Sex hilft dem Gedächtnis

Eine neue Studie belegt, wie gute kognitive Fähigkeiten und häufiger Sexualverkehr zusammenpassen. Hier erfahrt ihr alle wichtigen Infos.

Kann sich Sex positiv auf die Gedächtnisleistung auswirken?

Kann sich Sex positiv auf die Gedächtnisleistung auswirken?

Sex macht glücklich, Sex macht schlank - und einer neuen Studie nach macht Sex sogar klug. Wobei "klug" einer differenzierteren Betrachtung unterzogen werden muss: Es ist eher im Sinne gesteigerter kognitiver Fähigkeiten gemeint. Und die Studie ist noch sehr neu. Trotzdem widmen wir diesem interessanten Forschungsergebnis doch mal kurz unsere Aufmerksamkeit:

Die Studie beinhaltet folgende vielversprechende Kernaussage: Wer häufiger Sex hat, kann sich mehr abstrakte Worte merken. Das Gedächtnis wird durch häufigen Sex also positiv beeinflusst.

Die Studie "Frequency of Penile–Vaginal Intercourse is Associated with Verbal Recognition Performance in Adult Women" erschien Ende 2016 im Archives of Sexual Behavior. Befragt wurden 78 heterosexuelle Frauen unter 30 Jahren - unter anderem nach ihrem Sexualverhalten, ihrem Notendurchschnitt und der Einnahme von Verhütungsmitteln. Zusätzlich testete man ihre Fähigkeiten, sich Gesichter und abstrakte Worte zu merken. Die Forscher der McGill University versuchten damit ein Testergebnis zu rekonstruieren, das sich schon bei Tierexperimenten gezeigt hatte: Regelmäßiger Vaginalsex wirkt sich wahrscheinlich positiv auf die Bildung von Nervengewebe im Hippokampus aus, was widerum die Gedächtnisleistung verbessert.

Beziehungsstatus und Gedächtnisleistung

Zusätzlich will man herausgefunden haben, dass der Beziehungsstatus bei den Probandinnen keine Rolle bezüglich der Gedächtnisleistung gespielt hat. Es scheint mehr um den Vorgang an sich gehen. Auch die Anzahl der Orgasmen spielt keine unmittelbare Rolle - zumindest für Frauen, die die Pille einnahmen.

Gründe für das Studienergebnis

Allgemein nimmt man an, dass sich körperliche Aktivität in jeglicher Hinsicht positiv auf die kognitiven Fähigkeiten auswirkt. Und so ist auch Sex in erster Linie eine Form von Bewegung. Weiter ist bekannt, dass sich Sex wirksam gegen Depression und Stress zeigt. Sind negative Gefühle abgebaut, ist das Gehirn leistungsfähiger.

Eine letzte mögliche Erklärung könnte der Aspekt der Belohung darstellen. Hormone und Transmitter, chemische Stoffe, die im Gehirn Belohnung signalisieren, spielen nachweislich sowohl im Gedächtnis als auch beim Geschlechtsverkehr eine Rolle. Vielleicht wirkt sich die beim Sex empfundene Belohnung durch die Ausschüttung chemischer Stoffe positiv auf die Gedächtnisleistung aus.

Diese Studienergebnisse beziehen sich aber wie gesagt in erster Linie auf junge Frauen, die sich noch mehr oder weniger im Entwicklungsstadium befinden. Die Studie ist noch sehr neu und die Endergebnisse noch nicht zugesichert. Also gilt weiterhin: Vokabeln sollten durch häufiges Üben, Uni-Stoff durch genügend Zeit und Planung gelernt werden. Sex ist, solange diese Studie nicht geklärt ist, nicht aller Probleme Lösung.