M.I.A. - Kala

Das Cover von "Kala" verursacht Augenschmerzen, passt aber gut in den Neon-Hype, der zur Zeit in M.I.As Heimatstadt London grassiert. Und was soll die aufgedrehte Kunststudentin auch anderes auf ihr Cover nehmen, als grelle Drogen-Muster? Landschafts-Impressionen mit Adlern? Zu der Musik? Dann lieber Augenkrebs.

Auf der ganzen Welt war Mathangi Arulpragasam alias M.I.A. unterwegs, um ihr zweites Album aufzunehmen. In Japan, Indien, Jamaika, den USA fand sie die nötigen Inspirationen für den heißersehnten Nachfolger von "Arular". Die amerikanischen Behörden weigerten sich zuerst, dem ehemaligen Bürgerkriegsflüchtling mit srilankesischen Wurzeln ein Visum auszustellen. Nach beharrlichem Dranbleiben hat es aber doch geklappt - herausgesprungen ist mit "Come around" immerhin ein Song mit Überproduzent Timbaland.

Wer geglaubt hat, dass ihr zweites Album eingängiger und poppiger werden würde, als das Debüt, wird eines Besseren belehrt. Hier knallen Orient und Okzident aufeinander, Beats auf traditionelle Folklore. Und wenn Maya immer wieder "Ha!" schreit, klingt sie fast wie Karen O. von den Yeah Yeah Yeahs. Leider fehlen dem Album die offensichtlichen Hits, die der Vorgänger "Arular" mit "Bingo" und "Pull up the people" hatte. Zu lose und unstrukturiert klingen die Songs, entfalten ihre faszinierende Wirkung eher im Gesamtalbum. Und wer sich bei "20 Dollars" verwirrt am Kopf kratzt, ja, das war mal "Where is my mind" von den Pixies. Grauslig-schön.

M.I.A. - "Kala"
Beggars Banquet/Indigo