Das erste Mal - das sagt die Wissenschaft

- Das erste Mal Sex ist ein von Mythen umsponnenens Großereignis im Leben eines jeden Menschen. Und dabei ist es doch nur Geschlechtsverkehr. Dennoch: Man hört Horrorstories, aber auch triefende Geschichten von Rosenblättern und Teelichtern, man erfährt von Schmerzen und Blut, aber hin und wieder heißt es schlichtweg "geil, geil, geil". Das erste Mal wurde natürlich auch schon wissenschaftlich untersucht. Und obwohl man schnell feststellt, dass der Einstieg in das Leben mit Penetration kein so großes Ding ist, ballern wir euch hier nur so zu mit Fakten rund um jenes einzige erste Mal Sex...

Das erste Mal - so erklaert es die Wissenschaft

Das erste Mal, beim Campen oder im Bett?

Das erste Mal - Alter

Die Studie zur Jugendsexualität der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung von 2012 konstatiert, dass heute in Deutschland knapp 25 Prozent der 15-Jährigen und etwa 66 Prozent der 17-Jährigen Mädchen schon einmal Sex hatten.

Bei den Jungs gleichen Alters liegt der Schnitt 5 bis 10 Prozent niedriger, sie fangen also tendenziell etwas später an. Das Alter beim ersten Mal hat sich übrigens  in den vergangenen zehn Jahren nur geringfügig geändert, das Internet mit nahezu frei zugänglicher Pornografie hat also doch nicht einen allzu großen Einfluss auf das echte Leben.

Nimmt man allerdings die 50er-Jahre zum Vergleich, gibt es da schon eine Öffnung hin zu früherem Einsteigen in das körperliche Liebesleben: Von den vor 1950 geborenen Frauen hatten weniger als 20 Prozent ihren ersten Sex vor dem 18. Lebensjahr. Frauen, die nach 1954 geboren wurden, hatten zu 60 Prozent schon Sex vor der Volljährigkeit.

Verhütung beim ersten Mal

Der Mythos, man müsse beim ersten Geschlechtsverkehr nicht verhüten, ist falsch. Ob das Mädchen oder die Frau schwanger werden kann, hängt davon ab, ob sie bereits ihre erste Periode hatte. Zudem bietet ein Kondom Schutz vor Geschlechtskrankheiten.

Bei der Verhütung sind etwa 88 Prozent schlau genug, beim ersten Sex auf Nummer sicher zu gehen. Dumm nur, dass 12 Prozent weder Kondom noch Pille nutzen, in einem Alter, wo der Zyklus oft verrücktspielt und sexuell übertragbare Krankheiten weiterhin ein Thema sind.

Wie prägt einen das erste Mal?

Viele Jugendliche haben Angst vor dem ersten Mal, gefürchtet bei den Jungs ist zum Beispiel ein zu schnelles Kommen. Mädchen haben oftmals Angst, dass der erste Sex schmerzhaft werden könnte. Das ist aber immer anders, manche können schon das erste Mal sehr genießen.

Eine Studie der University of Tennessee, bei der 2013 331 junge Männer und Frauen befragt wurden, hat den Einfluss des ersten Mals auf das Liebes- und Sexleben der Probanden untersucht. Dort fand man heraus, dass diejenigen, die sich beim ersten Mal respektiert und geliebt gefühlt haben auch spätere Beziehungen und sexuelle Begegnungen als emotional befriedigend empfanden. Ob ein gutes erstes Mal auf ein generell gutes Sexleben schließen lässt, konnte diese Studie allerdings nicht beweisen.

Angst vor dem ersten Mal

Locker bleiben: Vor dem ersten Mal aufgeregt und nervös zu sein, ja sogar Angst zu haben, ist völlig normal! Viele Mädchen fürchten sich vor Schmerzen, wenn der Penis in die Scheide eindringt und dabei das Jungfernhäutchen zerreist. Außer einem kurzen Ziehen oder Brennen ist meistens jedoch nichts zu spüren! Am besten hilft, locker und entspannt zu sein, da so die Scheide ausreichend feucht wird. Wenn der Mann des Vertrauens seinen Penis behutsam einführt, ist es nicht schmerzhaft. Wer sehr unsicher ist, kann zusätzlich noch ein Gleitgel verwenden!

Bluten beim ersten Mal?

Viele von euch werden aus eigener Erfahrung wissen, dass das Jungfernhäutchen nicht unbedingt beim ersten Geschlechtsverkehr reißt, sondern schon lange vorher eingerissen ist. Oder es ist mega-elastisch und reißt trotz regen Sexlebens gar nicht - blutet also auch nicht. Beim Turnen oder sogar mit einem Tampon kann das Hymen verletzt worden sein, Jungfrau im klassischen Sinne ist das Mädchen dennoch.

Fazit: Es blutet also ganz und gar nicht immer beim ersten Mal. Es blutet dabei sogar ziemlich selten, nur in 50 bis 25 Prozent der Fälle, so schätzen Experten. Diese blutbeschmierte Laken nach der Hochzeitsnacht, die Idee, der Mann muss da eine Art Barriere durchstoßen, ist also Quatsch! Das sollte jeder halbwegs aufgeklärte Mensch wissen - und auch keine Wunderwerke der weiblichen Anatomie erwarten. Schlimm genug, dass Frauenärzte eine Hymen-Rekonstruktion anbieten müssen, um fanatische Männer in ihrer gestörten Erwartungshaltung zu bestätigen.

Und musikmäßig? Empfiehlt eine Studie diese Sex-Songs. Naja...