogen), wenn frau die Pille nimmt.

Langzeitzyklus

Da mittlerweile immer mehr Frauen die Pille durchgehend nehmen, also gänzlich ohne Menstruation auskommen, stellt sich der durch die Pille simulierte 28-Tage-Zyklus in Frage. Zwar liegen noch keine Langzeitergebnisse vor, aber bislang konnten keine negativen Begleiterscheinungen des so genannten Langzeitzyklus festgestellt werden.

In einigen gynäkologischen Fällen wie Myomen (gutartige Tumore) oder Endometriose (gutartige Wucherung der Gebärmutterschleimhaut) soll der Langzeitzyklus sogar positiv, also hemmend auf die Wucherungen, wirken. Das durchgängige Nehmen der Pille ist jedoch nur mit den Einphasenpräparaten möglich.

Minipille

Bei der Minipille dagegen wird kein Östrogen zugeführt, sondern nur Gestagene, die den zyklischen Aufbau der Gebärmutterschleimhaut verhindern und somit eine Einnistung der Eizelle verhindern. Außerdem verändert sie die Schleimhaut derart, dass Spermien nicht eindringen können.

Wie läuft der Zyklus ohne Pille? Hier steht's!

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