Pheromone & Co.: Der große Hormon-Ratgeber

- Was hat Testosteron im Frauenkörper zu suchen, was ist das "Kuschelhormon" und warum sind Frauen am Tag des Eisprungs sexier? Wir haben die Helferstoffe in Sachen Liebe und Sex genau unter die Lupe genommen.

Hmm, ob hier nicht mal ordentlich Oxytocin im Spiel ist?

Wir haben uns mal umgeschaut in der Armee der Helferstoffe, die in unserem Leben für Liebe und Sex verantwortlich sind. Nun dürfen wir euch stolz die Kameraden vorstellen, die ihr für eure glücklichen und unglücklichen Lieben verantwortlich machen können. So hart es klingt: Mit freiem Willen ist dieser Armee kaum beizukommen. Also erklären wir eben die biochemische Ebene, was mit uns geschieht beim Verlieben, beim Sex und beim Kuscheln – und warum das Entlieben so schwierig ist.

Östrogen:
Das weibliche Hormon macht die Damen anziehender für Männer. Am Tag des Eisprungs ist es in der höchsten Konzentration im Körper vorhanden, macht die Haut geschmeidig und sorgt für weiche Rundungen.

Testosteron:
Das männliche Hormon ist auf Sex und nicht so sehr auf Gefühle aus. Es wird auch in Frauenkörpern nachgewiesen, allerdings in geringerer Konzentration. Es steuert die Libido des Mannes, macht ihn aber auch streitlustig und aggressiv.

Oxytocin:
Das Kuschelhormon lässt den Wunsch nach Berührung entstehen. Oxytocin , das im Gehirn gebildet wird, ist der hormonelle Antrieb, uns aufzuhübschen, wenn wir auf Partnersuche gehen. In Beziehungen wirkt der Stoff festigend, sorgt aber auch dafür, dass wir vergesslicher werden und verringert die Fähigkeit, klar und vernünftig zu denken. Beim Sex wird Oxytocin in größeren Mengen produziert und wirkt wie eine echte Liebesdroge: Es macht uns glücklich und beruhigt. Auch beim Stillen und während der Geburt wird das Hormon in großen Mengen freigesetzt.

Pheromone:
Diese Sexuallockstoffe dienen im Tierreich der besseren Orientierung: Welches Weibchen ist gerade fruchtbar, welches Männchen in der Nähe? Nun können wir Frauen bekanntermaßen nicht nur ein oder zweimal jährlich schwanger werden, sondern alle vier Wochen, und haben daher die Pheromone gar nicht so nötig – Jungs finden uns schließlich auch so … Und dennoch bilden wir Menschen die Duftlockstoffe.

Wissenschaftler haben in mehreren Studien belegt, dass Frauen auf männliche Pheromone anspringen und umgekehrt: So steigt bei Frauen der Blutdruck, wenn sie das im Männerschweiß ausgeschiedene Androstadienon riechen. Und sie produzieren während ihrer fruchtbaren Tage vermehrt das Pheromon Copuline, also "rufen" wir doch hormonell zur Paarung. Frauen, die die Pille nehmen schütten weitaus weniger Pheromone aus. Diese Moleküle sind es letztlich auch, die entscheiden, ob wir einander "riechen" können.

Liebe geht durch die Nase, heißt es landläufig. Ob man sein Gegenüber riechen kann, entscheiden wir innerhalb von nur wenigen Augenblicken. Eine wichtige Rolle dabei spielen Pheromone, kleine Botenstoffe, die uns mit relevanten Infos über unsere Mitmenschen versorgen. Doch kann man darauf auch Einfluss nehmen?

Dr. Beauty weiß Rat: Wirken Pheromone in Parfums? Pheromonparfums sollen für das andere Geschlecht attraktiv machen. Aber: Ob man den anderen riechen kann, ist genetisch bestimmt und ganz individuell. Ein Pheromon parfum, das auf jeden gleich anziehend wirkt, gibt es also nicht. Es sind aber Düfte bekannt, z.B. Vanille (Muttermilch riecht danach!), die viele Männer mit Geborgenheit verbinden und Frauen attraktiv wirken lassen. - Prof. Dr. Hanns Hatt, Geruchsforscher

Dopamin:
Dieser körpereigene Botenstoff macht Lust. Und entsteht immer genau dann, wenn wir verliebt sind. So fand eine Psychiaterin in Pisa heraus, dass Dopamin besonders im Blut von verliebten Paaren zu finden ist. Das Hormon bewirkt, dass wir uns anderen stärker öffnen. Mit Dopamin im Blut sind wir nicht mehr objektiv: Da wird der eher durchschnittliche Manni von nebenan plötzlich zum schönsten Mann der Welt und sein Lächeln zur größten Liebes-Offenbarung seit dem Finale von "Titanic". Diese emotionalen Höhenflüge, ausgelöst durch Dopamin, machen süchtig. Und auch wenn unser Kopf und unsere Freunde schon lange sagen, dass Manni eine verlogene Niete ist, bleiben wir noch eine Weile bei ihm, weil wir doch den Dopamin-Rausch so wunderbar finden …

Phenytläthylamin (PEA)
Auch dieser Botenstoff entsteht beim Verlieben, genauer gesagt bei der Liebe auf den ersten Blick. Er macht uns euphorisch und wir können nichts essen und trinken – nicht umsonst findet sich PEA auch in Diätprodukten wieder und in Schokolade, die ja bekanntlich auch glücklich macht.

Serotonin:
Der Neurotransmitter Serotonin steuert im menschlichen Körper den Gemütszustand, den Sexualtrieb und den Schlafrhythmus. Ist er ausreichend vorhanden, macht er gelassen. Ein Mangel an Serotonin kann ängstlich und sogar depressiv machen – und Verliebte haben ebenfalls einen niedrigeren Serotonin-Gehalt im Blut. Wenn die Verliebtheit nachlässt, steigt der Serotonin-Spiegel wieder.

Progesteron:
Das weibliche Sexualhormon ist der "Feind" vom Testosteron, reduziert das sexuelle Verlangen und macht weniger anfällig für Pheromone. Dieser Stoff ist ein Triebtöter, der bei Frauen nach dem Eisprung den Körper auf eine mögliche Schwangerschaft vorbereiten soll. So ist Progesteron bei Müttern auch für den Schutzinstinkt der Kinder zuständig.

Vasopressin:
Hier kommt die mahnende Kraft im Hormon-Heer: Vasopressin ähnelt in der Struktur dem Oxytocin und ist ebenso für die Treue der Menschen zuständig. Daher der Spitzname "Monogamie-Molekül". Es wird von Männern beim Sex ausgeschüttet, verbessert die Erkenntnisfähigkeit und kann so Fremdgehen von vornherein verhindern.

Shoppen, Lieben, Dekorieren im Einklang mit den Hormonen? Was der weibliche Zyklus mit uns anstellt, erfahrt ihr im Zyklus-Planer : Wann seid ihr besonders sexy? Wann könnt ihr schwanger werden? Und woher kommt die schlechte Laune vor den Tagen?