Mobbing – wenn der Job krank macht

Mobbing am Arbeitsplatz macht krank – und kommt auch den Arbeitgeber teuer zu stehen. Experten schätzen, dass die systematischen und andauernden Feindseligkeiten von Kollegen gegen die eigene Person einen wirtschaftlichen Schaden von rund 15 Milliarden Euro im Jahr verursachen – und der Grund für jeden sechsten Selbstmord sind. Was Mobbing eigentlich ist und was Sie dagegen tun können, haben wir für Sie recherchiert.

Sind Sie ein Mobbing-Opfer?  (Bild: Getty Images)

Mobbing am Arbeitsplatz: Bin ich ein Mobbing-Opfer? (Bild: Getty Images)

"To mob" bedeutet nichts anderes als "anpöbeln, bedrängen". Konrad Lorenz, der Verhaltensforscher und Wildgans-Papa verwendete den Begriff "Mobbing" für den Angriff einer Tiergruppe gegen einen Eindringling. "Mobbing" im Job kann hingegen nicht so genau definiert werden.

Mit harmlosen Reibereien im Arbeitsalltag ist es jedenfalls nicht getan – der Betroffene wird vielmehr einem lange andauernden und zermürbenden Nervenkrieg ausgesetzt, an dessen Ende häufig die Arbeitsunfähigkeit steht. Aber egal ob konsequentes Schweigen in der Runde eintritt, wenn der Betroffene hinzukommt, das Auto zerkratzt oder die Laborassistentin zum Kaffeekochen geschickt wird – Mobbing ist nie eine einzelne Handlung, sondern systematisches und zielgerichtete Ausgrenzung mit vielen Gesichtern.

Die Übergänge sind dabei fließend – und auch für das Mobbing-Opfer schwer durchschaubar. Fakt ist: Betroffene werden durch Mobbing häufig in eine schwere Krise gestürzt und erleiden gesundheitliche Beeinträchtigungen. Sie sind nervös, unkonzentriert, können schlecht schlafen und haben panische Angst davor, (weitere) Fehler zu machen.

Nicht selten ist Mobbing ein absoluter Karrierekiller, weil die Betroffenen entweder selbst kündigen, dubiose Auflösungsverträge unterschreiben oder ihnen aus einem vorgeschriebenen Grund gekündigt wird.

Aus dem Teufelskreis schaffen es Mobbing-Opfer selten aus eigener Kraft. Sie stehen meistens unter enormem Druck, werden ängstlich und vermuten schließlich hinter jedem Blick, jeder Geste und jedem Wort einen Angriff. Es ist daher unbedingt nötig, sich nicht isolieren zu lassen. In den seltensten Fällen mobben alle Kollegen, viele bleiben neutral. Hier gilt es, sich Rückendeckung zu holen.

Was ist eigentlich Cyber-Mobbing?

Auch hilft es nicht weiter, bei Mobbinganzeichen den Kopf in den Sand zu stecken. Fragen Sie rechtzeitig, z.B. Ihren Vorgesetzten, was Ihnen vorgeworfen wird, wenn Sie den Eindruck haben, dass Ihre Arbeit nicht mehr geschätzt wird. Führen Sie außerdem ein Mobbing-Tagebuch – das hilft Ihnen später, sich genau an alle Vorfälle erinnern und beweisen zu können.

Benötigen Sie mehr Informationen oder suchen Sie Hilfe? Es gibt verschiedene Anti-Mobbing-Anlaufstellen, die Betroffenen helfen und Arbeitgeber, Politik und Medien informieren. Auch hierhin können Sie sich wenden, wenn Sie Hilfe brauchen:

www.mobbing-abwehr.de
www.mobbing-web.de
www.mobbing-kontakt-stelle.de

Testen Sie sich: Bin ich ein leichtes Opfer?