Wie die Liebe die erste gemeinsame Wohnung übersteht

Können Bartstoppeln im Zahnputzbecher die Liebe zerstören? Und was wird aus dem Sexleben, wenn man sich ständig sieht? Mit seinem Partner zusammenzuziehen ist tatsächlich ein großer Schritt, der - bei aller Vorfreude - auch ein bisschen gruselig sein kann. Was zu beachten ist in der ersten gemeinsamen Wohnung und wichtige Tipps für's Zusammenziehen mit dem Partner haben wir hier für euch zusammengestellt.

Erste Gemeinsame WOhnung

Es könnte alles so schön sein in der ersten gemeinsamen Wohnung...

Der Mann, der einst so elegant und wunderschön in der Disco aussah und all die klugen, charmanten Sachen sagte, steht nun mit einem Handtuchturban auf dem Kopf und einem senkrecht verankerten Wattestäbchen im Ohr vor euch und berichtet glückselig, wie lustig sich der sauteure Firming Body Smoother von Clinique auf seinem Oberkörper anfühlt.

Wenn ihr jetzt noch fähig seid, ihm einen Blick voller Liebe zu schenken, in die Küche zu gehen und seinen Kaffeebecher, den Joghurtlöffel, den Ketchup-Teller sowie den Nudeltopf abzuwaschen, dann, ja dann lässt sich sagen: Es war doch eine schöne Idee, dass ihr mit eurem Liebsten in eine gemeinsame Wohnung gezogen seid.

Solltet ihr allerdings nicht einmal den liebevollen Blick hinkriegen, sondern stattdessen erwähnen, wie viel die Bodycreme gekostet hat und ihn mit den Worten "Bescheuert siehst du mit deinem Q-Tipp im Ohr aus" niederbügeln, hättet ihr vor dem Zusammenziehen vielleicht noch einmal kurz inne halten sollen.

Denn auf engem Raum mit nur einem Bad offenbaren sich des anderen Macken sehr schnell, egal ob man vorher bereits ein, zwei oder drei Jahre als Paar verbracht hat - manchmal kommen die Beziehungsprobleme dann schneller, als man denkt. Und nicht nur euch geht es so: Auch er wusste nichts von so genannten Schlönzklamotten in eurem Repertoire, und die bloße Existenz des Hornhauthobels im Kulturtäschchen seiner Angebeteten irritiert ihn zutiefst.

Und dennoch sagen wir: Es kann klappen. In einer Langzeitstudie wurde sogar herausgefunden, dass sich nur ein knappes Viertel von Zusammenwohnern überhaupt wieder trennen. Die Ängste, in der gemeinsamen Wohnung eingeengt zu werden, sich nicht zurückziehen zu können oder dass der Alltag das Sexleben zerstört, sind ganz normal. Frauen befürchten zudem, für ihn die Mutterrolle einnehmen zu müssen und die meiste Zeit kochend und spülend zu verbringen. Und all das trifft in Teilen sogar zu. Aber dem Ganzen lässt sich auch entgegenwirken, mit einfachen Kniffen.

 

Tipps für's Zusammenziehen mit dem Partner

Der Horror beim Zusammenziehen: Ein Waschbecken voller Bartstoppeln.

Im Bad: Wenn ihr nicht möchtet, dass er das Klo benutzt, während ihr euch einen Lidstrich zieht, tut es einfach nicht, sondern schmeißt ihn kurz mal raus. Was allerdings die Haare in der Dusche, die Bartstoppeln im Waschbecken und die tägliche Frage "Welche ist noch mal meine Zahnbürste?" (oder einen der anderen Sätze, die Männer nicht sagen sollten) angeht, fällt Ignoranz zugegebenermaßen schwer.

Darum: Im Bad sind Grenzen erlaubt, ja zwingend notwendig. Was hilft: zwei Becher, einen mit seinem Namen drauf, zwei Schrankfächer, zwei Handtuchhaken und die Präventivdrohung, dass ER eine Putzfrau bezahlt, sollte er der mehrfach ausgesprochenen Verpflichtung, das Bad nach Versauung zu säubern, nicht nachkommen.

In der Küche: Putzpläne sind tatsächlich over, aber in ordentlichen Gesprächen lässt sich klären, wer abwäscht. Oder man regelt es nach der einfachen Formel: ”Ich koche, du spülst!". Eine Spülmaschine ist in diesem Fall eine lohnenswerte Investition: "Ich räume sie ein, du räumst sie aus!". Für Einkäufe gilt ebenfalls: gesunde Abwechslung.

Im Kühlschrank: Britische Forscher fanden heraus, dass der Mann nach dem Zusammenziehen generell gesünder lebt, weil die Frau ihn weg von Fett, Fleisch und Fast Food lockt. Sie dagegen passt sich ihm ebenso an, sodass sie dank seiner deftigen Einflüsse etwas zunimmt. Wird vorher aber über die Do's and Don'ts im Kühlschrank beratschlagt, kann man sich auf ein paar gesunde Basics einigen und erst gar nicht in männliche Fettfallen tappen.

Testet euer Essverhalten

Probleme im Bett nach dem Zusammenziehen?

Im Bett: Laut einer Durex-Studie sind getrennt lebende Paare sexuell zufriedener als die, die schon zusammenwohnen - aber nur um zwei Prozent. Nehmt euch also den Druck, jedes Zimmer und Möbelstück einzeln vögelnd einzuweihen, denn der Rhythmus findet sich von allein. Wenn allerdings gar nichts mehr geht, weder im Bett noch sonstwo, solltet ihr vielleicht mal mit eurem Partner darüber sprechen.

Mit dem Freund ins Möbelhaus

In der Bank: Getrennte Konten, jeder hat seines und Haushaltskram wird geteilt. Ein gemeinsames drittes Konto mit zwei EC-Karten ist auch eine gute Möglichkeit: Jeder zahlt monatlich denselben Betrag ein, Miete, Telefon, Strom, Essen etc. gehen hier ab. Ausgewogenheit ist wichtig, auch wenn die Idee einer Haushaltskasse abgelehnt wird.
Im Möbelhaus: Ruhe bewahren. Schließlich stehen sich hier zwei Menschen gegenüber, die beide von sich denken, einen ausgesprochen guten Geschmack zu haben. Entweder, jeder darf einen bestimmten Bereich einrichten, ihr versucht es mit einem gewagten Stilmix oder ihr müsst wieder diskutieren. Verbannt seine Simpsons-Bettwäsche, verabschiedet ihr euch aber zugleich auch von ihrer plüschigen Toilettenabdeckung (das solltet ihr aus Geschmacksgründen aber vielleicht ohnehin...). Kompromisse helfen!

Streit um die Fernbedienung

Vor dem Fernseher: Demokratie. Mal er, mal ihr. Und sucht euch gemeinsame TV-Höhepunkte aus. Oder schaltet das Ding einfach mal ab und versucht es mit Konversation. Oder einem guten Film auf DVD.