Striptease Tipps: Burlesque für’s Wohnzimmer

Striptease ist eine heikle Sache. Wer nicht grad in einer Tabledance-Bar jobbt oder einmal die Woche einen Kurs im Pole-Dancing absolviert, sieht beim vorspielerischen Strip im heimischen Schlafzimmer schnell unfreiwillig komisch aus. Sie möchten Ihren Liebsten trotzdem mit einer heißen Showeinlage verführen? Dann probieren Sie es doch einmal mit Burlesque! Jolie.de sagt Ihnen, wie Sie sich so stilvoll entkleiden wie die Vaudeville-Tänzerinnen der 30er Jahre.

Ein Anachronismus auf zwei Beinen: Retro-Stripperin Dita von Teese (Bild: Getty Images)

Ein Anachronismus auf zwei Beinen: Retro-Stripperin Dita von Teese (Bild: Getty Images)

Burlesque-Queen Dita von Teese hat es vorgemacht: Strippen ist wieder in! Kein Event, zu dem die Exfrau von Marilyn Manson nicht eingeladen wäre und sich lasziv ihrer Kleidung entledigt. Jedoch nicht mit weit gespreizten Beinen an der Stange oder im Stringtanga auf einem Männerschoß, sondern mit gebührendem Abstand, glamourösen Kostümen und viel Humor.

Wie sexy Dita sich entblättert sehen Sie hier:

Was in seiner Entstehung Ende des 18. Jahrhunderts eine lustige Bühnenshow mit Gesang, Slapstick und artistischen Elementen war, reduziert sich in seinem heutigen Revival auf die Kunst des stilvollen Ausziehens. In den USA schießen die Neo-Burlesque-Ensembles aus dem Boden und tragen Namen wie "The Glitzkrieg Burlesque Bombshells" oder "Velvet Hammer Burlesque". Selbst hierzulande gibt es die "Vegas Show-Offs" aus Köln und die "Teaserettes" aus Berlin. Letztere können mit Schauspielerin Sandra Steffl sogar ein prominentes Mitglied vorweisen.

Sie alle orientieren sich an der Ästhetik der 30er, 50er Jahre, großes Vorbild ist Pin-Up-Ikone Bettie Page. Ziel ist es nicht, dem Publikum möglichst schnell alle anatomischen Details zu zeigen, sondern hier ist der Weg das Ziel! Zudem ziehen sich Burlesque-Stripperinnen nie ganz aus: Die Nippel werden von sogenannten Pasties verdeckt – Paillettenbesetzte Hütchen zum Aufkleben – und das Höschen bleibt auch dran. Kein Wunder, dass ein Großteil des Publikums aus Frauen besteht.

Das Outfit:

Hier geht verspielt vor sexy. Also weg mit den herkömmlichen Stripper-Accessoires wie Plateauschuhen, hohen Stiefeln und Stringtangas, und her mit den Handschuhen, Strumpfhaltern und Seidenshorts. Polka Dots, Rüschen und Pastellfarben sorgen für ein 50er-Jahre-Feeling. Authentische Nylonstrümpfe mit echter Naht bekommt man bei Agent Provocateur – oder direkt von der Burlesque-Queen: in ihrem Onlineshop hat die bekennende Nylon-Liebhaberin Dita von Teese einige hübsche Strümpfe im Angebot. Fortgeschrittene halten die Luft an und zwängen sich außerdem in ein sexy Korsett.
Die bekannte Stripper-Regel "Man muss ein Kleidungsstück schnellstens ausziehen können" gilt nicht für Burlesque-Outfits. Das Ziel ist der Tease und da sind Knöpfe, Häkchen und Schleifen zum langsamen und aufreizenden Aufmachen eher erwünscht!

Das Make-up:

Vergessen Sie die Toasterbräune und die schweißnassen Strähnenfrisuren à la Britney Spears, bei Burlesque ist Stil angesagt! Edle Blässe wird durch Transparentpuder betont und wer auf den Schimmer nicht verzichten will, benutzt Cremes mit subtilem Glanz, z.B. die duftende Körperpomade "Bathina" von Benefit. Für den Marmorteint pudrige Foundation benutzen und anschließend großzügig nachpudern. Nude Look oder Glanz sind hier unerwünscht. Rouge ist ein Muss! Die Augen verzichten auf Lidschatten, stattdessen haben falsche Wimpern ihren großen Auftritt. Wer die künstlichen Extrawimpern nicht mag, tuscht die eigenen einfach mehrmals – wirkt fast genauso gut. Zum Abschluss kommt der Lidstrich: Ein großzügiger Schwalbenschwanz über dem oberen Wimpernkranz. Zu einem echten Fifties-Make-up gehört auch ein verführerischer Kussmund in Rot oder Fuchsia. Keine Bange: was im Alltag eher überschminkt aussehen kann, ist für den Glamour-Strip grade richtig!
Die Haare dürfen gern aufwendig frisiert sein – oder zumindest so aussehen. Eine Hochsteckfrisur ist dank eines großen Haarclips schnell gemacht und sieht immer glamourös aus. Auf keinen Fall werden die Haare in typischer Stripper-Ästhetik nass und filzig geschüttelt. Schweißnasse Strähnen sehen vielleicht beim Tabledance gut aus, passen aber nicht zu dem koketten Chic des Burlesque.
Lange oder falsche Fingernägel sind ein No-Go! Statt der krallenhaften Plastikschaber werden die Fingernägel kurz und rund gefeilt und anstelle der unauffälligen French Manicure sind alle Knallfarben erlaubt.

Die Attitude:

Statt pornösem Sexgehabe sind die Hauptmerkmale des Burlesque …
Der Tease
Der Weg ist das Ziel! Hier geht es nicht darum, möglichst viel und möglichst oft zu zeigen. Beim Burlesque wird neckisch entblößt, wieder verhüllt und dann doch wieder gezeigt. Alles schön kokett und quälend langsam, dass es der Zuschauer nicht mehr aushält. Statt dem Publikum die Nippel ins Gesicht zu hängen, bleiben selbige durch Pasties oder raffinierte BHs züchtig verhüllt. Auch südwärts bleibt mindestens ein String dran. Weniger zeigen ist eben doch mehr…
Der Humor
Im Gegensatz zum gängigen Striptease ist Burlesque kein bierernstes Geschäft. Burlesque-Tänzerinnen sind kokett, neckisch und nehmen sich nicht allzu ernst. Man muss keine begnadete Ballerina oder übergelenkige Akrobatin sein, um sich lasziv auf einem Stuhl zu räkeln. Wer denkt, Strippen sei nur was für wahnsinnig dünne Frauen, hat sich geirrt. Beim Burlesque ist alles erlaubt!
Die Bewegungen
Statt breitbeinigem Herumrobben auf dem Boden ist der sexy Shimmy angesagt! Schütteln, mit den Hüften kreisen, den Unterleib nach vorn stoßen – das macht nicht nur Spaß, sondern ist auch gut für die Fitness!

Besonders schöne Inspiration gibt's im Trailer zu Magic Mike XXL und bei den Teaserettes!

Sexy Striptease Musik:

  • Joe Cocker mit "You Can Leave Your Hat On" - der absolute Klassiker
  • Corey Hart mit "Eurasian Eyes" - 9 1/2 Wochen Film-Soundtrack
  • The White Stripes mit "I Just Don't Know What To Do With Myself" - im offiziellen Musikvideo legt keine Geringere als Kate Moss einen lasziven Striptease-Dance hin
  • Pussycat Dolls
  • Marilyn Monroe
  • Frank Sinatra

Wir wünschen viel Spaß beim Ausprobieren!