Helen Fisher: Die Chemie der Partnerwahl

Liebe ist eine Frage der Chemie. Den Beweis dafür hat nun die US-Anthropologin Dr. Helen Fisher erbracht: Jeder Mensch trägt einen dominanten chemischen Stoff in sich, der Auskunft über die Persönlichkeit gibt. Damit es keine bösen Überraschungen mehr gibt, hat Helen Fisher einen Test für das Online-Dating Portal match.com entwickelt.

US-Anthropologin Dr. Helen Fisher kennt die Chemie der Liebe und weiß, wonach Singles unbewusst suchen. (Bild: match.com)

US-Anthropologin Dr. Helen Fisher kennt die Chemie der Liebe und weiß, wonach Singles unbewusst suchen.

Partnerwahl leicht gemacht, denn auf den chemischen Stoff ins uns kommt es an. Na, wenn das so leicht wäre, hätte die Anthropologin Dr. Helen Fisher kein Buch darüber geschrieben, oder Test entwickelt. Erfahrt hier alles über den chemischen Stoff, der die Liebe bestimmt und für die Partnerwahl entscheidend ist.

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Jolie.de: Sie haben die Liebe wissenschaftlich untersucht. Glauben Sie noch an so etwas simples wie Liebe auf den ersten Blick?

Auf jeden Fall, denn es ist ein natürliches Phänomen. In der Tierwelt wurde zum Beispiel schon häufig das Phänomen beobachtet, dass ein Tier alle Tiere um sich herum verschmäht hat, aber dann auf einen bestimmten Artgenossen sofort reagiert hat und sich "verliebt" hat.

Jolie.de: Wenn die Chemie zwischen zwei Menschen stimmt, müsste es doch theoretisch schon zu Anfang funken. Können sich dennoch aus jahrelangen Freundschaften romantische Beziehungen entwickeln?

Wenn es mir nicht passiert wäre, würde ich die Frage wahrscheinlich verneinen. Aber es ist mir selbst passiert: Aus einer vierjährigen Freundschaft entwickelte sich eine romantische Liebesbeziehung. Man fühlt für seinen besten Freund eine tiefe Zuneigung, aber keine romantische Liebe.

Plötzlich macht es dann "Klick" in einer Situation und die romantische Liebe schaltet sich ein.

Es sind verschiedene Gehirnregionen die bei Freundschaft und romantischer Liebe angesprochen werden. Daher ist es immer möglich dass sich die Region der romantischen Liebe "aktiviert" und aus Freundschaft Liebe wird.

Jolie.de: Genauso gern wie wir uns in den besten Freund verlieben, suchen wir unser Glück bei "Bad Boys". Warum suchen wir uns immer wieder Männer, die offensichtlich nicht gut für uns sind?

Gerade das was unerreichbar erscheint, ist meist besonders interessant. Der sich nicht binden wollende, aufregende "Bad Boy" ist wie ein Keks an den man nicht heran kommt. Wenn man nicht bekommt was man will, probiert man es nur noch mehr.

Die Typen Frauen die sich einen Bad Boy suchen sind meiner Meinung nach selbst "Bad Girls". Beide sind Typen, die Aufregung wollen und neue Erfahrungen sammeln wollen. Andere Persönlichkeiten von Frauen würden sich die Mühe bei dem Bad Boy gar nicht machen.

Jolie.de: Frauen die sich in Bad Boys verlieben, sind demnach selbst Bad Girls. Gibt es auch eine Erklärung dafür, dass sich Frauen häufig Männer suchen, die wie Klone Ihrer Väter erscheinen?

Man hat häufig mit seinem Vater eine positive Assoziation von Sicherheit und Liebe, somit ist es natürlich einen Partner unterbewusst zu suchen der diesem positiven Vorbild ähnlich ist.

Dennoch glaube ich, dass meistens nicht die gesamte Persönlichkeit dem Vater ähnelt, sondern eher nur ein Merkmal, das nur einem selbst besonders auffällt.

Jolie.de: Sie haben einen Persönlichkeitstest entwickelt, durch den jeder einem Persönlichkeitstyp zugeordnet wird. Welche Typen gibt es und was sagen diese über uns aus?

Es gibt vier Persönlichkeitstypen, die das biochemische Profil der Person widerspiegeln. Der Abenteurer(dominater Stoff: Dopamin) ist sehr spontan, kreativ und aufgeschlossen. Der Diplomat (Östrogen) hingegen ist eher abwägend und kaum zu spontanen Handlungen bereit. Er ist sehr mitfühlend und fürsorglich. Der Wegbereiter(Testosteron) hingegen ist sehr direkt und besticht durch seine starke Durchsetzungsfähigkeit. Und der Unternehmer(Serotonin) ist wegen seiner Loyalität und Kosequenz sehr beliebt.

Zwischen welchen Typen die Chemie besonders gut passt, erkläre ich ausführlich in meinem Buch "Why him? Why her".

Jolie.de: Wird die Persönlichkeit eines Menschen nicht auch durch die Erziehung und Umwelt geprägt, anstatt nur durch chemische Dominanzen?

Natürlich, aber die Persönlichkeit eines Menschen ist zu ca. 50% angeboren. Die restlichen 50% sind durch Umwelteinflüsse, Erziehung, Religion usw. geprägt. Daher rate ich auch bei der Partnersuche den sozialen Hintegrund des anderen miteinzubeziehen. Menschen mit ähnlichem sozialem Backround teilen meist die gleichen Überzeugungen und Ansichten und haben dadurch gute Vorraussetzungen für eine glückliche Beziehung.

Warum jedoch zwischen bestimmten Menschen die Chemie stimmt und zwischen anderen nicht, versuche ich mit meinem Persönlichkeitstypen-Test zu beantworten. Anhand von 56 Fragen wird in dem Test der Persönlichkeitstyp zugeordnet und anschließend potentiell passende Partner vorgeschlagen.

Das Buch "Why him? Why her?" von Dr. Helen Fisher erschien im Januar 2009 und verrät welche Typen miteinander die chemisch beste Verbindung eingehen.

Den Persönlichkeitstest findet ihr unter www.match.com