Seht ihr das ertrinkende Kind?

Ertrinken sieht nicht aus, wie es uns Hollywood gelehrt hat. Es geht vor allem ganz still vor sich, denn wenn der Körper die Wahl hat zwischen Schreien oder Atmen, entscheidet er sich reflexartig für das Atmen. Die meisten Kinder, die beispielsweise in Amerika ertrinken, tun dies tragischerweise ganz in der Nähe ihrer Eltern. In neun von zehn Fällen waren die Kinder weniger als fünf Minuten außerhalb des Sichtfelds ihrer Aufsichtsperson, oft sind Ertrinkende weniger als 20 Meter von ihren Eltern entfernt. In zehn Prozent aller Fälle, so eine amerikanische Studie, sehen die Eltern dem Kind sogar beim Ertrinken zu, weil sie die Anzeichen nicht richtig deuten. Wir haben hier einige Youtube-Videos, die mit dem Titel "Finden Sie das ertrinkende Kind?" freilich etwas makaber wirken, aber dennoch Leben retten können. So sieht Ertrinken wirklich aus...

Sieht harmlos aus, doch auch in so einem Wellenbad können Kinder ertrinken

Sieht harmlos aus, doch auch in so einem Wellenbad können Kinder ertrinken. Seht ihr das Kind in Not?

So sieht Ertrinken aus

Drei Anzeichen, die Leben retten können:

1. Der Ertrinkende winkt nicht nach Hilfe!

Seine Arme sind meist seitlich unter Wasser, manchmal "plantscht" er, um mit den Armen Auftrieb zu schaffen. Aber winken tut er garantiert nicht.

2. Der Ertrinkende liegt nicht mit dem Gesicht nach unten im Wasser!

Es sieht vielmehr so aus, als würde er stehen. Die Bewegungen erinnern dabei manchmal an eine Art von Treppensteigen unter Wasser, meist bleiben die Beine aber bewegungslos.

3. Der Ertrinkende ruft nicht um Hilfe

Der Körper hat es so eingerichtet, dass vor der Sprache das Atmen Priorität hat. Sobald also der Mund des Ertrinkenden über Wasser ist, wird er nach Luft schnappen, und nicht rufen. Ertrinken ist ein stiller Tod!

Oft hängen dem Ertrinkenden die Haare ins Gesicht und er hat geschlossene Augen. Der beste Weg, um sicher zu gehen, ob das Kind oder auch der Erwachsene neben euch im Wasser Hilfe braucht oder nur spielt, ist: Fragen! Wenn keine Antwort kommt, heißt es ganz schnell handeln, denn in der Regel kann sich ein Ertrinkender nur zwischen 20 und 60 Sekunden über Wasser halten. Kinder, die nicht schwimmen können, dürfen sich NIEMALS alleine in der Nähe von Gewässern aufhalten. Kleinkinder darf man nicht mal im Planschbecken unbeaufsichtigt lassen.

Der Bademeister sieht das ertrinkende Kind sofort. Ihr auch?

Die Videos des youtube-Channels Lifeguard Rescue aus einem amerikanischen Wellenbad sorgen derzeit für Aufregung - hier wird regelmäßig gezeigt wie "harmlos" und "beiläufig" Ertrinken aussieht. Findet ihr hier der ertrinkende Kind?

Was ist sekundäres Ertrinken?

Und sollte ein Kind tatsächlich untergehen und wird gerettet, gilt es, auch wenn alles gut scheint, einen Arzt zu besuchen, wenn das Kind danach müde ist oder häufig hustet.

sekundäres ertrinken

Denn das so genannte "sekundäre Ertrinken" ist ein tückisches Nachspiel, das manche Kinder noch bis zu 24 Stunden nach dem Vorfall mit dem Leben bezahlen. Dafür reichen schon geringe Wassermengen, die in der Lunge Entzündungen hervorrufen und zu tödlichem Sauerstoffmangel führen.

Sekundäres Ertrinken Anzeichen

Neben dem Husten und der Müdigkeiten gelten auch Teilnahmslosigkeit, verfärbte Lippen und generelle Wesensveränderungen als Hinweis auf das sekundäre Ertrinken und indizieren einen sofortigen Arztbesuch!

Und jetzt wünschen wir euch einen sicheren und schönen Sommer!