Keine Massenhysterie bei Comme des Garçons for H&M

Nach einer eher stillen Werbekampagne für die neue Designerkollektion bei H&M, öffneten sich heute um Punkt 9 Uhr 30 die Türen der H&M-Shops für die wartenden Fashionistas. Japanische Designerkleidung zu Schleuderpreisen? Her damit! Das Tohuwabohu von Cavalli-artigem Ausmaß blieb aber aus - nicht zuletzt weil die Sahneteile gar nicht erst im Laden hingen.

Comme des Garcons for H&M

Comme des Garcons for H&M

München, kurz nach neun. Gleich drei Stores nebeneinander verkaufen die neue Designerkollektion bei H&M von "Comme" (wie Insider Comme des Garçons mit wissendem Blick abkürzen), echter Enthusiasmus will sich aber nicht einstellen.

Die ganze Kollektion auf einen Blick gibt es hier: Comme des Garcons for H&M

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Waren es letztes Jahr noch Horden von modebewussten Schnäppchenjägern, die unbedingt ein Teil aus der Cavalli-Kollektion für den schwedischen Textilriesen ergattern wollten, sind es heute nur wenige Menschen, die sich bei nasskaltem Wetter vor dem H&M herumdrücken.

Inklusiver der üblichen Schaulustigen mit Tagesfreizeit: "Gibt's hier was umsonst?" fragt ein Rentner die nette PR-Dame von H&M. Auf ihre Erklärung reagiert der Alte unwirsch: "Aha, da verdient sich einer 'nen Lenz und unsereiner muss drei Monate dafür arbeiten!" Auch der Hinweis, dass es ganz im Gegenteil erschwingliche Designermode gibt, beschwichtigt den brabbelnden Renter nicht.

Überhaupt fehlen die jungen Trendsetter in dem kleinen Pulk. Noch nicht einmal die Münchner Modejournaille ist gekommen und das obligatorische Fernseh-Team rückt auch erst spät an. Trotzdem kommt es zu einem ordentlichen Gedränge, als endlich Einlass ist. Hände grapschen wahllos nach gepunkteten Oberteilen, Leinen-Slippern und weißen Blusen.

Ein bisschen Verärgerung kommt auf, als die Shopperinnen feststellen, dass es die Teile aus der Werbung gar nicht gibt. Das aufwendige Mantelkleid wird nur dreimal in Deutschland verkauft: Schön für die Fashionistas in Berlin, Hamburg und Düsseldorf. Dasselbe gilt für schönen Frack und noch ein paar andere Highlights aus der Kollektion. Glücklich, wer da ein Promi ist: Mischa Barton hat das ultralimitierte Mantelkleid schon - vermutlich ein Geschenk des Hauses.

Verknappung ist die Devise: Schließlich sollen nicht wieder Stücke im Sale landen wie bei Karl Lagerfeld, als das seidene Cocktailkleid für 100 Euro am Ende für 5 Euro über den Ladentisch ging. Wie gut die Limitierungs-Strategie funktioniert, hatte sich letztes Jahr bei der Zusammenarbeit zwischen Glamour-Designer Roberto Cavalli und H&M gezeigt. Binnen weniger Minuten waren die Abendkleider und Party-Dresses ausverkauft - und wurden sofort bei Ebay für das Mehrfache des Originalpreises weiterverkauft. Auch jetzt finden sich nur drei Stunden nach Erscheinen die ersten Teile im Online-Auktionshaus. Und da werden frech 300 Euro für einen Trenchcoat verlangt, der noch für 149 Euro im Laden hängt.

Letzte Chance Onlineshop

Wer will, kann sich heute Nacht noch vor seinen Computer setzen: Ab 23:59 werden ausgewählte Teile der ausverkauften Comme-Kollektion auch im H&M-Onlineshop (www.hm.com/de) verkauft.

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