Gute Freundin – schlechter Einfluss?

Sie überredet euch zu Party-Exzessen oder zieht euch mit ihrer Laune runter. Was also tun, wenn die Freundschaft leidet? Krisen in der Freundschaft und wie ihr reagieren könnt!

Ohne sie wäre das Leben wesentlich unspannender: Beste Freundinnen helfen uns durch jeden Liebeskummer, sind die besten Shoppingberater und dürfen auch nachts um halb drei aus dem Bett geklingelt werden, weil man mal wieder den Schlüssel vergessen hat.

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Aber tun sie uns auch immer und uneingeschränkt gut? Wenn sie z.B. unseren Hang zu Party-Exzessen nicht belächeln, sondern forcieren? Uns mit ihrem Figur-Tick anstecken, statt gemeinsam auch mal eine Schokotorte zu essen? Oder dazu neigen, uns ihre schwarze Brille aufzusetzen, obwohl wir gerade alles rosarot sehen? Die JOLIE-Typologie zeigt, wann gute Freundinnen auch mal danebenliegen - und was tun könnt, damit es wieder besser läuft.

1. Die „Einer geht noch!“-Freundin

Mit euer Freundin könnt bis morgens um vier feiern. Aber wehe, ihr wollt eine Party-Pause einlegen... „Sei nicht fad! Ein Absacker geht noch!“, sagt sie, bereits zwei Drinks in der Hand. Und kann es sein, dass sie eigentlich recht froh ist, dass Sie es nicht geschafft haben, mit dem Rauchen aufzuhören? Mit wem sollte sie auch sonst vor den Bars um die Wette frieren?

So läuft’s besser: Natürlich seid ihr es, die trinkt und feiert. Aber wenn eure Freundin einen gesünderen Lebensstil oder den Wunsch, mal vor Sonnenaufgang ins Bett zu kommen, mit Langeweile verwechselt, solltet milde lächeln und standhaft bleiben. „Wer nicht mittrinkt, ist ein Versager“ – solche Sprüche sind spätestens seit der achten Klasse out. Wenn das alles nicht funktioniert: Geht mit ihr zwei Monate lang nicht mehr aus – ihr wird was fehlen.

2. Die "mir geht es am schlechtesten"- Freundin

Ihre Stimmung? Meistens schlecht. Sie ist oft von ihren Mitmenschen enttäuscht und erwartet häufig das Schlimmste. Tatsächlich hat eure Freundin auch oft Pech: mit Männern, mit Jobs, mit dem Rest der Welt. Ihr fühlt zwar mit ihr, wenn sie euch ihr Leid klagt. Nur wisst ihr nicht mehr, was ihr dazu sagen sollt. Und das gibt euch das Gefühl, selbst versagt zu haben.

So läuft’s besser: Statt sie in ihrem Elend immer wieder zu bestätigen (und das zu sagen, was sie hören will), werdet ihr zum „Think positive!“-Guru: Lasst sich nicht auf ihre Litanei ein, sondern redet grundsätzlich über Schönes. Sollte das nichts bringen, schlagt ihr ein professionelles Coaching vor. Nicht jeder muss gleich eine Therapie machen, um ein bisschen optimistischer durch die Welt zu gehen. Wenn eure Freundin was ändern möchte, wird sie euch den Vorschlag nicht übel nehmen.

3. Die "man lebt nur einmal"-Freundin

Hey, big spender: Eure Freundin lebt nach dem Prinzip „Ich shoppe, also bin ich“. Und damit ist es noch nicht getan: essen gehen, Konzertbesuche, Taxi fahren – Hauptsache spannend, bequem, unterhaltsam, große weite Welt. Kurz: Hauptsache teuer. Ihr findet auch Gefallen daran, nicht ständig über Ihre Ausgaben nachzudenken – bis der nächste Kontoauszug kommt...

So läuft’s besser: Ihr fühlt euch kleinlich, wenn ihr einwendet, dass ihr lieber mit der U-Bahn als mit dem Taxi fahren wollt, oder vorschlagt, zu Hause zu essen? Lasst euch von einem ungeduldigen „Dann lade ich dich eben ein“ nicht vom Kurs abbringen. Schließlich geht es nicht darum, einen möglichst teuren Abend, sondern Zeit miteinander zu verbringen. Wenn das dazu führt, dass ihr euch seltener seht, ist das traurig – aber trotzdem immer noch besser, als ständig knietief im Dispo zu stehen.

4. Die "ich zähle jede Kalorie"-Freundin

Dank dieser Freundin wisst ihr, wie lange man Sex haben muss, um die Kalorien einer Tüte Pommes zu verbrauchen. Dass ihr neue Dellen am Oberschenkel habt oder in welcher Jeans eure Kollegin einen dicken Hintern hat. Klarer Fall von zu viel Information! Hintergrund: Die Gute hat selbst ein Problem mit ihrem Körper – und sorgt mit ihrer Selbstabwertung dafür, dass ihr euch mittlerweile ebenfalls viel zu dick findet.

So läuft’s besser: Die meisten Frauen sind anfällig für übertriebene Selbstkritik in Sachen Figur. Umso wichtiger ist es, sich mit Menschen zu umgeben, die eine gesunde Einstellung zu den Themen Essen und Sport haben und bewusst damit umgehen. Wichtig ist vor allem, dass Aussehen und Nahrung keine ständigen Gesprächsthemen sind – schließlich gibt ja nun wirklich Spannenderes, oder?!

5. Die "Männer sind Schweine"-Freundin

Sie ist schon lange Single oder in einer schlecht laufenden Beziehung. Ihre Überzeugung: Männer taugen nur zum Sex, sind emotional zurückgeblieben und, ach ja: Jede Frau, die noch an die Liebe glaubt, ist naiv bis zum Abwinken. Das Blöde ist nur: Bei so viel Gehirnwäsche fangt auch ihr langsam an, das zu glauben...

So läuft’s besser: Jeder hat mal Pech in der Liebe. Manche sogar ein paar Mal mehr. Aber: Wer von Männern nur das Schlechteste erwartet, muss sich nicht wundern, wenn er’s auch bekommt. Die Jungs sind vielleicht nicht die Helden der leisen Zwischentöne – aber sie spüren es, wenn ihnen Misstrauen entgegengebracht wird. Damit Sie nicht in der „Zum Teufel mit den Männern!“-Spirale landen: Distanziert euch von der Einstellung eurer Freundin. Werdet nicht müde, sie und sich selbst an all die Männer zu erinnern, die keine Betrüger und Bindungsphobiker sind. Sagt eurer Freundin, dass ihr den Eindruck habt, sie würde kein gutes Haar an den Männern lassen, und dass ihr selbst anderer Meinung seid.

6. Die "ich will dich für mich alleine"-Freundin

Sie hat „rätselhafterweise“ kaum Freunde – ganz im Gegensatz zu Ihnen. Alles ist gut, solange ihr zu zweit seid: Sie ist die beste Zuhörerin und immer für euch da. Nehmt ihr sie aber mit auf eine Party, wird es schwierig, denn aus Sicht eurer Freundin sind alle anderen oberflächlich und Poser. Auch in kleiner Runde sorgt die Anwesenheit dieser Freundin dafür, dass ihr euch kaum auf andere Kumpels einlassen könnt.

So läuft’s besser: Sie ist ein Mensch, dem es nicht leicht fällt, Kontakte zu schließen. Deswegen ist sie auf exklusive Zweier-Kisten aus. Die gehören aber in die Grundschule, nicht ins Erwachsenenleben. Wenn ihr in ihrer Gegenwart nicht entspannt feiern gehen könnt oder merkt, dass diese Freundin schwer kompatibel ist mit anderen Bekannten, bedeutet das nicht, dass ihr die Freundschaft aufgeben müsst. Geht weiter zu ihren Einladungen, aber eben ohne sie. Genießt die intensiven Treffen zu zweit – und die Abende mit vielen Freunden. Ein schlechtes Gewissen müsst ihr deswegen nicht haben.

Macht den Psychotest:Könnt ihr eurer besten Freundin vertrauen?

Maja Sulejmanpasic