Haptomanie: Begegnen Sie Ihrem ungeborenen Kind

Werdende Mamas haben es leichter als werdende Papas – sie spüren, wie ihr Baby in ihnen wächst, können fühlen, wie es sich bewegt und werden manchmal regelrecht von ihm getreten. Trotzdem fällt es ihnen, genau wie den Vätern, manchmal schwer, sich vorzustellen, dass da wirklich ein kleiner Mensch heranwächst.

Der neueste Trend der frühkindlichen Entwicklung heißt Haptomanie! (Bild: Getty Images)

Der neueste Trend der frühkindlichen Entwicklung heißt Haptomanie! (Bild: Getty Images)

Haptonomie (griech.) bedeutet übersetzt „Lehre von der Berührung“ und beschreibt den Versuch der Eltern, ihr ungeborenes Kind zu spüren, es zu streicheln und schon im Mutterleib gut kennen zu lernen.
Die Eltern lernen bei der Haptonomie ihr Baby kennen
Haptonomie ist ab der 24. Woche möglich, frühestens jedoch, wenn die Mutter das Kind spüren kann. Während einer Haptonomie-Sitzung sollen sich die Eltern ganz auf ihr Kind konzentrieren und es in Gedanken ansprechen. Dabei legen die Mutter oder der Vater die Hände auf den Bauch der Schwangeren und versuchen dabei, das Baby nicht nur mit den Händen, sondern auch gefühlsmäßig wahr zu nehmen. Die Eltern können ihrem Kind dabei in Gedanken Botschaften senden, zum Beispiel, dass sie sich auf es freuen und sehr lieb haben.
Das Baby antwortet
Je kleiner das Baby ist, desto kürzer sind die haptonomischen Übungsphasen, die später bis zu etwa 45 Minuten ausgedehnt werden. Größere Babys sind in der Lage, auf die Kontaktaufnahme der Eltern „zu antworten“ und mit Bewegungen, kleinen Tritten oder regelrechtem „Anschmiegen“ auf die Berührungen der Eltern zu reagieren. Mit der Zeit lernen die Eltern ihr Baby „kennen“ und wissen vielleicht auch die augenblickliche Stimmung des Ungeborenen zu deuten – egal, ob es gerade müde ist, Schluckauf hat oder aufgeweckt „herumtobt“.
Entlastung für die Schwangere
Haptonomische Übungen können jederzeit durchgeführt werden – solange man ein wenig Ruhe und Geduld hat. Insbesondere für den werdenden Vater ist es eine schöne Gelegenheit, einen innigen Kontakt mit seinem Kind herzustellen und dabei seine Partnerin zu entlasten. Für sie ist es besonders entspannend, die „Verantwortung“ einmal abgeben zu können und es ganz dem Mann zu überlassen, sich um die emotionalen Bedürfnisse des Babys zu kümmern. Am besten Füße etwas hochlegen und die Berührungen genießen – so kommen die Zärtlichkeiten Mutter und Kind gleichermaßen zu.
Haptonomie-Kurse werden von einigen Geburtshäusern, in manchen kirchlichen oder städtischen Familienbildungsstätten oder in Volkshochschulen angeboten.

Fragen Sie auch Ihre Hebamme nach Informationen zur Haptonomie. Obwohl dies nicht zwangsläufig zu den Aufgaben einer Hebamme gehört, bieten manche diese Leistung an.