Chlamydien: Ursachen, Symptome & Therapie bei Infektion

Eine Infektion mit Chlamydien gehört zu den häufigsten Geschlechtskrankheiten. Und die sind immer noch ein Tabu. Kaum einer oder eine spricht darüber, dabei sind in Deutschland schätzungsweise rund eine Million Männer und Frauen mit Chlamydien infiziert.

Verhütung ist bei einem One Night Stand unerlässlich, aber auch in einer festen Partnerschaft bietet ein Kondom Schutz, wenn sich der Partner eine Infektion eingefangen hat - zum Beispiel durch Bakterien im Schwimmbad.

Wie kann man sich mit Chlamydien anstecken? Wie gefährlich sind Chlamydien? Und was hilft dagegen? Wir haben für euch recherchiert und geben Antworten auf die fünf wichtigsten Fragen zum Thema Chlamydien.

Fünf Fragen und Antworten über Chlamydien

Eine Chlamydien-Infektion wird durch Bakterien ausgelöst und durch Geschlechtsverkehr übertragen. Die Infektion macht sich durch Symptome wie allgemeine Unterleibsschmerzen und Brennen beim Wasserlassen bemerkbar. Unerkannt kann die Infektion mit Chlamydien allerdings zu Unfruchtbarkeit führen, daher sollte im Zweifelsfall immer ein Arzt gefragt werden!

Gerade weil Chlamydien oft keine Symptome zeigen, ist es wichtig, dass ihr herausfindet, bei wem ihr euch mit Chlamydien angesteckt habt, und dass ihr Partner, die ihr angesteckt haben könntet, über eure Infektion informiert. Denn je früher Chlamydien erkannt und behandelt werden, desto besser.

So ist es möglich, Langzeitfolgen wie Unfruchtbarkeit oder Zeugungsunfähigkeit zu vermeiden. Denn die sind nicht mehr rückgängig zu machen.

Fünf Fragen und Antworten über Chlamydien
  • Was sind Chlamydien?

    Chlamydien (medizinisch: Chlamydia trachomatis) sind Bakterien, die Geschlechtskrankheiten verursachen. Sie können aber auch zu Bindehautentzündungen im Auge führen. Die Erreger werden vor allem beim Sex übertragen – egal ob vaginal, oral oder anal.

  • Wie kann ich mich vor Chlamydien schützen?

    Vor einer Infektion mit Chlamydien könnt ihr euch am besten mit einem Kondom schützen. Viele Frauen und Männer haben Chlamydien, ohne es zu wissen, weil die Infektion oft keine Symptome zeigt. Deshalb raten Ärzte neuen Paaren, sich auf Chlamydien testen zu lassen. Dazu wird ein Abstrich von der Harnröhre und bei Frauen zusätzlich vom Gebärmutterhals gemacht. Die Kosten für den freiwilligen Chlamydien-Test müsst ihr selber tragen. Es sei denn ihr zeigt entsprechende Symptome, dann zahlt die Krankenkasse.

  • Welche Symptome haben Chlamydien?

    So gut wie keine. Und gerade das ist das Fiese und Fatale an einer Chlamydien-Infektion. Da etwa ein Drittel der Männer und zwei Drittel der Frauen, die mit Chlamydien infiziert sind, nur geringfügige oder gar keine Symptome zeigen, bemerken sie die Infektion erst sehr spät oder gar nicht und können andere anstecken, ohne es zu wollen. Die ersten Symptome einer Chlamydien-Infektion treten frühestens ein bis drei Wochen nach der Ansteckung auf, es können aber auch Monate vergehen. Schmerzen beim Wasserlassen, Jucken, Brennen und Ausfluss aus der Scheide oder dem Penis können bei Frauen und Männern Anzeichen für eine Entzündung der Harnröhre und eine Chlamydien-Infektion sein. Chlamydien können auch in die Gebärmutter vordringen und dort Entzündungen auslösen. Mögliche Symptome sind Zwischenblutungen, Unterleibsschmerzen und Schmerzen beim Sex.

  • Wie werden Chlamydien behandelt?

    Die gute Nachricht: Chlamydien lassen sich gut behandeln. Die Bakterien werden durch ein Antibiotikum abgetötet. Nach zehn bis vierzehn Tagen ist die Infektion in der Regel ausgeheilt. Falls bei euch Chlamydien diagnostiziert wurden, ist es wichtig, dass euer Partner sich unbedingt auch testen und – falls er auch infiziert ist – gleichzeitig behandeln lässt. Sonst besteht die Gefahr, dass ihr mit den Chlamydien Ping Pong spielt und euch gegenseitig immer wieder ansteckt. Deshalb solltet ihr während der Behandlung auch keinen Sex haben. Ein Test nach der Antibiotika-Behandlung zeigt, ob die Chlamydien wirklich nicht mehr nachweisbar sind.

  • Wie gefährlich sind Chlamydien?

    Bleiben Chlamydien unentdeckt und unbehandelt, können sie ernste Folgen haben. Die Bakterien können bis in die Gebärmutter und die Eileiter und Eierstöcke wandern, sie durch Entzündungen verkleben oder vernarben und so zu Unfruchtbarkeit führen oder das Risiko einer Eileiterschwangerschaft erhöhen. Männer können durch eine Chlamydien-Infektion zeugungsunfähig werden. Besonders gefährlich sind Chlamydien während der Schwangerschaft. Die Bakterien sollen eine mögliche Ursache für Frühgeburten sein und Mütter können ihre Kinder während der Geburt mit Chlamydien anstecken. Die Folgen für die Babys können Bindehaut- und Lungenentzündungen sein. Deshalb gehört ein Chlamydien-Test zu den Vorsorgeuntersuchungen für schwangere Frauen.