Endometriose – eine häufig unentdeckte Krankheit der Gebärmutter

Rund zehn Prozent aller Frauen haben Endometriose - aber nur wenige wissen es! Die gutartigen Wucherungen an der Gebärmutterschleimhaut treten meist mit Unterbauchschmerzen auf, ähnlich der Regelschmerzen. Wird die Krankheit nicht erkannt, breitet sie sich immer weiter aus und kann die Fruchtbarkeit beeinträchtigen. Wenn ihr mehr wissen wollt - wir haben die wichtigsten Fakten zusammengestellt.

Endometriose - häufig unentdeckt

Endometriose - oft unentdeckt, ist diese Krankheit unter anderem für Unfruchtbarkeit verantwortlich

Was ist Endometriose?

Unter Endometriose versteht man ein Krankheitsbild, das durch gutartige, aber meist sehr schmerzhafte Wucherungen an der Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutter gekennzeichnet ist. Die Wucherungen können jedoch auch an anderen Körperstellen auftreten. Am häufigsten findet man sie jedoch auf dem Bauchfell im kleinen Becken, an den Eierstöcken, auf den Haltebändern der Gebärmutter und im so genannten Douglasraum, einer Vertiefung hinter der Gebärmutter.

Wird nichts gegen die Wucherungen unternommen, breiten sie sich immer weiter aus. Sie reagieren auf die zyklischen Veränderungen im Körper, werden auf- und abgebaut und bluten zyklisch. Weil das Blut meist nicht nach außen hin abfließen kann, vergrößern sich die Herde, häufig bilden sich Zysten und schmerzhafte Verwachsungen mit der Umgebung.

Lena Dunham Endometriose

Lena Dunham gehört zu den Patientinnen, bei denen eine schwere Endometriose diagnostiziert wurde. Die 29-Jährige geht mit ihrer Krankheit ganz offen um. In einem Beitrag für ihren Newsletter "Lenny Letter" beschreibt sie, wie sie gekrümmt vor Schmerzen auf einem Bett liegt und nicht in der Lage ist, eine Folge "Girls" weiterzudrehen. Schon im Teenageralter waren die Symptome bei Lena so stark, dass ihr Vater sie sogar einmal in die Notaufnahme brachte. Zu den Schmerzen kamen Müdigkeit, starke Stimmungsschwankungen und starke Schmerzen während des Geschlechtsverkehrs. Erst spät fand sie endlich einen Arzt, der die richtige Diagnose stellte - und ließ sich schließlich operieren.

Für die Schauspielerin und Autorin steht fest, dass sie eines Tages Mutter werden will. Sie wisse zwar noch nicht, ob sie trotz ihrer Krankheit selbst Kinder kriegen könne, sagte sie in einem Interview mit dem "Paper Magazine". Sollte es aber nicht klappen, würde sie auch ein Kind adoptieren - nur jahrelange Hormonbehandlungen schließt sie für sich aus.

Was jede Frau über Endometriose wissen sollte

Gerade weil die Krankheit oft nicht oder erst spät entdeckt wird, sollte jede Frau ein paar Symptome kennen. Denn je schneller die Krankheit diagnostiziert wird, desto früher kann auch die Behandlung beginnen.

Endometriose - die Symptome

1. (starke) Schmerzen während oder kurz vor der Regelblutung

Zyklusabhängige Schmerzen müssen nicht sein, auch wenn Frauen häufig eingeredet wird, dass diese "dazugehören". Geht euren Regelschmerzen auf den Grund, denn auch eine Endometriose kann der Grund sein. Da sich die Endometrioseherde wie die Gebärmutterschleimhaut verhalten und sich zyklisch auf- und abbauen, könnt ihr während eurer Periode starke Schmerzen im Unterbauch spüren (Dysmenorrhoe).

2. Schmerzen während des Geschlechtsverkehrs

Endometriosebedingte Schmerzen beim Geschlechtsverkehr (Dyspareunie) können durch die mit Wucherungen belegten elastischen Aufhängungen der Gebärmutter entstehen. Da beim Sex die Organe mechanisch verschoben werden, sind diese Schmerzen kaum vermeidbar. 

3. chronische Unterbauchschmerzen

Sind die Schmerzen bereits chronisch, sind meistens entzündliche Gewebsreaktionen die Ursache. Beispielsweise entstehen durch Verwachsungen zwischen verschiedenen Organen, z. B. zwischen Eierstock, Dickdarm und Gebärmutterwand dicke Klumpen, die unverschiebbar sind und einen Dauerschmerz verursachen.

4. unerfüllter Kinderwunsch

Endometriose ist auch eine häufige Ursache bei unterfülltem Kinderwunsch junger Frauen. Sowohl bei Fruchtbarkeitsproblemen liegt in über 50 Prozent der Fälle eine Endometriose vor als auch umgekehrt: Mehr als 50 Prozent der Frauen, bei denen Endometriose diagnostiziert wurde, leiden an Fruchtbarkeitsproblemen.

5. sonstige Beschwerden

Die wuchernden Herde können sich auch an anderen Körperstellen befinden, so z. B. in der Blase (Schmerzen beim Wasserlassen) oder im Darm (Schmerzen beim Stuhlgang). Auch zyklusabhängige Blutbeimengungen in Urin oder Stuhl können auf Endometriose hinweisen.

Diagnose Endometriose

Laut Experten wird bei bis zu 80 Prozent aller Frauen mit chronischen Unterbauchschmerzen eine Endometriose diagnostiziert. Die Diagnose erfolgt jedoch nicht selten erst nach einer langen Leidensgeschichte, weil die (chronischen) Unterbauchschmerzen nicht als Symptom registriert werden.
Am Anfang einer Diagnose steht zunächst die Anamnese, bei der genau die Art und Lokalisation der Schmerzen abgefragt wird. Danach folgt die gynäkologische Untersuchung (Tastuntersuchung und mikroskopische Untersuchung von außen, wobei Endometrioseherde in der Scheide oder am Muttermund erkennbar werden). Bei Verdacht auf Endometriose wird zusätzlich ein Ultraschall des Bauchraums und eine eine Bauchspiegelung mit Gewebeentnahme.

Endometriose Therapie: Wie wird die Krankheit behandelt?

Endometriose ist zwar behandelbar, der Erfolg einer Therapie aber nicht zwingend dauerhaft. In vielen Fällen treten die Wucherungen erneut auf. Eine Therapie kann medikamentös, operativ und ergänzend (Homöopathie, Akupunktur) erfolgen.

Die besten Aussichten auf Erfolg haben laut Ansicht vieler Ärzte kombinierte Behandlungen. Solch eine Behandlung beginnt beispielsweise mit einer Bauchspiegelung, wird dann mit Medikamenten fortgesetzt und anschließend mit einer zweiten Bauchspiegelung beendet.

Welche Behandlung die richtige ist, hängt vor allem von der Schwere der Krankheit ab. Tatsächlich ist Endometriose mittlerweile auch nicht mehr so unbekannt, wie noch vor einigen Jahren. Das bedeutet, dass nicht nur immer mehr Gynäkologen die Symptome deuten können, sondern dass auch mehr zu dem Thema geforscht wird und die Behandlungsmethoden überarbeitet werden.

Starke-Schmerzen-im-Unterbauch

Endometriose und Kinderwunsch

Wer unter starker Endimetriose leidet, hat oft Probleme schwanger zu werden. Das ist leider so. Doch, und das ist die gute Nachricht, nach einer erfolgreichen operativen Behandlung der Krankheit werden viele Frauen schwanger. Der Grund dafür, dass die Endometriose dem Kinderwunsch oft im Weg steht, ist, dass die Wucherungen im Bauchraum den Fortpflanzungsorganen gewissermaßen im Weg stehen. Durch die OP können die "Wege" freigemacht werden - das klappt aber nur, wenn wirklich alle Nester entfernt wurden.

Was tun bei Endometriose?

Für die meisten Frauen ist die Diagnose erst einmal eine Erleichterung. Denn zumindest ist dann endlich die Ursache der Symptome geklärt. In Deutschland gibt es mittlerweile viele Ärzte, die sich auf die Krankheit spezialisiert haben. Falls sie selbst keine sind, fragt euren Frauenarzt oder eure Frauenärztin gezielt nach Experten zu diesem Thema.

Auf der Seite der Europäischen Endometriose Ligawww.endometriose-liga.eu findet ihr nicht nur viele Informationen zum Thema, sondern könnt auch gezielt nach spezialisierten Ärzten in eurer Umgebung suchen.