Die Imago-Therapie

Es läuft einfach nicht mehr in eurer Beziehung? Ihr zickt euch die ganze Zeit an und redet nur aneinander vorbei? Dann gebt eure Liebe noch nicht auf, denn wir vermuten, dahinter steckt nur ein Kommunikationsproblem. Wie ihr dieses Problem lösen könnt? Die Antwort lautet: Imago-Therapie. Wir verraten euch, was es mit dieser Paartherapie auf sich hat und wie ihr damit eure Beziehung retten könnt!

Trauriges Paar, das gerade streitet

Es kriselt in eurer Beziehung? Mit der Imago-Therapie könnt ihr sie retten

In eurer Beziehung herrscht Funkstille? Beziehungsweise wenn ihr miteinander sprecht, dann kommt das, was ihr sagen wollt, bei eurem Gegenüber nicht an? Wenn ihr jetzt darüber nachdenkt, eure bessere Hälfte stehen zu lassen und dem Single-Dasein eine neue Chance zu geben, können wir euch natürlich nicht aufhalten. Wir können euch aber eine ziemlich einfache und – laut Experten – effektive Paartherapie ans Herz legen. Die Rede ist von der sogenannten Imago-Therapie. Dabei handelt es sich um ein Kommunikationsmodell, das in den 1970ern von den amerikanischen Psychologen Harville Hendrix und Helen LaKelly Hunt entwickelt wurde.

Was ist die Imago-Therapie?

Der Grundgedanke der Imago-Therapie ist, dass wir uns unsere Partner nicht zufällig aussuchen. Unsere Partnerwahl ist demnach das Ergebnis aller unserer Beziehungen, die wir bis zu diesem Zeitpunkt hatten, also zum Beispiel zu unseren Eltern, Freunden, Kollegen. Laut der Imago-Therapie handeln wir deshalb auch in Beziehungen so, wie wir es in all unseren vorherigen Beziehungen gelernt haben. Wenn es dann zu einem Konflikt kommt, geraten zwei Menschen mit unterschiedlichen subjektiven Erfahrungen aneinander. Die Imago-Therapie möchte dann nicht nur diesen Konflikt lösen, sondern das Problem in einem größeren Kontext betrachten – eben der Summe aller Erfahrungen, die bis zum Zeitpunkt des Konflikts von beiden Parteien gemacht wurden.

Wie funktioniert die Imago-Therapie?

Das hat sich jetzt ziemlich theoretisch und ziemlich kompliziert angehört. Dabei lässt sich die Imago-Therapie ganz leicht umsetzen. Dabei gilt es für das Paar, fünf Schritte zu durchlaufen. Als erstes sollen sich die beiden Parteien den jeweils anderen als verwundetes Kind vorstellen, ein Sinnbild für die ganzen Erfahrungen, die das Gegenüber in seiner Vergangenheit gemacht hat. Im zweiten Schritt soll die Beziehung wieder romantischer gestaltet werden, zum Beispiel durch Komplimente, Aufmerksamkeiten und Geschenke. Als drittes wird an der Kommunikation gearbeitet, indem Enttäuschungen und Frustrationen klar als Forderungen anstatt als Vorwürfe formuliert werden. Im vierten Schritt sollen Wutgefühle und Antihaltungen gelöst werden. Im fünften und letzten Schritt dann soll die Beziehung wieder als Quelle für Glück, Zufriedenheit und Sicherheit gesehen werden.

Das dreistufige Imago-Kommunikationsmodell

Helfen bei der Umsetzung der oben genannten Schritte soll ein dreistufiges Kommunikationsmodell, das auf den Säulen Spiegelung, Bestätigung und Empathie beruht. In der Imago-Therapie wird dieses Modell als der bewusste Dialog zusammengefasst. Demnach werden Streitgespräche nach einem bewussten Muster geführt. Eine Partei äußert zunächst eine Beschwerde, zum Beispiel: „Ich war sehr gekränkt, als du schon wieder mit deinen Freunden ausgegangen bist, anstatt mit mir Zeit zu verbringen“. Der Empfänger der Beschwerde spiegelt diese Beschwerde nun, also: „Du warst also gekränkt, dass ich mit meinen Freunden unterwegs war, statt mit dir?“. Im nächsten Schritt erhält der Sender der Beschwerde nun die Bestätigung, die er benötigt (auch wenn der Empfänger die Beschwerde überhaupt nicht nachvollziehen kann, es geht vielmehr darum, dem Sender das Gefühl zu vermitteln, auf Verständnis zu treffen). Er sagt dann zum Beispiel: „Ich kann nachvollziehen, dass du gekränkt warst, dass ich keine Zeit mit dir verbracht habe“.

Was ist das Ziel der Imago-Therapie

Und das Ziel? Es geht darum, Empathie zwischen den beiden Parteien herzustellen. Die Partner sollen lernen, sich in den jeweils anderen hineinzuversetzen. Dadurch sollen das Mitgefühl und die Empathiefähigkeit gestärkt werden sowie die Kommunikation in der Beziehung angeregt werden, um gegenseitiges Verständnis zu schaffen.