Die Teilnehmerinnen des "Miss Peru"-Schönheitswettbewerbs machen auf Gewalt gegen Frauen aufmerksam

- Schönheitswettbewerbe sind reine Fleischbeschau? Mag sein. Dass Schönheitsköniginnen aber nicht nur hirnlose Barbiepuppen sind, die wunderschön aussehen, aber oberflächlich und hohl sind, haben jetzt die Teilnehmerinnen und Macher des Miss Peru Schönheitswettbewerbs bewiesen, die ihr gemeinsames Sprachrohr genutzt haben, um auf Frauenprobleme in Lateinamerika aufmerksam zu machen.

Fiorella Peirano, die Miss Peru 2014

Fiorella Peirano, die Miss Peru 2014

So haben die jungen Frauen in einer Rubrik des Schönheitswettbewerbs, in der sich die Kandidatinnen leicht bekleidet mit ihren Körpermaßen der Jury und dem Publikum vorstellen, stattdessen auf Gewalt gegen Frauen hingewiesen. So haben die Schönheitsköniginnen nicht das übliche „Hallo, mein Name ist Barbie und ich habe die Maße 90-60-90“ verkündet, sondern stattdessen erschreckende Verbrechensstatistiken zitiert:

Was die Frauen sagen? Zum Beispiel:

 "Mein Name ist Camila Canicoba und ich vertrete den Bezirk Lima. Meine Maße sind: 2.202 Fälle von Femiziden [Frauentötung] in den letzten neun Jahren.“

"Mein Name ist Juana Acevedo und meine Maße sind: mehr als 70 Prozent der Frauen in unserem Land fallen Belästigungen auf der Straße zum Opfer.“

"Mein Name ist Luciana Fernández und ich vertrete die Stadt Huánuco. Meine Maße lauten: 13.000 Mädchen mussten in unserem Land sexuelle Belästigung erleiden."

"Hier ist Almendra Marroquín. Ich vertrete Cañete und meine Maße lauten: mehr als 25 Prozent der Mädchen und Teenager werden in ihren Schulen missbraucht.“

"Mein Name ist Bélgica Guerra und ich vertrete Chincha. Meine Maße sind: 65 Prozent von Frauen mit Hochschulabschluss werden von ihren Partnern verletzt.“

"Mein Name ist Romina Lozano und ich vertrete den Bezirk Callao. Meine Maße sind: bis 2014 sind 13.000 Frauen Menschenhandel zum Opfer gefallen."

Aber damit nicht genug. In einer der wohl umstrittensten Kategorien eines Schönheitswettbewerbes, dem Bikini-Walk, wurden Zeitungsausschnitte und Schlagzeilen über Gewalt gegen Frauen auf Leinwände projiziert. Dahinter steht laut den Machern des Schönheitswettbewerbs der Gedanke, dass sich Frauen in der Öffentlichkeit nicht bedeckt halten sollten, um Verbrechen aus dem Weg zu gehen.  In der letzten Runde des Wettbewerbs wurden die Finalistinnen deshalb auch gefragt, inwiefern sie etwas dazu beitragen könnten, um die Gewalt an Frauen in Peru zu bekämpfen. Die Frage ist insofern kontrovers, dass Maritza García, die Präsident der peruanischen Frauenkommission, kürzlich Frauen die Schuld an der steigenden Zahl von Femiziden gegeben hat.