Saint Laurent Spring 2014: "Schockierend billig!"

Hedi Slimane, seit drei Saisons Designer beim französischen Traditionshaus Saint Laurent (neuerdings ohne Yves), musste nach der Präsentation der Saint Laurent Spring Summer 2014 Kollektion erboste Kritik von der renommierten Mode-Journalistin Robin Givhan - die erste Modekritikerin, die je einen Pulitzer-Preis gewann - einstecken: "Schockierend billig" würden die Kollektionsteile aussehen, humorlos und ohne weibliche Formen zu berücksichtigen. Wir haben ein paar der so scharf kritisierten Kleider für euch, die stark an die Eighties erinnern und von Givhan zudem noch das vernichtende Prädikat "ugly" erhielten.

"Schockierend billig!" - die Saint Laurent Spring Summer 2014 Kollektion kam bei Modekritikern nicht gut weg ...

Hedi Slimane für Saint Laurent

Die Kleider seien in etwa "so fließend wie Gips" und hätten nicht den Hauch von Sinnlichkeit. Modekritikerin Robin Givhan nannte die neue Saint Laurent Kollektion von Heid Slimane schlichtweg "ugly" - und tatsächlich tut man sich schwer, die Entwürfe von Hedi Slimane als gelungen zu bezeichnen.

Steife Materialien

Die Materialien wirken steif, die Schnitte sind 80er-Jahre Reminiszenzen und erinnern an jene Prom-Night-Dresses aus den schlimmsten USA-Klischees. Doch was ging schief? Saint Laurent als Modehaus ist schließlich einer mächtigen Tradition verpflichtet - und genau daran scheiterte Hedi Slimane laut Givhan, die ihren Unmut im "New York Magazine" veröffentlichte.

Außerdem würden die Entwürfe die Frauen sexualisieren, Vergleiche zur Kleidung von Prostituierten wurden gezogen. Zu guter Letzt fragt Robin Givhan, welche Stars sich wohl in diesen Saint Laurent Looks präsentieren wreden. Auch hier fällt ihre Antwort ernüchternd aus: Allenfalls Miley Cyrus könne sie sich in diesen Teilen vorstellen, was nicht besonders kultiviert, aber mit Sicherheit lukrativ sei. Das Erbe und die Vorgabe, jenes Erbe stets neu zu interpretieren, sei eine zu große Bürde für Slimane.

Erfrischende Modekritik

Wir finden es erfrischend, dass Modekritik mal so frei heraus wie jetzt von Robin Givhan, hier links im Bild, daher kommt. Die Moderedakteurin, die lange für die Washington Post schrieb, gewann 2006 als erste Journalistin aus dem Fashion-Bereich den Pulitzer-Preis, da ihre Kritik "nicht nur scharfsinnig beobachtete Modekriitk, sondern immer auch ein Stück Gesellschaftskritik" sei.

Viele Revivals schon lang tot geglaubter Stilsünden haben wir bislang stillschweigend unter der Überschrift "Kunst darf das!" ertragen. Mit dem zugegebenermaßen harschen Verriss der Saint Laurent Spring 2014 Kollektion spricht Robin Givhan der Endverbraucherin aus der Seele.

Wie findet ihr die Entwürfe?