JOLIE-Studie: Wie normal ist mein Sexleben?

In einer großen Studie haben wir über 1.000 JOLIE-Leserinnen gefragt, wie ihr Sexleben ist. Was mögen sie gerne? Wie oft haben sie Sex? Nicht um Regeln aufzustellen, sondern um herauszufinden, wie ihr das mit dem Sex so haltet. Was ist schon "normal"? Was ist mit der Freundin, die ab und zu einen flotten Dreier hat? Darf Frau sich nach Lust und Laune selbstbefriedigen? Und: Wie oft ist eigentlich zuwenig? Wer sagt uns, wieviel Sex pro Woche "normal" ist? Wie normal ist mein Sexleben? Das wollten wir wissen – und bekamen überraschende Antworten!

Wir haben über 1.000 JOLIE-Leserinnen gefragt, wie ihr Sexleben ist.

LET’S TALK ABOUT SEX:

Blümchensex im Bett oder doch die schnelle Nummer auf dem Schreibtisch – jeder hat so seine eigenen Vorlieben. Erlaubt ist, was gefällt. Und sexuelle Tabus scheint es heutzutage auch kaum noch zu geben. Da wird die brave Ehefrau mal eben so zur Domina, um ihr Liebesleben aufzupeppen – wie Bree Van De Kamp in "Desperate Housewives".

JOLIE ist der Sache nachgegangen. Bei der großen Online-Umfrage und in persönlichen Interviews haben uns über 1000 JOLIE-Leserinnen pikante Details verraten. Lest selbst, wie normal euer Sexleben wirklich ist...

Wie oft Sex pro Woche ist normal?

1. Wie oft habt ihr Sex?

Wenn es geht, täglich 14%
Drei- bis viermal pro Woche 23%
Ein- bis zweimal pro Woche 35%
Ein- bis zweimal pro Monat 12%
Seltener oder nie 16%

Täglich zur Sache kommen? "Nichts für mich", meint Sandra Wagner. "Ich möchte auch mal die Frau kennenlernen, der das wirklich dauerhaft Spaß macht. Ganz ehrlich: Mir reicht ein- bis zweimal Matratzengymnastik pro Woche." Außerdem gibt die 26-jährige BWL-Studentin an, oft das Gefühl zu haben, im Bett unter einem enormen Leistungsdruck zu stehen. Damit ist sie nicht allein. Psychotherapeutin Katja Sundermeier sagt dazu: "Das geht vielen Frauen und Männern so. Mit dem Unterschied, dass Männer eher unter dem Druck stehen, wirklich zu ,können’ und ihre Partnerinnen zum Orgasmus zu bringen, Frauen dagegen eher Probleme mit ihrem eigenen Körper und Aussehen haben."

Unsere Userin Phoebe243 ärgert sich: "Ich finde diese Bevormundung ehrlich gesagt bedenklich, bis hin zu beängstigend. Gerade so etwas Intimes wie Sex sollte man sich eigentlich selbst gestalten dürfen, oder nicht?"

Welcher Sextyp bin ich?

2. Und ist das weniger, als ihr wollt?

Ja 51%
Nein 49%

Männer wollen ständig, Frauen eher selten – von wegen: "Mein Freund und ich führen eine Fernbeziehung. Wenn wir uns dann alle zwei Wochen sehen, will ich ständig Sex. Er ist dann oft derjenige, der nur mal kuscheln will. Und ich mache mir Gedanken, warum er nicht will – und ob es an mir liegt", berichtet Susanne H. (27) aus Berlin. Sabrina Köhler (29) ist da anders: 

Mir geht es beim Sex eher um Qualität als um Quantität. Zweimal pro Woche reicht mir. Hauptsache er verschafft mir einen Orgasmus!

3. Hattet ihr schon einmal einen One-Night-Stand?

Ja, einmal 31%
Schon mehrmals 32%
Nein, noch nie 37%

"Nach einer dreijährigen Beziehung war ich lange Single. Ich ging oft aus, lernte viele Typen kennen und einige Male ging es auch richtig zur Sache." Bereut hat Andrea Berger (28) diese Zeit nicht, auch wenn sie zugibt, bei den One-Night-Stands nicht wirklich auf Ihre Kosten gekommen zu sein. "Das Flirten, die ersten Küsse, fordernde Hände, die nach mehr verlangten... Das alles gab mir viel mehr als die schnelle Nummer, die dann folgte. Ich würde es auch nicht wieder tun, denn mein Ruf hat darunter gelitten."

"Auch heute noch gelten Frauen, die ihre Lust ausleben, schnell als Schlampen", weiß Psychotherapeutin Katja Sundermeier. "Völliger Quatsch. Denn Lust und Ungezügeltheit sind kein Privileg der Männer. Allerdings sollte man eines beachten: Wirkliche Nähe baut sich nicht in der ersten Nacht auf. Je vertrauter ein Paar miteinander ist, um so mehr kann sich jeder auch auf Intimität einlassen. Und: Sex ohne Liebe ist möglich – aber Liebe ohne Sex?"

Wer ergreift beim Sex die Initiative?

4. Ergreift ihr die Initiative, wenn ihr Sex wollt?

Nein, nie 2%
Nein, das ist seine Aufgabe 1%
Selten, denn ich werde schon lieber verführt 21%
Mal er, mal ich - das ist bei uns ganz ausgewogen 69%
Eigentlich ergreife ich immer zuerst die Initiative 7%

5. Habt ihr schon mal einen Porno geschaut?

Ja, und es hat mich erregt 53%
Ja, auch wenn ich es irgendwie abstoßend fand 16%
Ab und an 17%
Nein, noch nie 14%

Über die Hälfte der Teilnehmerinnen unserer Umfrage haben schon einmal einen Pornofilm gesehen – eine hohe Zahl, bedenkt man, dass Pornos eher in die Ecke der Männerphantasien gesteckt werden und noch immer ein Tabu sind. Oder habt ihr euch schon mal bei einem Abendessen über Sexfilme unterhalten – nach dem Motto "Die Szene hat mich total erregt und danach hatten wir wilden Sex"? Eher nicht, oder? "Als ich mit meinem Freund das erste Mal einen Sexfilm gesehen habe, fand ich das anfangs ziemlich eklig. Aber als wir danach miteinander schliefen, haben mich die Bilder schon erregt. Pornos spielen in unserem Sexleben nicht immer eine Rolle, aber ab und zu sorgen sie für den besonderen Kick", erzählt Lea Wagner (30).

Katja Sundermeier hat zu diesem Thema noch einen speziellen Tipp: "Frauen-Sexshops. Die haben eine Auswahl an Pornos, die Frauen mehr ansprechen!"

Keine Angst vor Abwechslung

6. Habt ihr euren G-Punkt gefunden?

Ja 41%
Ich glaube nicht, dass er wirklich existiert 19%
Nein, obwohl ich danach gesucht habe 15%
Nein, ich habe auch noch nicht gesucht 25%

Viele haben ihn gesucht, wenige gefunden: Der Punkt, der seinen Namen vom deutschen Frauenarzt Dr. med. Ernst Gräfenberg erhielt, wurde 1950 als das Lustzentrum der Frau definiert. 59% der von uns befragten Frauen haben ihn jedoch noch nicht bei sich entdeckt oder zweifeln an seiner Existenz. Ist er nun Mythos oder Fakt? "Darüber gehen die Meinungen bis heute weit auseinander", sagt Frauenärztin Dr. Sabine Miltenberger. "Dieser Punkt soll sich an der Vorderseite der Vaginalwand befinden, etwas oberhalb der Einmündung der Harnröhre in die Vagina. Hier kommen besonders viele Nervenenden zusammen, die durch Stimulation zum Orgasmus führen können. Die Schleimhaut an dieser Stelle tastet sich rau und kann beim Sex am besten durch die Hündchen-Stellung erreicht werden. Ob dies bei jeder Frau so nachzuvollziehen ist, bleibt aber, wie gesagt, umstritten. Die Frauen, die ihren G-Punkt entdeckt haben, sind sich jedenfalls darüber einig, dass er (zumindest bei ihnen) existiert."

7. Welche Stellungen bevorzugt ihr?

Missionarsstellung 22%
Immer das gleiche ist mir zu langweilig, ich experimentiere 47%
Von hinten 17%
Reiterstellung 14%

Im Bett ist Abwechslung gefragt. "Da unterschiedliche Positionen beim Sex auch verschiedene Bereiche des weiblichen Genitals stimulieren, sind auch die Empfindungen andere. Je nach Vorliebe werden entweder die Klitoris, der Eingang der Vagina mit der sensiblen Haut und der darunter liegenden Beckenboden-Muskelschicht oder auch der Damm (das ist das Gewebe, das sich zwischen Vagina und Anus befindet) allein beziehungsweise gleichzeitig stimuliert", sagt Dr. Sabine Miltenberger von "Frauenärzte Fünf Höfe" in München. Tina Janek (27) bevorzugt allerdings eine ganz besondere Stellung: 

Klar ist Abwechslung wichtig, aber wenn ich ehrlich bin, komm ich am besten im ,Doggy Style’ zum Höhepunkt.

8. Sagt ihr eurem Partner offen, worauf ihr steht?

Ja, wie soll er sonst merken, was mir Spaß macht 45%
Erst, wenn ich ihn richtig gut kenne 45%
Für mich ist es schwierig, über Sex zu reden 10%

Sex ist ein omnipräsentes Thema – in Zeitschriften, in der Werbung, im Fernsehen. Doch mit dem Partner über Intimitäten zu sprechen, fällt vielen schwer. Dabei ist Offenheit enorm wichtig für eine glückliche Beziehung. Das vermittelt auch Katja Sundermeier Paaren, die zu ihr kommen. "Kaum jemand ist in der Lage, dem anderen zu sagen, was er gern mag. Seinen Partner zu bitten ,Kannst du mich mal am Rücken kratzen’, ist kein Problem. Aber ihm direkt zu sagen, wo sie gestreichelt werden wollen, bringen die meisten nicht über die Lippen." Mit der besten Freundin intime Details auszutauschen war nie ein Problem für Viola Becker. "Aber meinem Freund direkt ins Gesicht zu sagen, wie ich es mag, war für mich lange Zeit unvorstellbar. Erst jetzt, nach drei Jahren Ehe, habe ich es geschafft, meine Hemmungen abzulegen," gesteht die 29jährige. "Dabei war ich nie prüde oder verklemmt. Aber ich habe einfach nie gelernt, über solche Dinge zu reden. Erst mein Mann hat mir beigebracht, ihm meine Vorlieben offen mitzuteilen."

Katja Sundermeier hat dafür folgende Erklärung: "Ein Großteil der Menschen hat ein echtes Problem, seine sexuellen Vorlieben zu verbalisieren. Der Grund: die Angst, vom Partner abgelehnt zu werden. Und leider herrscht immer noch der Irrglaube, ein guter Liebhaber müsse hellsehen können – und intuitiv wissen, wie der Partner es gern hätte..."

Welches Sextoy passt zu mir?

9. Eure größte Angst im Bett?

Ich habe keine Ängste 32%
Davor, dass er Dinge verlangt, die ich nicht will 5%
Klar, ich habe Angst, dass er mich unsexy findet 11%
Manchmal mach ich mir Sorgen, ob ich gut genug bin 20%
Ich mache mir Gedanken über meine Figur 15%
Ich habe Angst, nicht gut genug zu riechen 9%
Ich mache mir Sorgen, dass ich zu laut bin 3%
Ich habe Angst davor, meine sexuellen Wünsche zu sagen 5%

Wie lange dauert guter Sex?

Katja Sundermeier, die das Buch "Der Beziehungsführerschein" (Kabel, ca. 16,90 €) veröffentlicht hat, weiß: "Jeder Mensch hat Ängste im Bett – davor zu versagen, und davor, abgelehnt zu werden. Verstärkt werden diese Hemmungen durch Medien, die suggerieren, wie oft und wie man Sex haben sollte. Die Realität sieht anders aus. Das Bett ist eindeutig der Ort, an dem es zu den meisten Mißverständnissen kommt. Zum größten Teil liegt das daran, dass viele nicht mal ihren eigenen Körper kennen. Welcher Mann z.B. weiß, dass sein Orgasmus und seine Ejakulation zwei unterschiedliche Dinge sind?"

10. Wie lange dauert der Sex?

Weniger als fünf Minuten 4%
Fünf bis 15 Minuten 12%
15 bis 30 Minuten 41%
30 bis 60 Minuten 34%
Mehr als 60 Minuten 9%

11. Was ist eure Lieblings-Sexfantasie?

Keine 9%
Sex mit meinem Partner unter erotischen Umständen 26%
Ich träume davon, von zwei Männern gleichzeitig verwöhnt zu werden 27%
Manchmal stelle ich mir vor, wie es ist, mit einer Frau zu schlafen 23%
Sex mit einem Star 5%
Public Sex 5%
Sex auf einer Swinger-Party 5%

"Seine Lippen liebkosen meinen Hals, seine Hände streicheln meine Brüste und wandern langsam tiefer. Meine Erregung steigert sich ins Uferlose, als Robbie Williams in mich eindringt... Nein, ich bin kein pubertierender Teenager. Ich bin 29 und stehe mit beiden Beinen im Leben. Trotzdem träume ich immer wieder davon, es mit einem Star zu tun," gesteht Sarah Piller.

"Total normal – Sex-Phantasien hat jeder", meint Katja Sundermeier. Erstaunlich eher, dass rund 9% der befragten Frauen das bestreiten. "Dabei ist es wichtig, sich die eigenen Tabus bewußt zu machen, Wie man sie überwindet? Schreiben Sie ihr eigenes Lust-Drehbuch und probieren Sie’s aus! Gehen Sie z.B. mal ohne Slip durch die Stadt oder schlüpfen sie in eine andere Rolle – das kann helfen, Blockaden abzubauen!"

12. Mit wie vielen Männern wart ihr im Bett?

Mit keinem 8%
Mehr als 20 Männer 6%
Zwei bis vier Männer 40%
Fünf bis zehn Männer 25%
Elf bis 15 Männer 5%
16 bis 20 Männer 2%
Mit einem Mann 14%