Endlich IFA 2017: Warum wir Männer Technik lieben

- Endlich IFA 2017: Es ist Anfang September und ich bin mal kurz weg. Wie jedes Jahr. Ich fahre nach Berlin, allein. Nicht weil die Stadt so schön ist, gleichwohl ich Berlin mag, sondern weil die Messehallen unterm Funkturm bis unters Dach vollgestopft sind mit Technik. Meine Freundin kennt die Internationale Funkausstellung nur vom Hörensagen oder dem Kanzlerinnen-Rundgang in der Tagesschau. Ich kenne die IFA in und auswendig und freue mich auf OLED, HLG; HFR, HDR, Candela und Nits, VR und UHD. Wie jeder Mann habe ich ein inniges Verhältnis zur Technik, und auf der IFA 2017 kann ich sie lieben ohne zu leiden. Oder vorwurfsvolle Blicke zu ernten, oder törichte Fragen beantworten zu müssen.

Wir wollen doch nur spielen: Männer lieben Technik, ohne Bedingungen zu stellen.

Wir wollen doch nur spielen: Männer lieben Technik, ohne Bedingungen zu stellen.

Es war 2006, mein persönliches Sommermärchen endete nicht mit dem WM-Aus im Halbfinale gegen Italien. Mich führte es wirklich nach Berlin. Zum ersten Mal, seit ich alt genug bin, um allein in die Hauptstadt zu fahren, musste ich kein IFA-freies Jahr ertragen. Die IFA Berlin hat sich damals zu einem jährlichen Rhythmus entschlossen, was mir sehr recht war. Weil ich Technik liebe.

Dabei will ein japanischer Kamerahersteller in einer Studie herausgefunden haben, dass es ausgerechnet mein Geschlecht ist, das technischen Geräten den Garaus macht. Destroyed by love. Wir Männer seien der Tod der Technik, was natürlich in meiner subjektiven Erfahrung völliger Quatsch ist.

Ich bringe die Technik zum Leben, ich sporne sie zu Höchstleistungen an, ich warte und pflege sie. Und warum? Weil ich es kann? Auch. Aber vor allem: Weil ich es will. Außerdem interessiert sich meine Freundin überhaupt nicht dafür und wird entweder panisch oder wütend, wenn der Drucker mal ein Blatt zu viel einzieht oder sie beim neuen AV-Receiver ein Knöpfchen mehr drücken muss, als beim alten.

Aus ihrem hübschen Gesicht können ganz schön hässliche Wörter geschleudert kommen. Ich frage mich dann, wie sie überlebt hat, bevor sie mich kennenlernte und stelle immer wieder fest, dass sie meine Hilfe eigentlich gar nicht benötigen würde, weil sie mehr Technikverständnis hat, als sie sich eingestehen will. Sie ist einfach nur zu bequem.

Ich hingegen löse gerne Probleme, ich spiele gerne herum und probiere komische Sachen aus, drücke auf alle möglichen Knöpfchen und wische auf Touch-Displays herum. Und ich kann mich für neue Geräte und Gadgets begeistern. Auf der IFA 2017 werde ich garantiert wieder stundenlang vor monströs großen und unverschämt teuren OLED-Fernsehern rumstehen und von einer größeren Wohnung träumen, in die ich das Teil stellen kann, ich werde VR-Brillen ausprobieren und mich in High-End-Soundkabinen beschallen lassen. Weil ich es will.

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