Vorsicht! Kommunikationsfallen in der Beziehung

Nahezu jeder Mensch wünscht sich eine glückliche Beziehung. Aber haben wir dann, was wir wollen – nämlich einen Deckel zum Topf gefunden, beginnt mit schöner Regelmäßigkeit das Rosarot des Verliebtseins zu verblassen. Dann kommt es darauf an, wie geschickt ihr mit Kommunikationsfallen in eurer Beziehung umgeht. 

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Irgendwann sind die Socken auf dem Boden kein Zeichen eines „lockeren“ Lebensstils mehr und das ewige Zuspätkommen zu Verabredungen lässt sich auch nicht mehr schön reden. Ein genervtes „Musst du denn immer …?“, das schnell mal heraus rutscht, ist dann eine harmlose Variante eines Vorwurfs. Wenn sich ein Wort das andere gibt, wird aus einem Streit über den Abwasch durchaus eine Grundsatzdiskussion.

Dabei ist die partnerschaftliche Kommunikation ein zentraler Pfeiler für Beziehungsglück, das zeigen auch zahlreiche Studien mit (scheidungsgefährdeten) Paaren. Und glücklicherweise sind es nicht allzu viele Regeln, mit denen man die gefährlichen Kommunikationsfallen in der Beziehung umschiffen und sogar im Streit am Beziehungsfundament bauen kann, anstatt es auszuhöhlen!

Die Fallen in einer Beziehung

1.  destruktive Kritik: Es ist für ein Gespräch absolut schädlich, den Partner mit verallgemeinernden Vorwürfen zu konfrontieren. Die wenigsten Menschen machen etwas „immer“ oder „nie“!

2. defensive Kommunikation: sich selbst verteidigen und rechtfertigen bei gleichzeitigen Gegenangriffen. Beispiel: „Warum sollte ich dich zu deinen Eltern begleiten, du hast dich letztes Mal unmöglich benommen!“

3.verächtliche Bemerkungen, die den Partner abwerten:„Bist du eigentlich zu blöd dafür, hier auch mal einen Handgriff zu tun?“

4. Gesprächsverweigerung und Rückzug, z.B. während eines Gesprächs einfach rauszugehen oder auf Fragen nicht zu antworten.

Die Strategien für eine gute Beziehung

1. Bewusstwerden: Ein wichtiger Schritt in Richtung gelungener Kommunikation liegt in dem Erkennen der eigenen Verhaltensweisen. Achtet beim nächsten Gespräch (das muss kein Streitgespräch sein!) mit eurem Partner darauf, wie ihr verbal und nonverbal kommuniziert. Macht euch innerlich bewusst, wenn ihr verächtliche Vorwürfe aussprecht oder möglicherweise auch nonverbal äußert (böses Gesicht, beleidigte Miene, etc.)

2. Richtig kommunizieren:

A) Sprecht von euch, euren Gefühlen und Bedürfnissen. Sagt beispielsweise: „Ich bin momentan in der Arbeit/Uni/etc. sehr eingespannt und mir wird die Hausarbeit einfach zu viel. Ich wünsche mir, dass du mich unterstützt und z.B. den Einkauf übernimmst.“

B) Äußert eure Wünsche und Bedürfnisse – und erwartet keine telepathischen Fähigkeiten!

C) Gebt positives Feedback: Überlegt selbst – wie oft sagt ihr eurem Partner etwas Nettes, bedankt euch für Hilfe oder gesteht ihm eure Liebe? Und wie oft nörgelt ihr im Vergleich dazu oder reagiert genervt? Unterm Strich sollte immer die positive Seite überwiegen, wenn die Beziehung langfristig halten soll!

D) Vermeidet allgemeine Vorwürfe und Schuldzuschreibungen. Ihr braucht deshalb nicht jeden Ärger „runter zu schlucken“ – aber bleibt bei einer konkreten Situation und fangt nicht an, eine Generalabrechnung anzustimmen.

3. Richtig zuhören: Zuhören meint in diesem Fall nicht, das Gerede des anderen einfach über sich ergehen zu lassen, sondern

A) dem anderen Achtung entgegen zu bringen: Signalisiert Interesse an eurem Partner, indem ihr ihm aktiv zuhört. Unterbrecht eure Tätigkeit – munter weiter an eurer E-Mail zu tippen, ist für das weitere Gespräch nicht unbedingt förderlich. Wenn die Situation ungünstig ist, vereinbart einen Zeitpunkt.

B) ihm mitzuteilen, dass er verstanden worden ist. Gebt in euren Worten wieder, was euer Partner gesagt hat.

C) nachzufragen. Zeigt eurem Partner euer Interesse an seinen Gesprächsthemen bzw. Problemen. Auf diese Weise erhält euer Partner Rückmeldung, wenn euch nicht alle Gefühle und Motive klar geworden sind.

4. Keine Gedanken lesen: Fragt nach, wenn ihr etwas nicht verstanden habt, aber sagt keine Sätze wie „Ich weiß schon, was du willst“ etc. Unterstellt eurem Partner nicht, etwas anderes als angegeben zu wollen/zu fühlen/etc..

Menschen können nicht immer wissen, wie es dem anderen geht, wie er sich fühlt oder was er braucht. Lasst es euch erzählen und setzt keine Dinge einfach voraus!

Literaturtipps

Joachim Engl und Franz Thurmayer: Wie redest Du mit mir? Fehler und Möglichkeiten in der Paarkommunikation (12. Auflage). Freiburg: Herder Verlag, 2006, 8,90 Euro.

Hans Jellouschek: Wie Partnerschaft gelingt – Spielregeln der Liebe. Freiburg: Herder Verlag, 2007, 8,90 Euro.

Guy Bodenmann: Beziehungskrisen: Erkennen, verstehen und bewältigen (2. Auflage). Bern: Huber-Verlag, 2005, 19,95 Euro.

Guy Bodenmann: Stress und Partnerschaft. Den Alltag gemeinsam bewältigen (4. Auflage). Bern: Huber Verlag, 2006, 19,95 Euro.

Hier gibt´s noch einige Infos zum Thema Beziehungsprobleme: