Orgasmusstörungen - wenn die tote Hose zum Problem wird

- Keinen Orgasmus und das schon seit Jahren? Gibt's nicht, denken viele. Gibt's doch: Umfragen zufolge kommen rund 26 Prozent aller Frauen gar nicht oder nur sehr selten zum sexuellen Höhepunkt. Auch Männer sind von Orgasmusschwierigkeiten betroffen – und leiden meist erheblich darunter. Welche Ursachen in Frage kommen und was hilft, erfahren Sie hier

Sonst ganz große Klappe und dann im Bett die totale Flaute? Damit sind weder ER, noch SIE alleine ... (Bild: Getty Images)

Sonst ganz große Klappe und dann im Bett die totale Flaute? Damit sind weder ER, noch SIE alleine ... (Bild: Getty Images)

Von einer Orgasmusstörung, auch als Anorgasmie oder sexuelle Dysfunktion bezeichnet, kann man sprechen, wenn trotz vorhandenem sexuellen Verlangen und ausreichender Stimulation nicht oder nur sehr selten ein Orgasmus erreicht wird. Allerdings gibt es keine pauschale Definition, denn im Grunde liegt eine "Störung" nur dann vor, wenn sie vom Betroffenen auch als solche empfunden wird. Und das ist nicht immer so. Dennoch: Für viele Frauen und Männer kann ein ausbleibender Orgasmus eine große psychische Belastung darstellen. Die Ursachen sind jedoch sehr verschieden und meist kommen mehrere Faktoren in Betracht.

Auch Männer können einen "Anorgasmus" haben, wenn sie zwar eine Ejakulation erleben, die Gefühle aber ausbleiben und keine Befriedigung eintritt.

Orgasmusprobleme beim Mann
Vorzeitiger Samenerguss kann genetisch bedingt sein. Schuld ist das als "Kuschelhormon" bekannt gewordenes Hormon Serotonin und eine Störung im Nervensystem. Schwierigkeiten beim Orgasmus bzw. generell dabei, einen erigierten Penis zu bekommen, können auf körperlicher Ebene viele Ursachen haben. Beispielsweise als Folge von Erkrankungen wie Diabetes oder Entzündungen im Körper, Erkrankung des Hormonsystems (z. B. Schilddrüse) oder als Folge von anderen Medikamenten, z. B. Psychopharmaka. Auch die Psyche spielt beim Orgasmus eine große Rolle. Der Mann hat es zwar tendenziell etwas leichter als die Frau, zum Höhepunkt zu kommen, aber auch hier können unverarbeitete innere Konflikte, Stress oder Probleme in der Partnerschaft zum Orgasmusverlust führen.

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Orgasmusstörungen können vielerlei Gründe haben. Eine große Rolle spielt
bei solchen Problemen der Stress. Das ist der Lust-Killer Nummer 1!
(Bild: Getty Images)

Sex ohne Happy End

Orgasmusprobleme bei der Frau
Wenn es um Orgasmusstörungen bei der Frau geht, ist damit meistens ein extrem verzögertes Erreichen des sexuellen Höhepunkts gemeint oder aber die Frau kommt überhaupt nicht zum Orgasmus. Wenn Sie davon betroffen sind, sollten Sie zunächst organische Ursachen ausschließen. Wie beim Mann können z. B. Hormonstörungen den Orgasmus beeinflussen oder Orgasmusstörungen als Folge von Erkrankungen auftreten. Liegen keine organischen Probleme vor, muss auf psychischer Ebene nachgeforscht werden. In unserer heutigen Welt wird Sex ständig thematisiert – dabei halten sich z. B auch hartnäckige Mythen.
Ein Mythos ist der vom vaginalen Orgasmus als dem einzig wahren – das stimmt überhaupt nicht. Dem Großteil aller Frauen fällt es Studien zufolge schwer, nur durch die Stimulation des Penis in der Vagina zum Orgasmus zu kommen. Die meisten brauchen zusätzliche Stimulation der Klitoris, dem "Hauptnervenpunkt". Erst, wenn Sie z. B. auch durch Selbstbefriedigung nicht zum Höhepunkt gelangen können, könnten andere innere Blockaden schuld daran sein – z. B. unverarbeitete innere Konflikte, traumatische Erlebnisse oder Gewissensängste!

Wenn die Lust fehlt
Es gibt eine ganze weitere Reihe an ungenehmen störenden Einflüssen in der sexuellen Beziehung eines Paares. Fehlende Lust auf Geschlechtsverkehr steht dabei ganz oben, aber auch mangelnde Feuchtigkeit der Scheide oder Erektionsstörungen beim Mann sind behandlungsbedürftige – aber auch behandelbare Orgasmusstörungen, bei denen Sie Ihren Arzt um Rat fragen sollten. Mangelnde Lust auf Sex kann ebenfalls physische Ursachen haben, z. B. als Nebenwirkung von Medikamenten (Pille). Fragen Sie in diesem Fall Ihren Gynäkologen, ob der Wechsel auf ein anderes Präparat (z. B. Minipille) in Frage kommt. Auch lang anhaltender Stress ist sowohl für Männer als auch Frauen ein Problem, das die Sexualität belastet. In diesem Fall müssen Sie selbst etwas tun – nämlich "Paarzeiten" freischaufeln, die als Priorität ganz oben auf Ihrer Liste stehen und in denen Sie sich wieder annähern können. Sex steht dabei erstmal gar nicht auf dem Programm – wichtig sind gemeinsame Unternehmungen, Erlebnisse und Gespräche. Auch ein gemeinsamer Termin bei einem Sexualtherapeuten kann oft wahre Wunder bewirken!

Liebesspiel ohne Höhepunkt - was wirklich hilft

Wir zeigen Ihnen, was Sie unternehmen können, damit Sie schon bald nicht mehr unter einem sogenannten Lustverlust leiden müssen!

Orgasmus

Sowohl Männer, als auch Frauen leiden unter einer Orgasmusstörung.
Und es ist (noch) nicht bekannt, wer mehr leidet ... (Bild: Getty Images)

Was wirklich hilft
Wenn Sie Ihre Schwierigkeiten, zum Orgasmus zu kommen, belasten, sollten Sie sich auf der einen Seite körperlich durchchecken lassen (um so z. B. organische Ursachen auszuschließen) und anschließend mit einem Sexualtherapeuten auf Spurensuche gehen. Oft liegen die Gründe für Orgasmusstörungen im Unterbewussten und können nur mit professioneller Hilfe ans Tageslicht geholt und aufgearbeitet werden. Alleine können Sie außerdem versuchen, sich von dem Gedanken, einen Orgasmus bekommen zu müssen, völlig frei zu machen, und Sex wieder ohne Druck zu genießen (dann klappt es sehr viel eher). Allerdings ist die Wahrscheinlichkeit, an diesen Punkt zu kommen, mit professionellen Gesprächen und Hilfe sehr viel größer, da Sexualtherapeuten eine große Erfahrung auf diesem Gebiet haben und Ihnen sehr viel mehr mögliche Ursachen aufzeigen können, an die Sie vielleicht gar nicht gedacht haben.

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