Wenn aus Männern Väter werden: Was Mann bei der Geburt fühlt

Erinnerungen, so sagt man, verblassen irgendwann. Da ist was dran, wer kann sich schon jahrzehntelang sein ganzes Leben merken? Das Schöne aber ist: Die wichtigen Dinge, die sind immer da. Bei mir seit vier Jahren und seit 14 Monaten. Meistens denke ich nur nicht daran, weil jeder Tag neue Erlebnisse mitbringt, die morgen zu Erinnerungen werden. Vor zwei Wochen die erste Fahrradtour mit meiner großen Tochter. Heute Abend die ersten eigenen Schritte ihrer kleinen Schwester. Und immer wieder das Lachen, die Tränen. Aus nichtigen Gründen, aus triftigen Gründen.

Als Vater hat Mann hat gut grinsen. Und das geht nicht mehr weg.

Als Vater hat Mann hat gut grinsen. Und das geht nicht mehr weg.

Nichts hatte mich auf die Gefühle bei der Geburt meiner Töchter vorbereitet. Wie auch? Klar, ich könnte noch immer jedes Detail schildern, von unendlichen Spaziergängen in unendlichen Fluren erzählen, immer wieder vorbei an der Abschlussfeier der Hebammenschülerinnen. Von einem 30-Stunden-Schmerzmarathon und 30 Stunden unterstützender Hilflosigkeit.

Oder von einer hektischen nächtlichen Autofahrt und von knapp drei Stunden Schnelldurchlauf mit Witzen einer Oberärztin, die mich an Sookie St. James aus "Gilmore Girls" und Miranda Bailey aus "Grey's Anatomy" erinnerte. Daraus lassen sich prima Anekdoten für die Großeltern stricken, aber das ist alles so unwichtig.

Niemand kann mir die beiden Augenblicke nehmen, in denen ich meine Mädchen das erste Mal sah. Es gibt keine Worte, die beschreiben können, was mit mir passierte. Ich spürte, dass die Liebe nie unschuldiger war, als in diesen Momenten. Dass die Welt unendlich groß wurde, dass es keine Zweifel gab, keine Unsicherheit, keine Grenzen.

Alles, was ich dann im Kreißsaal machte, die Nabelschnur durchschneiden etwa oder den ersten winzigen Strampler anziehen, all das waren die natürlichsten Dinge für mich. Ich wusste alles über die Mädchen (obwohl ich, das merkte ich schnell, bis heute immer noch nichts weiß).

Sie waren auf einmal da, völlig verknautscht und verschmiert, niemand hatte sie vorbereitet auf das, was sie erwartet. Lärm, Licht, Gerüche und ein Vater, der sie nicht mehr hergeben will. Seit vier Jahren und seit 14 Monaten sind wir eins. Was meine Freundin geleistet hat, kann ich nicht mal erahnen. Ich kann sie nur bewundern und ihr unendlich dankbar sein für unsere Kinder.

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