Was tun gegen Eifersucht? Tipps vom Beziehungscoach

Wer kennt sie nicht: die Eifersucht! Bei einigen ist sie mehr ausgeprägt, bei anderen eher weniger. Aber im Grunde erwischt dieses Gefühl doch eigentlich jeden mal. Wieso ist man eifersüchtig? Und wann ist Eifersucht nicht mehr "normal"? Der Paartherapeut und Beziehungscoach Rainer Grunert arbeitet und lebt in Zürich. Hier verrät er uns, was es mit der Eifersucht auf sich hat.

Eifersucht Tipps vom Beziehungscoach

Beziehungscoach Rainer Grunert erklärt, warum Menschen eifersüchtig sind.

Jolie.de: Worin liegt eigentlich die Grundlage für Eifersucht?
Rainer Grunert: Die Grundlage der Eifersucht liegt in der monogamen Partnerschaft, die wir heute haben. Die wiederum resultiert aus einer langen evolutionären Entwicklung vor rund 3 Millionen Jahren. Dies hier genauer zu erläutern, würde den Rahmen sprengen. Fakt ist: Seit wir in monogamen Beziehungen leben, gibt es die Eifersucht. Bei manchen Menschen ist sie stark ausgeprägt, bei manchen schwächer. Das hängt jeweils von den Erlebnissen in der vorsprachlichen Zeit des individuellen Menschen ab und von dem Selbstwertgefühl, das er entwickelt hat. Geringes Selbstwertgefühl gleich höhere Anfälligkeit für Eifersucht.

Jolie.de: Wie sieht es in der heutigen Gesellschaft mit Eifersucht aus. Ist sie im Schnitt eher normal ausgeprägt oder welche Beobachtungen kann man derzeit machen?
Rainer Grunert: Wenn man sich eine Zielgruppe von 17-25-Jährigen anschaut, muss man sagen, dass dort eine extreme Eifersucht herrscht. Bedingt natürlich auch durch die guten technischen Möglichkeiten wie Handys und Internet. Denn wenn Menschen eifersüchtig sind, beginnen sie ganz zwangsläufig den anderen zu kontrollieren. In der Realität sieht das dann so aus: Man sendet dem vermeintlich untreuen Partner Kontroll-sms "wo bist du?", "was machst du?", "wer ist bei dir?", "sehen wir uns später?" ... und dann wird anhand der Dauer, die man auf Antwort wartet, der Beziehungsstatus gewertet. Übrigens: Bis 50 sms pro Tag gelten durchaus als normal. Alles, was drüber raus geht, ist krank. Auch Facebook ist ein hervorragendes Instrument, um Jemanden zu kontrollieren. Manche Eifersuchtsanfälle werden dadurch regelrecht provoziert "wer ist das, den du da als Freund akzeptiert hast?" und so fort. Ist die Trennung dann real geworden, wird sie gerne in der Öffentlichkeit ausgetragen – via Statusänderung der Beziehung, beispielsweise. Virtuelles Stalking, anders kann man es nicht nennen.