Ab wann Folsäure?

Wer sich mit dem Thema Kinderwunsch und Schwangerschaft auseinandersetzt, kommt an Folsäure nicht vorbei. Ab wann soll man zusätzlich zum Essen Folsäuretabletten nehmen? Zu Beginn der Schwangerschaft oder schon beim Kinderwunsch? Hier erfahrt ihr, ab wann es sinnvoll ist, Folsäure zu nehmen und in welchen Lebensmitteln natürliche Folsäure vorkommt. Denn Folsäure ist wichtig für die Entwicklung des ungeborenen Kindes.

ab wann folsäure

Ab wann ist es sinnvoll, Folsäure zu nehmen?

Was ist Folsäure?

Folsäure ist ein Vitamin, das der Körper nicht selbst herstellen kann, das also über die Nahrung oder in Form von Tabletten aufgenommen werden muss. Die empfohlene Tagesdosis für Folsäure liegt zwischen 200 µg und 400 µg am Tag. Schwangere Frauen sollten aber eine Tagesdosis von 800 µg am Tag zu sich nehmen, da Folsäure bei allen Zellneubildungs- bzw. Zellteilungsprozessen im menschlichen Körper eine wichtige Rolle spielt.

Nur 10 Prozent der schwangeren Frauen gelingt es, den erhöhten Folsäurebedarf über die Nahrung aufzunehmen. Deshalb nehmen sie zusätzlich Folsäuretabletten. Zuviel Folsäure ist für den Körper nicht schädlich, er scheidet das überflüssige B-Vitamin aus. Trotzdem solltet ihr natürlich nicht absichtlich mehr als die empfohlene Dosis zu euch nehmen.

Ab wann Folsäure?

Es ist sinnvoll ab Kinderwunsch, also ca. 3 bis 4 Monate bevor ihr euch an die ernsthafte Kinderplanung macht, mindestens aber 4 Wochen vorher, Folsäure in Tablettenform zu nehmen. Bereits bei Kinderwunsch sollten prophylaktisch 400 µg Folsäure über die Ernährung und 400 µg synthetische Folsäure aufgenommen werden. Der Grund: Frauen haben bei Einnahme der Pille einen erhöhten Folsäurebedarf.

Auch wer nicht mit der Pille verhütet hat, leidet meist auf Grund ungesunder Ernährung unter Folsäuremangel, da zu wenig Folsäure über die Nahrung aufgenommen wird. Der Bedarf wird also nicht ausgeglichen und der Folsäurespeicher im Körper ist leer. Kommt es dann zu einer Schwangerschaft und damit zu einem erhöhten Folsäurebedarf, kann der Körper den Bedarf nicht decken und der Embryo wird mit zu wenig Folsäure versorgt. Deshalb gilt für Frauen mit Kinderwunsch, Schwangere und Stillende: Mindestens 800 µg Folsäure am Tag über die Nahrung und in Tablettenform einnehmen!

Zu wenig Folsäure in der Schwangerschaft

Fehlt während der Embryonalentwicklung Folsäure, kann das zu Defekten bei der Entwicklung im Bereich des Gehirns, des Schädels und der Wirbelsäule des Embryos kommen. Folsäuremangel soll auch im Zusammenhang mit Herzfehlern, Sprachentwicklung, Harnwegsdefekten, Lippen-Kiefer-Gaumenspalten und Frühgeburten stehen. Durch die vorherige Folsäure-Einnahme wird das Risiko von Fehlbildungen um 70 % gesenkt!

Ihr solltet also dafür sorgen, dass euer Folsäurespeicher schon vor der Schwangerschaft gefüllt ist. Denn meistens bemerkt man in den ersten Wochen gar nicht, dass man schwanger ist, und Folsäure ist genau in den ersten vier Entwicklungswochen des Embryos besonders wichtig. Doch kein Grund zur Panik: Die meisten Frauen, die unbemerkt schwanger wurden, haben trotz mangelnder Folsäure-Reserven überhaupt keine Probleme und bringen gesunde Babys zur Welt!

Folsäure in Lebensmitteln

Wenn ihr euch gesund ernährt, sieht euer Folsäurehaushalt im Körper in der Regel ganz gut aus - den erhöhten Bedarf bei einer Schwangerschaft kann die Nahrung allein aber nicht decken. Natürliche Folsäurelieferanten sind: grünes Blattgemüse, Salat, Vollkornprodukte Nüsse, Weizenkeime, Karotten, Bohnen, Spargel, Orangensaft, Broccoli, Spinat, Tomaten, Kohl, Milchprodukte, Eigelb, Salz, Rinderleber, Soja, Kichererbsen. Ein neues Superfood mit einem hohen Anteil an Folsäure ist die Aroniabeere (Apfelbeere).

Wo kann ich Folsäure kaufen?

Folsäure gibt es in Tablettenform rezeptfrei in Apotheken, in Drogerien und Reformhäusern. Ihr solltet euch vorher aber in jedem Fall mit eurem Frauenarzt über euren Kinderwunsch und die Dosierung unterhalten.

Hier erfahrt ihr ab wann ihr einen Schwangerschaftstest machen solltet und welche Schwangerschaftssymptome es gibt.