Menstruationstasse einführen: Anleitung und Information

Menstruationstassen sind eine kostengünstige Alternative zu Tampons oder Binden. Die kleinen kelchartigen Behälter aus Kunststoff gibt es schon seit den 1930er Jahren. Trotzdem sind Menstruationstassen bei uns noch relativ unbekannt. Wir haben für euch alle wichtigen Fakten zu Menstruationstassen zusammengestellt.

Menstruationstassen bestehen aus Silikon, Latex oder anderen medizinischen Kunststoffen. Ihr könnt sie in der Apotheke kaufen, oder im Internet bestellen. Es gibt sie in verschiedenen Größen und von manchen Firmen auch in verschiedenen Farben und Weichheitsgraden. Außerdem gibt es Zubehör wie Sterilisationsbecher, Einführhilfen und Aufbewahrungsbeutel. Eine Menstruationstasse kostet zwischen 15 und 30 Euro.

Vorteile von Menstruationstassen

Menstruationstassen haben gegenüber Tampons einen großen Vorteil: Sie trocknen die Scheide nicht aus und lassen sich deshalb auch an den schwachen Tagen eurer Periode ohne Probleme benutzen. Erst mal ist eine Menstruationstasse zwar teurer als eine Packung Tampons oder Binden. Das Geld habt ihr aber schnell wieder raus, denn eine Menstruationstasse ist kein Wegwerfartikel und kann jahrelang halten. Da wären wir gleich noch bei einem weiteren Argument, das für die Menstruationstasse spricht: Wer sie benutzt, vermeidet Müll. Und zwar kiloweise. Ruby Cup, eine Menstruationstasse mit sozialem Backround, die nach dem BUY ONE GIVE ONE Prinzip beim Kauf einer Tasse eine weitere Tasse nach Afrika spendet, hat eine Umfrage aufgestellt: 90 Prozent der Anwenderinnen sind sehr (Note 5/5 49 Prozent) bzw zufrieden (Note 4/5 41 Prozent) und 96 Prozent würden die Menstruationstasse ihren Freundinnen weiterempfehlen.

Ruby Cup - Menstruationstasse spenden nach Afrika

Mit der Ruby Cup könnt ihr nun auch noch etwas für den guten Zweck tun und einem anderen Mädchen bzw. einer anderen Frau helfen: Denn wer eine Ruby Cup kauft, spendet gleichzeitig eine zweite an ein Mädchen in Afrika. In Kenia beispielsweise verpassen rund 20% der Schülerinnen den Schulunterricht, wenn sie ihre Regel haben. Tampons und Binden haben viele Mädchen nicht, weil es sich die Familien nicht leisten können. Sie verwenden dann teils sehr unhygienische Gegenstände, wie Socken oder alte Zeitungen, um die Blutung zu stoppen. Das führt wiederum zu Infektionen. Mit der Ruby Cup soll sich das ändern. Hierfür wird natürlich Aufklärungsarbeit geleistet, wie auf dem Bild zu sehen ist.

Hier erklären sich gerade zwei Mädchen den Umgang mit der Menstruationstasse

Nachteile von Menstruationstassen

Wenn ihr unterwegs seid, kann eine Menstruationstasse unpraktisch oder ein bisschen peinlich sein. Denn wer möchte die Menstruationstasse schon vor den Augen wildfremder Frauen im Waschbecken einer öffentlichen Toilette auswaschen? Einige Modelle enthalten Latex, auf das manche Frauen allergisch reagieren. Eine Alternative sind Menstruationstassen aus Silikon.

PMS und was ihr dagegen tun könnt

Einsetzen und Wechseln der Menstruationstasse

Wie die Menstruationstasse funktioniert? Sie wird in die Scheide eingeführt und fängt dort das Blut auf. Je nach Stärke der Blutung müsst ihr die Menstruationstasse in der Regel zwischen zwei und fünf Mal am Tag (aber spätestens nach 12 Stunden) wechseln, d.h. ihr entnehmt die Menstruationstasse, entleert und säubert sie und setzt sie dann wieder ein.

Wenn ihr ein wasserlösliches Gleitgel verwendet, funktioniert das Einsetzen leichter. Welche Methode für euch die beste ist, müsst ihr einfach ausprobieren. Ihr könnt die Menstruationstasse im Sitzen, Hocken oder Stehen einführen. Das Material ist weich und lässt sich gut falten. Es gibt verschiedene Falttechniken. Presst die Menstruationstasse zusammen und faltet sie dann einmal oder zweimal der Länge nach. Haltet die Menstruationstasse zwischen Daumen und Zeigefinger und führt sie mit der gefalteten Seite voran schräg nach hinten in eure Vagina ein. Tipp: Wenn ihr entspannt seid und euch nicht verkrampft, geht das Einführen leichter.

Wann sitzt die Menstruationstasse richtig?

Sie sollte so tief sitzen, dass ihr sie nicht mehr spürt oder als unangenehm empfindet, also nicht direkt am Scheideneingang. Wenn ihr die Menstruationstasse in Position gebracht habt, lasst ihr sie los und sie entfaltet sich. Das weiche Material passt sich an eure Vagina an.

Die Menstruationstasse wird dann von eurer Scheidenmuskulatur und dem Unterdruck in der Tasse gehalten und kann nicht verrutschen. Ob sie sich richtig entfaltet hat, könnt ihr ganz leicht checken, indem ihr sie am unteren Ende (nicht am Stiel oder Ring) einmal herumdreht. Oder ihr überprüft mit den Fingern, ob die Kanten noch gefaltet sind.

So entfernt ihr die Menstruationstasse

Auch für das Entfernen der Menstruationstasse braucht ihr zuerst ein bisschen Geduld und Übung. Zuerst müsst ihr den Boden der Tasse leicht zusammendrücken, damit sich der Unterdruck löst. Ihr könnt auch mit dem Finger die Oberkante leicht eindrücken. Zieht die Menstruationstasse dann vorsichtig heraus.
Egal ob ihr euch für eine Menstruationstasse mit Stiel, Ring oder Kugel entschieden habt – ihr müsst immer zuerst den Unterdruck lösen, bevor ihr die Tasse entfernt. Versucht nie, sie nur am Stiel oder Ring rauszuziehen.

Größe der Menstruationstasse

Menstruationstassen gibt es in vier Größen von S bis XL. Wenn eure Blutung stärker ist, ist ein größeres Modell besser geeignet, damit ihr die Menstruationstasse nicht so oft leeren müsst. An schwächeren Tagen ist auch ein kleineres Modell okay. Überlegt euch, welche Tampongröße ihr sonst verwendet hättet – das ist ein ganz guter Anhaltspunkt.

Die Menstruationstasse wird von euren Scheidenmuskeln gehalten. Die sind bei jungen oder sehr sportlichen Frauen stärker als bei älteren oder sportlich nicht so gut trainierten Frauen. Je schwächer Muskulatur und Bindegewebe, desto größer sollte die Menstruationstasse also sein, damit sie optimal sitzt.

Stiel, Ring oder Kugel?

Auch hier gilt wieder: Ausprobieren, womit ihr am besten zurechtkommt. Wenn ihr eure Menstruationstasse sehr tief einführt, empfiehlt sich ein Modell mit Stiel. Den könnt ihr übrigens mit einer Schere auf die optimale Länge kürzen, damit er nicht aus der Vagina herausschaut. Für Ungeübte empfehlen Hersteller die Ring-Variante, weil der Ring besonders gut zu greifen ist.