Pareidolie - Gesichter in leblosen Objekten

- Kennt ihr das? Eine Steckdose sieht aus wie ein schreiender Mensch? Ein Haus lächelt euch an? Oder die Front eines Autos scheint einen ganz nachdenklichen Gesichtsausdruck zu haben?  Ihr seht Gesichter in leblosen Objekten! Der wissenschaftliche Ausdruck dafür ist Pareidolie. Und jetzt gibt es sogar eine Studie aus Tokyo, die ermittelt haben will, was es über den Charakter der Menschen aussagt, die ständig überall Gesichter sehen...

Was sagt es über euch aus, wenn ihr überall Gesichter seht?

Die Studie aus Tokyo hat erst in Fragebögen die Persönlichkeit von 166 Probanden erfasst. Dann wurden den Teilnehmern willkürlich angeordnete Punkte gezeigt. Sie sollten nun erklären, ob und was sie in dem Punkte-Wirrwarr erkennen. Und so kam heraus, dass diejenigen Probanden, die in den Punkten tatsächliche Gesichter, aber auch Pflanzen- oder Tierformen auszumachen glaubten, eher diejenigen waren mit den neurotischen Persönlichkeitsstrukturen.

Ihr seht Gesichter, also seid ihr angespannt?

Marsgesicht

Das Marsgesicht ist das wohl berühmteste Beispiel für Pareidolie

Angespannte und nervöse Menschen sowie Frauen neigten dazu, häufiger Gesichter zu sehen. Die Erklärung dafür, so der an der Studie beteiligte Wissenschaftler Norimichi Kitagawa, ist evolutionsbedingt: Frauen können mit ihrer Fähigkeit zur Pareidolie eher einen Angreifer in der dunklen Höhle, dem Wald oder auf dem Feld ausmachen. Neurotische Menschen sind eher angespannt und vermuten daher Gefahren auch dort, wo gar keine sind.

Marshmallow Face

Wir haben bei der Bildersuche für diesen Artikel festgestellt, dass wir entweder höchst neurotisch sind ("Da ist ein Gesicht auf meinem Marshmallow!!!) oder eben, dass wenn man nach Gesichtern in leblosen Dingen Ausschau hält, man auch besonders viele Gesichter in leblosen Dingen sieht..
Aber sorry, wie müssen schnell weg, der Marshmallow hat garantiert irgendwo eine Axt versteckt, das sieht man ihm doch an ;)

(Bild: Thinkstock)