So überlebt ihr die Weihnachtsfeier im Büro

- Wenn eine Rundmail wieder zum "weihnachtlichen Hüttenzauber" oder "besinnlichem Bürowichteln" einlädt, wisst ihr: euer letztes Stündlein hat geschlagen – die Weihnachtsfeier steht an. Nur keine Sorge! Mit unserem Weihnachtsfeier-Knigge umschifft ihr jede Peinlichkeit.

Ich habe nichts zum Anziehen!

Bevor ihr im Abendkleid auf der Bürofeier auftaucht, erkundigt euch vorher lieber bei euren Kollegen nach den Bekleidungs-Gepflogenheiten. Wenn ihr euch dann immer noch unsicher seid, tragt einen schlichten dunklen Hosenanzug mit einem schicken Top. So seid ihr nicht underdressed und wenn der Dresscode dann doch eher locker ist, zieht ihr einfach euren Blazer aus.


Für mich nur ein winziges Schlückchen

Auch wenn es meist Alkohol in rauen Mengen gibt: Bleibt dem Fusel lieber fern! Eure Kollegen können ja gern anfangen zu lallen und in schlechter Verfassung nach Hause stolpern – ihr bleibt kontrolliert gut drauf! Und geltet am nächsten Tag nicht als peinlicher Alki, der sich nicht beherrschen kann.

Wenn es zu unhöflich oder "uncool" ist, nicht mitzutrinken, wendet wenigstens konsequent folgende Faustregel an: Auf jeden Schluck Alkohol folgt ein Schluck Wasser!

No Sex, please

Die Stimmung ist ausgelassen, der Wein fließt in Strömen und die Patschhand eures Chefs hat es sich auf eurem Bein bequem gemacht. Mit alkoholgeschwängertem Atem grunzt er euch ins Ohr, wie froh er darüber sei, euch eingestellt zu haben und wie kompetent er euch fände. Jetzt ist es Zeit für euren Rückzug! Auch wenn betriebliche Weihnachtsfeiern nicht erst seit dem folgenschweren (es ist ein Junge!) One-Night-Stand von Franz Beckenbauer geradezu prädestiniert sind für zwischenmenschliche Annäherung – lasst es bleiben. Ihr wollt nicht am nächsten Tag als Büro-Schlampe bezeichnet werden, die's erstens mit jedem macht und zweitens sich nur hochgeschlafen hat. Auch Knutschereien im Kopierraum sind verboten. Dann müsst ihr den süßen Praktikanten eben mal privat treffen.

Tipp: Rettungszeichen mit Kollegen vereinbaren! Falls ihr von ungeliebten Mitarbeitern oder Vorgesetzten vereinnahmt werdet, holt euch die Kollegin auf ein unauffälliges Handzeichen unter einem Vorwand weg.


Ran an die Bulletten!

Auf dem Buffet stapeln sich der Braten, Sushi und Mousse au Chocolat. Ihr schaufelt euch gleich zwei Teller voll, ihr habt ja in der Mittagspause nichts gegessen und es könnte ja später nichts mehr da sein. Falsch. Die Weihnachtsfeier ist kein guter Zeitpunkt, um den Kollegen und dem Chef zu zeigen, dass ihr euch nicht die Butter vom Brot nehmen lasst. Bleibt maßvoll, leert nicht die Platte mit den Garnelen, weil das euer Leibgericht ist. Denn auch wenn es nicht so aussieht: Unter Beobachtung steht ihr ja doch.

Wofür ist denn die komische Gabel da?

Die Weihnachtsfeier findet beim Edel-Franzosen um die Ecke statt? Dann seid ihr zwar der Buffet-Schlacht ausgewichen, im Restaurant warten aber trotzdem ein paar Fallen auf euch. Auch wenn ihr zuhause gern mal mit den Fingern esst, Schmatzen nicht als störend empfindet und vier verschiedene Bestecke überkandidelt findet – zeigt angenehme Tischmanieren! Lippen vor dem Trinken abtupfen, mit geschlossenem Mund kauen und Zigaretten in der Tasche lassen.


Flurfunk

Bei der Weihnachtsfeier solltet ihr euch noch mehr zusammenreißen als sonst. Denn was ihr im Kreis der kompletten Belegschaft verbrecht, bleibt noch ewig an euch haftet: "Wisst ihr noch, die Nina?? Wie die sich aufs Buffet erbrochen hat!? War das lustig!!" Umgekehrt wird auch der Klatsch über andere Personen multipliziert, wenn bei der Weihnachtsfeier die ganze Firma zusammenkommt und nicht nur ein Team. Was ihr dann der netten Kollegin aus dem ersten Stock erzählt habt, weiß nach einer Stunde das ganze Haus. Also: Haltet euch zurück und verpetzt den Kollegen nicht, den ihr in der Besenkammer mit der Frau des Vorstands erwischt habt.

Cheffe, jetzt mal Klartext!

Die Gelegenheit scheint günstig: Die Stimmung ist so entspannt und euer Chef hat nach ein, zwei Glühwein auch bessere Laune als sonst – da könntet ihr ihn doch mal eben um eine Gehaltserhöhung bitten. No-go! Die Weihnachtsfeier solltet ihr auf keinen Fall dazu nutzen, mit eurem Vorgesetzten über unbezahlte Überstunden oder die versaute Projektplanung zu sprechen. Geschäftliches besprecht ihr lieber zu Bürozeiten, zumal ihr auch nicht einschätzen könnt, ob euer leicht beduselter Boss sich am nächsten Tag noch über die "20% mehr im Jahr!!" erinnern kann. Bleibt beim Smalltalk: Filme, Musik, Kunst ... Es gibt soviel Unverfängliches, über das man sprechen kann.


Zu guter Letzt ...

Fernbleiben gilt nicht. Auch wenn ihr lieber für einen Monat Küchendienst schieben würdet, statt euch der Peinlichkeit von Schlager-gröhlenden Kollegen und enthemmten Arbeitgebern auszusetzen, da müsst ihr jetzt durch. Denn Schwänzen ist unkollegial, über Abwesende wird gelästert, in Alkohollaune sogar noch viel mehr. Also geht hin und pflegt das Betriebsklima.